Das letzte Kapitel

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:29

Daralion schritt über die Hügel südlich von Silbermond. Der Himmel glühte grün und die Luft war stickig. Der Immersangwald war verdorrt, als hätten sich die Pestländer von süden her weiter ausgebreitet. Der Blutelf hob seinen Kopf nur noch wenige Meter bis zur Kuppe des Hügels. Hinter den Hügeln stiegen mehrere Rauchsäulen hoch in den grünen Himmel. Es war schwarzer Qualm, als würde hinter den Hügeln der komplette Horizont brennen.
Daralion erklomm die Kuppe und blickte auf Silbermond. Die Stadt stand unter Belagerung. Riesige hochmorderne Kriegmaschinen waren vor der Mauer aufgestellt worden und schleuderten immer wieder grüne Feuerbälle über die Stadtmauer. Bedient wurden die Maschinen von Dämonen der verschiedensten Arten. Zorn überkam Daralion. Die Brennende Legion hatte also zugeschlagen. Hätten sie ihn nicht verbannt, würde er die Stadt nun in erster Reihe verteidigen. Er hätte sie in den Krieg geführt.
Der Blick des Elfen viel auf den Kommandanten welcher auf seinem Schreckensross hinter den Dämonen auf und abritt und Befehle brüllte, welche von den Dämonen anstandslos befolgt wurden. Dieser Kommandant war gehüllt in eine blutrote Rüstung und grüne Flammen flackerten aus deren Schulterstücken. Sein Kopf war von einem Vollhelm bedeckt, aber von Größe und Statur her musste es sich um einen Hoch- oder Blutelfen handen. Er saß aufrecht und kräftig im Sattel. Er schein alles im Blick und unter Kontrolle zuhaben. Nur durch seine Worte wurde Silbermond verbrannt. So erschien es.
Der Zorn wich aus Daralions Geist und wurde ersetzt durch eine gewisse Art von Bewunderung. Die Ausstrahlung des Elfen war mehr als spürbar. Sie zog einen in ihren Bann. Und auch wenn Es hier um die Vernichtung Silbermonds ging, so keimte der Gedanke beim Blutelfen auf, dass selbst er selber diesem Kommandanten bedingungslos folgen würde. Erschrocken von diesem Gedanken er seinen Kopf und spürte, wie sein ganzer Körper begann taub zu werden. Die Welt um ihn herum wurde zu Nebel und vor seinen Augen gab es nur ein düsteres Licht.
Daralion schlug die Augen auf und blickte durch ein kleines Loch, weit entfernt von ihm, in einen fahlen Himmel. Er lag auf dem Rücken und konnte weder Beine noch Arme bewegen. " Bist du also doch noch aufgewacht. Ich fürchtete schon, dein Verstand sei verloren.", sprach eine grobe und kratzige Männerstimme unmittelbar neben ihm. Daralions Atem wurde schneller, als er versuchte aufzuspringen, sein Körper dem aber nicht nachkam. Panik machte sich in seinem Kopf breit: " Was ist geschehen? Was ist mit mir? Ich spüre nichts!" Die Stimme neben ihm schnaubte kurz: " Du bist gefallen...tief gefallen. Große Teile deines Leibes sind zerschmettert. Ich habe deine lebensbedrohlichen Verletzungen noch behandeln können."
Daralions Erinnerungen kehrten zurück. Er war durch ein Loch an den Teichen von Aggonar in die Tiefe gestürzt. Das Licht aus der ferne war das Loch in der Decke der Höhle, welches ihm den Himmel der Scherbenwelt zeigte. Unter großer Anstrengung drehte er seinen Kopf zu der Stimme. Dort saß ein alter Orc in abgenutzten Roben und einer Kapuze über den Schädel gezogen. Sein faltiges grünes Gesicht flackerte in Schein eines kleinen Feuers zu seinen Füßen. Es war grade einmal groß und hell genug, um die wenigen Meter um sie herum mit gedämpften Licht zu versorgen. Daralions Stimme wurde fordernd: " Wer bist du? Was ist das für ein Ort?" Der Orc betrachtete den Elfen kurz, ehe er antwortete: " Dies sind die uralten Höhlen des Blutenden Auges. Ein heiliger Ort meines Clans. Ich bin ihr letzter Wächter." Daralion drehte wieder seinen Kopf, doch das Licht des Feuers ließ ihn nur erahnen, wie groß das Höhlensystem sein mochte. Unwohl forderte der Blutelf: " Bring mich hier raus. Und ich werde dich entlohnen."
Der Orc schnaufte nur. Daralions Zorn kehrte zürck: " Ich bin..." Der Orc schnitt ihm das Wort ab: " Ein Krüppel. Und ein toter Krüppel, wenn ich dir nicht geholfen hätte. Du forderst nichts mehr..."
Daralion stockte kurz der Atem. Der Orc hatte Recht. Von den Schultern an schien sein Körper wie gelähmt. Er war nichts mehr. Nur noch ein Haufen unbewegliches Fleisch. Alles was er wollte, seine Rache, seinen Ruhm, seine Krone...all dies war nun bedeutungslos. Er lag in der Erde der Scherbenwelt begraben. War das also das Ende von Daralion, dem letzten wahren Leh`Nister? " Allerdings könnte ich deinen Körper weiterheilen und mit etwas Glück, kannst du die Höhle bald selber verlassen.", sprach der Orc beiläufig, als er wohl erkannte, dass sich Daralion langsam seiner Situation bewusst wurde. Daralion starrte den Orc an. Dieser lachte nun leise: " Es hat allerdings seinen Preis." " Alles was ihr verlangt.", antwortete Daralion ohne zu zögern. Der Orc nickte und zeigte mit einem Finger auf den zerschmetterten Blutelfen: " Träume für mich weiter und erwecke die Magie dieser Höhle erneut zum Leben." Daralion verstand nicht und blickte verwirrt. Der Orc fügte augenblicklich die Erklärung mit an: " In dieser Höhle opferten die Orcs des Blutenden Auges etwas von sich, um Visionen zu erhalten. Am bekanntesten waren dafür unsere Häuptlinge. Zum Preis eines Auges sahen sie ihren Tod. Lange nun schwiegen die Höhlen hier. Doch dein Blut auf dem Boden hat die alte Magie wiederbelebt. Ich will wissen, wie lange dies anhält und wie mächtig sie noch ist. Also schlafe und Träume. Erzähle mir von deinen Träumen und als Gegenleistung heile ich deinen Körper."
Daralion betrachtete den Orc einen Augenblick. Seine Gedanken schweiften dabei ab zu dem merkwürdigen Traum, aus dem er grade erst erwacht war und welche Gefühle er dabei erlebt hatte. Sein Geist sträubte sich gegen die Art der Blutmagie. Doch was für eine Wahl hatte er. Mit einem Stummen nicken willigte er ein und ein breites abstoßendes Lächeln zierte das Gesicht des alten Orcs, während er seine Hände erhob, um seinen Zauber zu wirken...

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:29

Die Mauer brach und rieselte in großen und kleinen Stücken auf die Blutelfen hinab, wenn sie sich nicht rechtzeitig in Deckung brachten. Die Dämonen hatten den äußeren Verteidigungs Ring von Silbermond durchbrochen. Der schwarze Kommandant hatte das Feuer der Belagerungsmaschinen auf einen Punkt konzentrieren lassen. Er ritt langsam auf seinem Schreckensross in Richtung der Bresche, während die Dämonen links und rechts an ihm vorbei in die Stadt strömten, um die flüchtenden Verteidiger zu verfolgen. Daralion wusste, was nun geschehen würde. Er hatte ähnliches schon einmal erlebt, damals, als die Geißel kam. Die Sin´dorei würden sich hinter die nächsten Verteidigungsringe zurückziehen und dort erneut die Tore versperren. Sie wollten sie den Feind Stück für Stück aufreiben. Doch hier standen die Dinge anders. Die Geißel wollte damals nur passieren. Die Legion aber, sie wollte die Stadt und ihre Bevölkerung auslöschen. Oder etwa doch nicht? Verwundert sah Daralion, wie der schwarze Kommandant die angreifenden Dämonen vom Basar verlagerte und die Angriffsrichtung für den kompletten Schlachtzug in Richtung Gasse vorgab. Die Dämonen gehorchten. Sie ignorierten die Flüchtlinge hinter den Toren des Basars und zogen mit voller Stärke gegen die Tore der Gasse. Solch eine Taktik hatte Daralion noch nie bei Dämonen beobachtetet. Was hatte der Kommandant vor, welcher langsam sein dämonisches Ross über Straße von Silbermond führte?
Daralion hob seinen Kopf. Er sah den Sonnenzornturm, wie seine Spitze in den grünleuchtenden Himmel ragte und da musste der entehrte Leh`Nister schmunzeln. Dieser Kommandant war nicht auf einem Feldzug der Vernichtung. Er war ein Eroberer. Und er wurde bei seinen Eroberungen von der Legion unterstützt. Wieder überkam Daralion dieser Anflug von Bewunderung. Doch gleichzeitig wusste er auch, dass die Blutritter den Sonnenhof bewachen würden. Dort würde der Kommandant zeigen müssen, ob er wirklich der Bewunderung Daralions wehrt war...
Daralion erwachte und Schmerz zog sich durch seine Arme. Seine Arme? Er konnte seine Arme wieder spüren. Der alte Orc lächelte, als er sah, wie Daralion zu begreifen begann und sagte: " Deine Arme im Tausch gegen deine Vision." Daralion drehte leicht seinen Kopf zu dem Orc. Ihm war dies alles hier zu wieder, doch hatte der zerschmetterte Elf keine Wahl: " Es war wieder die Schlacht um Silbermond. Der Kommandant hat die Verteidigung der Stadt überwunden und die Legion beginnt die Stadt zu stürmen. Aber..." Daralion brach ab und sammelte seine Gedanken. Er konnte vor dem Orc nicht zugeben wieder Bewunderung empfunden zu haben. Der Orc musterte Darlion und beendete seinen Zauber: "Aber was? Was hast du gesehen, kleiner Elf?" Daralion began innerlich zu kochen. Er wollte nicht, doch er musste berichten. Vorher würde der ORc nicht mit seinem Heilzauber weitermachen. Widerwillig began Daralion zu sprechen: " Der Kommandant hat der Legion befohlen, die Bevölkerung zu ignorieren." Der Orc grunzte: " Die Legion vernichtet. Sie verschont niemanden." Die Mundwinkel des Elfen zuckten kurz zu einem Lächeln: " Die Legion ist nur eine Waffe. DEr Kommandant ist die treibende Kraft und er ist ein Eroberer."
Stumm betrachtete der Orc den Elfen, dann schnaubte er: " Bewunderst du den Elfen, der sein eigenes Volk vernichten will?" " Er will sein Volk nicht vernichten. Er will es anführen.", zischte Daralion in einem harten Tonfall, nur um sich dann selber darüber zu wundern. Der Orc lächelte finster und mit einem grünen Leuchten tauchte sein Zauber wieder auf und während Daralions Körper weiter began zu heilen, verfiel der Elf wieder in seine seltsamen Träume.
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:30

Lady Liadrin lag leblos am Boden. Der schwarze Kommandant hatte in diesem Duell gesiegt. Entsetzt flüchteten die verbliebenen Verteidiger über den Sonnenhof hinauf zum Sonnenzornturm. Die Dämonen stürmten ihnen hinterher. Ihr Herr, der Elf in voller Plattenrüstung stieg über den Leichnam der Blutelfe, welche grade durch seine eigene Hand gefallen war. Die Blutritter hatten Tapfer in der Gasse gekämpft, doch letzten Endes waren sie hoffnungslos unterlegen. Als die Dämonen auf den Sonnenhof zu stürmten, wusste Daralion, dass die Schlacht entschieden war. Als die Anführerin der Blutritter den Kommandant zum Duell forderte, kam das mehr wie ein schlechter Scherz rüber. Es gab keinen Grund, auf diese Herausforderung einzugehen. Doch er hatte es getan. Zuerst dachte Daralion an Überheblichkeit. Doch es war pures Selbstvertrauen, welches den Kommandanten auch schnell zum Sieg führte. Nun flüchteten die Verteidiger der Stadt kopflos...führungslos...
Daralion erwachte und winkelte die schmerzen Beine an. " Still bleiben.", grunzte der alte Orc. Daralion gehorchte. Er hatte aufgegeben zu widersprechen. Sein Schicksal lag in den Händen dieses Orcs. Der Orc beendete seinen Zauber und musterte Daralion: " Du hast gegrinst während deiner Vision." Der Blutelfe schmunzelte tatsächlich. Er hatte aufgegeben sich über seine Bewunderung für dieses schwarzen Kommandanten zu ärgern. Dieser hatte alle Qualitäten eines großen Eroberers gezeigt. Er hatte Respekt verdient. Doch gleichzeitig kam in Daralions Kopf ständig diese Frage auf: " Ist das möglich? Kann jemand die Legion so kontrollieren?" Das faltige Gesicht des Orcs musterte den Elfen und mit einem Grunzen antwortete er: " Die Legion dient nur einem Herr." Daralion seufzte. Träume waren nur Träume. " Doch dieser Herr erwählt Persönlichkeiten. Verleiht ihnen Macht, welche sie unvorstellbare Dinge machen lässt." , fügte der Orc an. Daralion musterte das Loch am Himmel. Draußen war die Sonne fast untergegangen.
" Doch die Legion ist eine Armee der Zerstörung. Sie kann nur vernichten.", sprach der Blutelf. Er selber hatte die Legion zumindest nur so erlebt. Der Orc folgte dem Blick des Elfen und nach einem kurzen Schweigen sprach er: " Es gibt viele Geheimnisse, was die Legion betrifft. Doch diese Geheimnisse zu lüften ist nicht leicht und nicht überall möglich."
Nun blickte Daralion den alten Orc neugierig an. Eigentlich waren Wissenschaft und Geschichte nicht seine Sache. Er war ein Krieger, immer gewesen. Doch der Weg des Kriegers hatte ihn alles gekostet. Seine Haus, seine Ehre und nun fast seinen Körper und sein Leben. " Wo finde ich diese Geheimnisse?", flüsterte er. Der Orc blickte ihn an und grinste finster: " An einem Ort, wo ihr momentan noch nicht hin könnt mit diesem Körper. Schlaft....schlaft und findet eure Antworten durch die Magie dieses Ortes." Einst wäre Daralion erzornt gewesen über solch eine Antwort. Doch nun war sein Ehrgeiz geweckt. Er wollte Antworten. Aber vor allem wollte er wissen, wie weit der schwarze Kommandant kommen würde...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:30

Der schwarze Kommandant schritt durch die große Halle des Sonnenzornturms. Dort stand vor dem Wappen Silbermonds ein goldener Thron. Neben den Wappen Silbermonds standen links und rechts zwei weitere Fahnenständer, doch waren die Banner noch eingerollt. Daralion stand neben dem Thron und beobachtete die versammelte Menge. Es war die Obrigkeit Silbermons. Allesamt sahen sie gebeutelt und gezeichnet vom Krieg aus, doch Daralion überraschte die Anzahl der Überlebenden der verlorenen Schlacht um Silbermond. Die Leute murmelten und tuschelten. Doch Widerstand leistete niemand unter den wachsamen Augen der Teufeswachen und Schreckenslords, welche am Rande des Saals verteilt standen. Dann teilte sich die Menge und vom Eingang her marschierte der schwarze Kommandant auf den Thron zu. Erst wurde er von der Menge mit Schweigen und hasserfüllten Blicken begrüßt. Doch als die Dämonen am Rand des Raums einen Schritt näher zu den Blutelfen aufrückten, neigten einige erst ihr Haupt, dann begann andere zu knien. Daralion war amüsiert. Die so selbstgefällige Obrigkeit war von einem ihres gleichen geschlagen und unterworfen worden. Mit einem Schlag hatten ihre Machtspielchen ein Ende. Reine Stärke und Gewalt hatte hier gewonnen. Das gefiel Daralion. Der siegreiche Kommandant erreichte den Thron und begutachtete diesen. Zum ersten Mal war Daralion ihm so nahe, dass ihm die Waffe des Kommandanten auffiel. War das wirklich Manabrand? Es schien verändert. Durchdrungen von Teufelsmagie, aber es war eindeutig das Schwert, welches einst Daralions Vater getragen hatte. Der Kommandant drehte sich ruckartig zum Volk um und zwei Teufelswachen flankierten ihn. Dann setzte er sich. In diesem Augenblicke wurde dass Banner rechts vom Thron entfaltet. Es war das Banner der Brennenden Legion, welches nun direkt neben dem Silbermonds und dem Thron den Zuschauern offenbart wurde. Die Menge verhielt sich ruhig. Dann führte der Kommandant seine noch in Handschuhe gekleideten Hände zu seinem Helm. Er öffnete den Verschluss und begann das Metall von seinem Kopf heben. Weiße Haare entfalteten sich. Grün leuchteten die Augen des Sin´dorei. Es waren Daralions Augen. Es waren Daralions Haare. Es war Daralion auf dem Thron Silbermonds. Gleichzeitig wurde das Banner links vom Thron entrollt und der goldene Luchs strahlte in den Raum hinein. Direkt hinter dem Thron wehte nun das Banner Silbermonds, zu seiner Rechten das der Brennenden Legion und zu seiner Linken das des Hauses Leh`Nister und die Anwesenden im Saal neigten ihr Haupt vor ihrem neuen Herrscher...
Daralion erwachte mit rasendem Herzen und starrte den Orc an, welcher zurückstarrte. Daralion erhob sich schwankend. Er hatte noch Schmerzen. Er war noch schwach. Aber das waren nur noch Kleinigkeiten. Sein zerschmetterter Körper war geheilt. Nun stand auch der Orc auf und fragte mit seiner alten rauen Stimme: " Hast du nun deine Antworten?" Daralion nickte und erwiederte: " Ihr spracht von einem Ort, wo ich noch nicht hin konnte. Ein Ort, an dem ich die Geheimnisse der Legion entschlüsseln kann...wo ich mehr werden kann, als ich jetzt bin...wo ist das?" Der Orc musterte Daralion abschätzend und antwortete: " Auf Azeroth, nahe dem Mahlstrom gibt es eine Inselgruppe. Dort werdet ihr die Legion finden und eine Möglichkeit, mit ihr ein Bündnis einzugehen." Daralion schmunzelte, er lachte fasst. Sollte das Schicksal es nun doch günstig mit ihm meinen? " Welcher Art wird das Bündnis sein?", fragte er neugierig und begann seine schlafen Glieder zu dehnen, lange hatte er hier auf dem Boden gelegen. Der Orc stützte sich auf einen Stab und wandte sich ab, dann sprach er: " Es ist jenes Bündnis, welches schon zweimal eingegangen wurde, das Bündnis der Boten. Reise zu den Verheerten Inseln, finde das Grabmal des Herrn der Legion und finde die Botschaft in ihrem Innersten. Mit ihrer Hilfe wirst du deine Bestimmung erfüllen." Dann schritt der Orc langsam in die schattenhaften Gänge des Höhlensystems. Daralion blieb alleine am mittlerweile entzündeten Lagerfeuers zurück. Der Blutelf nahm einen brennenden Ast aus dem Feuer und blickte sich um. ein Windzug aus einem Gang erregte seine Aufmerksamkeit und noch leicht schwankend machte Daralion sich auf den Weg diese alten Höhlen zu verlassen.
Als der Blutelf in den Gängen verschwunden war, trat erneut der Orc in den Schein des Feuers und zeigte ein diabolisches Lächeln. Er ließ seinen Stab fallen und legte den verschlissenen Umhang ab. Seine Gestallt begann sich solange zu verändern, bis der Schreckenslord wieder in seiner vollen Pracht dort stand. Er entfalltete seine Flügel und schwang sich hinauf zum Loch in der Höhlendecke. Er flog hinaus in den dunklen Himmel, denn die Sonne war nun komplett untergegangen und es war Nacht, als Daralion das letzte trockene Gestrüb zerschlug und ebenfalls seinen Weg durch die Nacht suchte.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:31

Kapitel 11: Blinde Hoffnung


Raleria erwachte auf einem Fell. Sie war zugedeckt und hörte wie ein Feuer in ihrer nähe prasselte und Wärme spendete. Doch sehen konnte sie nichts. Erschrocken richtete sie sich auf und griff nach ihren Augen. Sie waren verbunden mit einer Binde aus undurchsichtigen Stoff. Die junge Elfe wollte sie abziehen, doch das einmaligen und kurze Schlagen von Flügeln nur wenige Meter von ihr entfernt ließ sie in ihren Bewegungen einfrieren. Eine kalte mänchliche Elfenstimme ertönte: " Ziehe die Binde ab und du verlierst deinen Kopf Mädchen."
Ralerias Erinnerungen kamen wieder. Sie erinnerte sich an der Krater von Gul´dans Hand und die seltsamen Angreifer, welche sie überwältigt hatten. Vorsichtig ließ Raleria die Hände sinken und fragte zögerlich: " Wer seid ihr?" Der Elf schien sich nicht zu bewegen und beobachtete sie wahrscheinlich genau. Er wartete einen Augenblick und Raleria befürchtete schon eine falsche Frage gestellt zu haben, ehe sie in ihrer Blindheit die Stimme wieder vernahm: " Wir sind die Überbleibsel einer alten Zeit. Das Vermächtnis eines großen Kriegers. Und bevor du weiter sprichst wirst du erst meine Fragen beantworten. Du hattest einen Seelensplitter bei dir, welcher von eine hohe Hexenmeisterkunst steht. Doch du bist keine Hexenmeisterin. Erkläre dich."
Raleria stockte. Erst jetzt merkte sie, dass sie keine Rüstung mehr trug. Man hatte sie in Stoff gehüllt. Das sie ihre Waffe und Gepäck nicht bei sich hatte, dafür brauchte sie keine Augen, um das zu erkennen. Dieser "Mann" hatte also auch Erendils letzten Seelensplitter. Doch waren sie Freund oder Feind des Boten? Das erneute bedrohle Schlagen von Flügeln war zu hören und Raleria deutete es als Zeichen der Ungeduld ihres Verhörers. Doch sie konnte nicht riskieren die Wahrheit über den Splitter einfach einem Feind zu enthüllen: " Wer sagt euch, dass ich keine Hexenmeisterin bin?"
Sie hörte wie der Elf sich erhob. Die Veränderung der Position, von der aus nun die Stimme kam, ließ Raleria vermuten, dass der Elf sehr hochgewachsen war. Höher als die meisten Elfen: " Keine dämonische Kraft kann sich meinem Blick entziehen. Spiele nicht mit mir Mädchen. Die Wahrheit über dich und den Splitter ist das einzige, was dein Leben retten kann. Du wolltest den Splitter anscheinend vernichten. Warum?"
Die Schärfe in der Stimme brachte Raleria ins Schwitzen. Sie war in dieser Situation verloren. Wollte sie eine Chance haben, wieder an den Splitter zu kommen, so musste sie die Wahrheit sagen und hoffen, dass vor ihr ein Feind ihres Feindes stand: " Es ist der Seelensplitter meines Onkels, des Boten. Ich will ihn vernichten, um ihn zu töten."
Der Mann schwieg, was für Raleria in diesem Augenblick die unangenehmste Reaktion war. Wie reagierte er? Hatte sie grade ihr Leben gerettet oder es verwirgt? Der Mann vollzog wieder eine Bewegung und zu Ralerias Erleichterung verriet seine Stimme, dass er sich wieder gesetzt hatte: " Wir haben von diesem Boten gehört. Wir wollten ihn vernichten, als er in dieser Welt seine schändlichen Taten vollzog, doch hätte dies wohl auch unseren Untergang bedeutet."
Nun war Raleria verwirrt: " Wieso ist euer Schicksal abhängig von dem Boten?" Der Mann knurrte wieder, doch er antwortete: " So ist das nicht. Er ist ein Feind für uns, doch auch seine Feinde sind unsere Feinde. Hätten wir uns öffentlich gezeigt, so hätten jene, die den Boten jagen auch uns gejagt und vernichtet. Deshalb haben wir uns verborgen gehalten und beobachtet. Das ist die Rolle und das Schicksal seit dem Tod unseres Meisters Illidan für uns Dämonjäger."
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:31

Raleria schwieg. Sie hatte gehört, dass es nach der Eroberung des Schwarzen Tempels immer noch versprengte Gruppen der Illidari gab. Die meisten jedoch waren vernichtet oder in Gefangenschaft. Das Verlangen stieg in ihr wieder hoch, die Augenbinde abzunehmen, doch das plötzliche Geräusch einer sich öffnenden Metalltür ließ sie inne halten. Sie war also in irgendeiner Art Gebäude. Jemand betrat den Raum und seine Schritte klangen wie die von unbeschlagenen Hufen. Etwas hölzernes wurde vor ihr abgestellt und der ein nur schwer definierbarer Geruch breitete sich im Raum aus. Dann entfernte sich die zweite Person wieder und schloss die Tür hinter sich. Sie war wieder alleine mit dem scheinbaren Dämonenjäger. Dieser brach das Schweigen: " Iss. Kräftige dich und dann erzähl mir alles."
Raleria tastete vorsichtig ihre Umgebung ab und ihre Finger fanden eine Holzschüssel langsam und vorsichtig führte sie diese blind zu ihrem Mund. Dabei schwappte etwas in der Schüssel. Sie trank. Es war ein Eintopf. Was genau alles darin war, konnte sie nicht identifizieren. Es schmeckte nicht nach viel, doch wärmte ihren Körper. Der Dämonenjäger gönnte ihr ein paar Schlücke, dann schien seine Neugier ihn doch wieder einzuholen: " Du willst also deinen Onkel, den Boten vernichten. Warum stellst du dich gegen deine eigene Familie?" Raleria setzte langsam die Schüssel ab und antwortete: " Ich sehe ihn nicht mehr als meine Familie. Er hat all jene getötet, welche ich als solche bezeichnen würde und versucht mir seinen Pfad aufzudrängen." Der Dämonenjäger schien zu grübeln und auch wenn sie nichts sah, so spürte Raleria seinen durchbohrenden Blick. Oder war es doch nur eine Einbildung? Dann sprach der Jäger wieder: " Du willst also Rache?" Unbedacht antwortete Raleria: " Ja. Ich will ihn leiden sehen." Der Jäger gab keine emotionale Reaktion von sich. Er lachte nicht. Er schnaubte nicht. Er brüllte nicht. Kurz befürchtete Raleria etwas falsches gesagt zu haben. Doch dann brach ihr Verhörer die unangenehme und bedrohliche Stille: " Du hast dunkle Pfade eingeschlagen, um deinen Weg zu erreichen, nicht wahr? Wie hättest du sonst an seinen Seelensplitter kommen sollen."
Nun war es Raleria die kurz schwieg. Sie wollte nicht wieder eine unüberlegte Antwort geben. Doch war dieser Jäger vielleicht in der Lage sie zu durchschauen. Wie dem auch sein. Es gab nur eine Wahrheit und Raleria wagte es in ihrer Blindheit nicht zu lügen: " Mir ist es egal, was aus mir wird. Egal welchen Pfad ich einschlagen muss. Ich werde die Welt von diesem Übel befreien und meine Rache erhalten." Der Dämonenjäger schien sich wieder schlagartig zu erheben und Raleria brach der Schweiß aus. Kurz wägte sie ihre Chancen ab, sich die Augenbinde runterzureißen und noch rechtzeitig einem Angriff ausweichen zu können. Instinktiv lauschte sie nach dem Geräusch einer Waffe. Brauchte ihr Gegenüber überhaupt eine? Oder war er vielleicht kräftig genug, um sie mit bloßen Händen zu töten? Ihr Verhörmeister bewegte sich und auch er schien auf Hufen zu laufen. Die Schritte kamen näher und gingen an ihr vorbei. Die Tür öffnete sich und der Dämonenjäger sprach mit ruhiger Stimme: " Ess auf und schlafe. Wir reden morgen weiter." Er schloss die Tür hinter sich und Raleria vernahm das Geräusch eines sich verriegelnden Schlosses. Dann war sie alleine in völliger Dunkelheit. Zumindest hörte sie nichts mehr. Dennoch wagte sie nicht die Binde abzulegen. Sie hatte dieses eine Gespräch mit der Wahrheit und Gehorsam überlebt. Vielleicht war sie doch noch nicht ganz verloren, wenn sie weiter diesen Weg einhielt...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:32

Raleria stolperte und landete unsanft auf steinigen Boden. Der Boden war warm und sie spürte, dass er von einer Art staubiger Schicht überzogen sein musste. " Pass gefälligst auf!", zischte der Dämonenjäger. Raleria wurde zornig, richtete sich wieder auf und antwortete trotzig: " Ich kann nichts sehen!" Sie hörte das kurze Schlagen der ledernen Flügel und kurz befürchtete sie, dass ihre Reaktion zu heftig war. Doch der Mann sagte nur: " Du warst dein Leben lang blind und hast doch deinen Weg bis zu uns gefunden."
Überrascht und leicht sprachlos stand Raleria da. Was hatte dieser Ausflug zu bedeuten? Wozu hatte der Mann sie hier rausgebracht? Sie waren scheinbar noch immer im Schattenmondtal. Das verrieten die Geräusche, die Hitze und die Art, wie der Boden sich anfühlte, ganz zuschweigen von dem Geruch. Raleria war überrascht, wie schnell sich die Sinne änderten, wenn man einen verlor.
Sie gingen weiter und vorsichtig tasteten Ralerias Füße nach dem Boden. Sie wagte es nicht nocheinmal zu stürtzen. " Wir sind da. Setz dich.", befahl der Mann. Raleria gehorchte und setzte sich. Der Jäger schritt um sie herum: " Erzähl mir von der Nacht. Von der Nacht, in der deine Familie starb." Raleria schluckte. Etwas traf sie im Rücken und der Mann zischte bedrohlich: " Sprich!" Raleria richtete ihren Oberkörper wieder auf und widerwillig erinnerte sie sich an den Abend vor so vielen Jahren. Der Abend, der mit dem Schrei ihrer Tante began: " Ich hörte einen entsetzlichen Schrei von nahe dem Haus. Als ich aus dem Fenster blickte, sah ich grünes Feuer an einer Stelle nahe unseres Hauses. Dann schritt er aus dem Wald. Er war gehüllt in dunkle Gewänder und man konnte ihn nicht erkennen. Mein Großvater und meine Großmutter hatte den Schrei ebenfalls vernommen und mein Großvater nahm sich sein Schwert und eilte die Haustür hinab, während meine Großmutter zu mir ins Zimmer kam und mit mir aus dem Fenster schaute. Der dunkle Mann stand bereits im Vorgarten, als mein Großvater ihn stellte. Er redete auf den Mann ein, welcher als Antwort unter seinen Mantel griff und etwas funkelndes auf den Boden warf, sonst schwieg er. Ich konnte nicht sehen, was es war, doch mein Großvater war plötzlich wutentbrannt und stürmte auf den Mann zu. Doch das Schwert meines Onkels traf den Mann nicht. Es wurde in der Luft aufgehalten von einer Art magischen Barriere. Meine Großmutter hielt die Luft an. Ich verstand damals nicht, was da vor sich ging, doch plötzlich..."
Raleria brach ab und biss sich auf die Lippe. Sie sah die Szene vor sich, doch sie wollte es nicht in Worte fassen. " Dein Schweigen macht es nicht weniger real...", sagte der Mann, doch Raleria schwieg und rang mit ihren Gefühlen. Wieder traf sie etwas hart im Rücken. Es musste eine Art Holzstock sein.Der Schmerz brannte kurz durch ihren Körper, doch auf eine verrückte Art und Weise nahm er ihr auch die Angst vor dem Weitersprechen: " Der dunkle Mann rührte sich nicht und doch explodierte die Luft um einen Großvater herum in grünen Feuer. Es waren zwei Schreie. Der von meinem Großvater verstummte fast augenblicklich wieder. Doch der meiner Großmutter zog sich weiter durch mein Zimmer und durch die Nacht. Er sorgte dafür, dass der dunkle Mann zu uns aufblickte. Im Schein der Lichter unseres Hauses dachte ich zu erst meinen Vater zu erkennen, doch irgendwie begriff ich, dass er es nicht war. Ich kann den Mann nicht, doch der kurze Blick auf das Gesicht des Mannes ließ meine Großmutter verstummen. Er schritt durch unseren Vorgarten und wir hörten, wie die Tür sich unten öffnete. Meine Großmutter umarmte mich und und befahl mir im Zimmer zu bleiben. Dann eilte sie aus dem Raum und schloss die Tür hinter sich. Ich hörte ihre Stimme und die junge Stimme des Mannes, doch konnte ich ihre Worte nicht verstehen. Dann..."
Wieder brach Raleria ab. Die Augenbinde war eine brutale Maßnahme, dass wurde ihr nun klar. Die Finsternis ihrer Augen machte die Bilder um so deutlicher in ihrem Geist. Wieder traf sie der Stock hart. Diesmal am rechten Oberarm. Es bedurfte keiner weiteren Worte. Mit zitternder Stimme sprach Raleria weiter: " Der Schrei meiner Großmutter war deutlich durch die Tür zu hören und auch das anschließende Poltern. Dann öffnete sich die Tür zu meinem Zimmer. Da stand er vor mir. Der Mann, welcher meinem Vater so sehr glich. Er betrachtete mich stumm und die Finsternis in seinen Augen sorgte dafür, dass mein Körper wie gelähmt war. Er schritt auf mich zu und streckte seine Hand nach mir aus. Dann packte er meine Hand und zog mich mit sich."
Die Schritte des um sie kreisenden Jägers hielten kurz an. Raleria erwartete den nächsten Schlag, doch er blieb aus und bevor er verspätet doch noch eintreffen sollte, began sie weiter zu sprechen: " Wir verließen den Raum und schritten die Treppe hinab. Hinter uns begannen die Wände grün zu brennen und schnell verschlangen sie mein Zuhause. Am Fuß der Treppe...dort lag meine Großmutter in ihrem eigenen Blut. Ich wollte nach ihr greifen, doch der Mann zog mich weiter und hinaus aus dem Gebäude. Vorbei an dem...an dem was einst mein Großvater gewesen war und vorbei an dem glänzenden Gegenstand, welcher sich als Dolch meiner Tante herausstellte. Am Waldrand blieben wir stehen und der Mann schaute zu, wie mein Zuhause von den grünen Flammen verschlungen wurde. Ich konnte meinen Blick ebenfalls nicht abwenden. Wie gelähmt in einem Traum stand ich da. Dann riss uns ein Zauber weg von diesem Ort..."
Raleria atmete tief durch und erst jetzt merkte sie, wie nass die Binde geworden war. Hatte sie geweint, ohne es zu merken? Der Jäger hatte seinen Kreise um sie herum wieder angefangen zu ziehen, als er mit bedächtiger Stimme sprach: " Dieser Mann war dein Onkel, der Bote?" Raleria biss sich auf die Lippe und nickte kurz. Der Jäger machte ein paar weitere Schritte: " Du warst ein Kind. Hilflos gegenüber den Mächten, die deine Familie in den Tod rissen." Erneut nickte Raleria stumm und dem Jäger schien es zu genügen: " Doch du bist kein Kind mehr. Warum hast du ihn nicht früher getötet? Warum hast du am Rande des Vulkans gezögert, als du den Seelensplitter nur hättest fallen lassen müssen?" Raleria wollte weiter schweigen. Sie hatte sich die letzten Tage oft genug selber dafür verdammt, dass sie versagt hatte. Das der Splitter immer noch existierte. Sie wollte nicht antworten, bis erneut der Stock auf ihren Körper einschlug: " Ich...ich weis es nicht. Ich war nicht bereit. Ich war...ich bin zu schwach." Sie kämpfte gegen ein schluchzen an. Der Jäger blieb vor ihr stehen: " Ja das bist du. Doch nicht nur dein Körper, sondern auch dein Geist. Du konzentriest dich nicht auf deine Stärke. Auf die Stärke, welcher der Bote dir hinterlassen hat." Raleria stockte. Sie erinnerte sich an die Ausbildung unter ihrem Onkel, doch konnte sie darin keine besondere Stärke erkennen. Zögerlich fragte sie: " Was ist das für eine Stärke, von der ihr da sprecht?" Der Jäger beugte sich zu ihr hinab und hauchte fast: " Deinen Hass..."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:32

Raleria drehte sich unruhig auf ihrem Bett hin und her. Die Worte des Dämonjägers gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie hatte ihm gegenüber darauf bestanden, dass ihr Hass groß genug war und der Jäger hatte ihr zwar zugestimmt. Doch sie hätte keine Kontrolle über ihren Hass. Das würde sie schwach machen. War dem so? War das der Grund ihres Versagens? Wenn dem so war, dann wollte sie lernen. Sie wollte ihres Hass kontrollieren und vollenden, was sie begonnen hatte.
Raleria stand auf. Die junge Elfe tastete sich an der Wand entlang bis ihre Hand den Türgriff fühlte. Sie hörte, wie sich hinter der Tür etwas regte. Ihr Herz klopfte. Bisher hatte sie überlebt, weil sie gehorcht hatte. Hatte sie versucht sich zu weigern, hatte man sie ohne zu zögern bestraft. Ralerias Hand schloss sich fest um den kalten Türgriff. Sie hatte eine Vermutung. Doch wenn sie sich irrte, wäre es das Ende. Vielleicht war es besser sich doch einfach wieder hinzulegen. Vielleicht war sie nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt freigelassen zu werden. Sie könnte nach Hause gehen. Sie könnte alles hinter sich lassen. Doch was würde dort auf sie warten? Nichts. Niemand. Ihre Instinkte hatten sie bisher hier nicht getäuscht. Nun musste sie ihnen noch einmal vertrauen. Einmal noch sich selber vertrauen.
Raleria riss die Tür nach innen hin auf und machte einen Schritt nach vorne. Sie stieß gegen etwas Großes. Es war hart, scheinbar aus Leder und roch nach Schweiß. Ein kalter Hau von oben auf wehte sie herab, als dieses etwas atmete. Raleria erstarrte. Der Dämonenjäger knurrte und die Elfe spürte Haare, die ihr Gesicht berührten. Diese Jäger war mindestens einen Kopf größer als sie. Er schien einfach da zu stehen und machte kein Anzeichen einer Angriffsbewegung. Ralerias Herz klopfte, doch mit jedem Augenblick, den sie nicht starb, kehrte Sicherheit über ihren Entschluss zurück. " Hast du Angst?", fragte der Jäger mit bekannter Stimme. Raleria hob ihren Kopf, als könnte sie ihn durch die Augenbinde ins Gesicht sehen und antwortete: " Nein. Ich habe Hass."
Der Jäger machte einen Schritt zurück und dreht sich um. Raleria spührte noch das Streifen einer seiner Schwingen an ihrer Schulter, bevor sie hörte, wie er den Gang entlang sich von ihr entfernte. Raleria stand einfach nur da. Sie hatte mit vielen gerechnet. Doch nicht damit einfach stehen gelassen zu werden. Dann hörte sie den Jäger aus einigen Metern Entfernung rufen: " Schlaf. Morgen wirst du zur Jägerin."
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:32

Raleria kniete und der heiße Wind des Schattenmondtals wehte durch ihre Haare. Die Augenbinde nahm ihr immer noch ihr Augenlicht, doch wusste sie, dass sie von zwei Dämonenjägern flankiert war. Ihr Verhörmeister stand vor ihr und sprach mit kräftiger Stimme: " Bist du bereit alles zu opfern und dein Leben der Jagd auf das Böse zu verschreiben, Raleria Dämmerflucht?" Raleria zögerte nicht. Dafür war der Entschluss zu sehr gereift und gefestigt. Sie nickte: " Ja, das bin ich." Der Jäger trat einen Schritt näher: " Dann empfange unser Geschenk und lass dein Hass deine Waffe sein." Er stand nun direkt vor ihr und hielt ihr etwas an die Stirn. Es war hart und pulsierte. Raleria kannte dieses Gefühl. So hatte sich Erendils Seelensplitter in ihrer Hand angefühlt. Der Jäger sprach weiter: " Dieser Dämon ist für deine Zwecke ausgewählt worden. Er wird dich am Anfang begeleiten und leicht stärken, bis du gelernt hast, mächtigere Dämonen zu beherrschen und zu nutzen. Bevor Raleria rührte sich nicht. Es gab nun kein Zurück mehr. Es gab nur noch die Verschmelzung und den hasserfüllten Weg der Rache.
Der Stein wurde heiß und die Hitze begann auf ihren Körper überzuspringen. Die junge Blutelfe merkte, wie eine fremde Kraft sich in ihrem Körper entfaltete und begann ihn zu verändern. Knochen und Fleisch wandelten sich. Raleria wurde auf einen Schlag schlecht und als die Schmerzen immer stärker wurden, konnte sie nicht mehr an sich halten und schrie aus voller Kehle ihren Schmerz in das Schattenmondtal hinaus. Die Hitze sprang auf ihre Augen über und als sie merkte, wie diese verbrannten, wurde sie fast Ohnmächtig. Die Kräfte des Dämons zerrissen ihren Körper, setzen ihn wieder neu zusammen. Die Kräfte des Dämons rissen auch an ihrem Geist. Ihre Gedanken wurden wirr. Mit einmal kamen all ihre Erinnerungen wieder hoch. Sie sah Bilder...ihre Mutter....der Dolch ihrer Tante am Boden vor dem Anwesen...der verbrannte Leib ihres Großvaters...der Leichnam ihrer Großmutter am Fuße der Treppe...Ralerias Geist drohte langsam in den Wahnsinn abzugleiten. Sie spürte, wie sie etwas versuchte die Kontrolle über ihren Körper zu erlangen und wie sie diesen Kampf langsam aber sicher verlor. All der Schmerz ihrer Vergangenheit wurde zu Tage gefördert. Dann tauchte ein weiteres Bild aus dem Schatten ihrer Vergangenheit auf. Sie blickte durch ihre kindlichen Augen auf das Anwesen ihrer Familie, wie es vom Höllenfeuer verschlungen wurde...ihr Blick gleitete hoch zu dem Mann, welcher ihre Hand hielt...im Schein des Feuers entdeckt sie unter einer Kapuze das Gesicht ihres Onkels...Raleria schrie auf und der Schmerz wich einem anderen Gefühl...Hass....unbändiger Hass. Dieses Gefühl erfüllte nun ihren ganzen Geist und die fremde Gewalt, die ihren Körper wollte, schien diesem Hass nicht gewachsen. Raleria kämpfte und erlang Stück für Stück die Kontrolle über ihren Körper wieder.
Dann war der Kampf um sie selbst entschieden und die Schmerzen wichen. Der Dämonenjäger rammte eine Kriegsgleve vor der jungen Elfe in den Boden. Langsam tastete ihre Hand danach und umschlossen den Griff der Waffe. Ihr ledernen Flügel schlugen einmal als Zeichen der Zustimmung. Dann blickte Raleria langsam auf zu ihrem neuen Lehrmeister. Unter ihrer Augenbinde glühten zwei Augen aus grünem Feuer...

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:33

Kapitel 12: Der Anfang vom Ende


Erendil schritt durch die Gasse von Orgrimmar. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Zwar war er seit zwei Jahren "tot", doch irgendwie bereitete es ihm Unbehagen sich völlig offen in einer Hauptstadt der Horde zu zeigen. Vor wenigen Tagen hatte er sich mit Ascas getroffen, welcher ihm erzählte, was er über den Kampf um die Höllenfeuerzitadelle in Erfahrung bringen konnte. Archimonde war endgültig gefallen, Draenor gerettet. Das waren gute Neuigkeiten. Doch anderes hatte den Hexenmeister dafür umso mehr in Sorge versetzt. Er hatte nach Anzeichen gesucht, dass die Legion ihre Invasion vorbereitete. Immer hatte sie erst einmal ein paar Steine ins Rollen gebracht, um dann die Lawine loszulassen, welche Azeroth überrollen sollte. Nun musste Erendil erfahren, dass diese Steine schon längst los gerollt waren. Nicht hier, nicht in dieser Zeit, aber die Vorbereitungen waren schon lange im Gange und er hatte sie übersehen.
Nach dem Treffen war Ascas nach Pandaria aufgebrochen, um seine Lehrmeister auf dem Gipfel der Ruhe zu informieren und sich selber auf den Krieg vorzubereiten. Erednil blieb aber bei der Horde und suchte weiter. Waren Gul´dan und sein Schattenrat schon hier? Waren sie vielleicht schon auf dem Weg zum Grabmal oder würden sie erst ein anderes Ziel bevorzugen? Dies waren nur ein Paar der Fragen, welche den Hexenmeister des Nachts durch Orgrimmar wandern ließen. Dann blieb er mitten auf dem Weg stehen. Sein Fuß stand auf einem Pergament, welches er aufhob und seinen Inhalt musterte. Mit jedem Wort, dass der Blutelf von dem Zettel ablas, verzog sich sein Gesicht mehr und mehr. Suchend tasteten seine Augen unter der Kapuze die Umgebung ab. Dann viel Erendils Blick auf einen Troll, welcher die Zettel an Personen in der Gasse verteilte.
Erendils Augen fixierten den Troll und für einen kleinen Augenblick. Die chaotischen Energien stiegen in seine Augen, welche die Farbe wechselten und sich langsam zu einem Zauber formten. Erendil ließ sich Zeit. Er wusste, dass es mit einmal erledigt sein musste. Es war dann nur eine kurze Sekunde. Eine kurzer kräftiger Knall und ein aufblitzen grünen Feuers. Dann flatterten die Zettel durch die Luft und Erendil schlenderte langsam weiter durch die Gasse. Hoffentlich waren Sylea und Shaturgal erfolgreich. Hoffentlich hatten sie zumindest schon einen ersten Kontakt zu den Personen auf der Liste herstellen können. Auf welche Weise auch immer. Zwei Stadtwachen liefen an Erendil vorbei zu dem kleinen Kreis, welcher sich um den teilweise verkohlten Leichnam des Trolls gebildet hatte. Die Zeit war abgelaufen...die Invasion begonnen...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:33


Liebste Sylea,

Erendil schritt durch Orgrimmar. Die Stadt war durch die Ereignisse der letzten Tage in eine Schockstarre gefallen. Jene Ereignisse, welche auch Erendil in ihrer Schnelligkeit und Härte überrascht hatten. Eigentlich hatte er schon längst vor gehabt Sylea zu antworten, doch die Situation ließ so banale Dinge, wie einen Brief unwichtig erscheinen. Erst jetzt formten sich Worte in dem Kopf des Blutelfen, welche er einer Antwort auf Syleas ergreifenden Brief als würdig empfand.

Verzeih meine späte Antwort auf deinen Brief. Er hat mich wirklich berührt und ich wollte ihm mit den richtigen Worten antworten. Doch leider haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen zu früh bewahrheitet. Die Ereignisse hier in Orgrimmar haben mich in ihren Bann gezogen und auch mir werden nun viele Dinge klar.

Er schritt durch die Gasse. Die meisten Gebäude und Geschäfte waren verschlossen. Manche aus Furcht ihrer Inhaber. Vor anderen Haustüren standen Kerzen und waren Blumen und Ritualgegestände abgelegt. Ihre Bewohner würden nicht mehr zurückkehren. Sie waren die ersten Opfer dieses brutalen Krieges. Ihre Körper lagen nun an der Verheerten Küste zum Fuße des Grabmals des Sargeras.

Die Wucht des Angriffs der Legion haben selbst mich überrascht und auch wenn ich eine Falle erahnt habe, so bin ich tief geschockt von der vernichtenden Wirkung, welche die Legion hat. Ich habe das Gefühl zum ersten Mal zu begreifen, welchen Mächten ich überhaupt gedient habe.

Über Erendils Kopf glitt ein Dämonenjäger durch die Luft in Richtung des neuen Lagers der Illidari. Ihre Ankunft hatte einen weiteren Tiefschlag für die Horde zur Folge, auch wenn dieser den Blutelfen nicht so sehr überraschte. Er wusste schon lange, dass Dämonen unter der Völkern Azeroths lebten und sie unterwanderten. Erendil war nun sogar ein wenig erleichtert. Doch er selber ging den Jägern erstmal aus dem Weg. Noch war er sich nicht sicher, was sie in ihm sehen würden.

Umso mehr erkenne ich nun, wie wenig Wert in vielen Dingen meines bisherigen Lebens stecken. Bei all den Reisen in den letzten 10 Jahren, stehen am Ende nur sehr wenige Dinge, die für mich heute wirklich noch einen Wert haben. Ich habe versucht viel Verantwortung für den kommenden Kampf auf dich abzuwälzen. ICh habe dich auf eine schwierige Reise ziehen lassen, ohne dir etwas konkretes mit an die Hand zugeben. Ich ließ dich unbewaffnet in den Krieg ziehen.

Erendil erreichte das Tal der Ehre. Hier liefen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Kampf. Es waren Soldaten aller Völker versammelt und wurden in die neuesten Kriegsgeräte unterwiesen. Der Hexenmeister sah vor allem viele junge Kämpfer. Die routinierten Kämpfer waren wohl größten Teils in die verheerende Niederlage verwickelt gewesen und so sah man nun vorangig alte Veteranen, welche jungen Rekruten die notwendigsten Unterweisungen gaben.

Das war nicht gerecht von mir und ich bitte dich und Shaturgal um Entschuldigung. Ich war auf mein eigenes Schicksal fixiert, ohne deine Wünsche dabei zu berücksichtigen oder zu sehen, was diese Welt braucht.

Ein Horn ertönte im Norden und weitere antworteten ihm in der ganzen Stadt. Den meisten Bewohnern war dieses Signal noch zu bekannt, hatte die Stadt doch vor wenigen Jahren erst eine Belagerung ertragen müssen. Erendil reichte ein Blick zum Himmel, um eine Bestätigung seiner Vermutung zu erhalten. Ein Schiff der Brennenden Legion schwebte am Himmel zentral über Azshara und bahnte sich seinen Weg nach Süden. " Bei den Elementen! Sie sind hier! Sie greifen das Nordtor an!", rief ein Schamane, welcher grade ein paar Wunden versorgt hatte. Sofort began sich der Schlachtzug die Gasser zum Nordtor entlang zu schlängeln, wärend am Himmel die Wyvernreiter in geschlossener Formation in Richtung Norden flogen. Erendil wurde von der sich bewegenden Masse an Soldaten mitgezogen. Der Kampflärm von vorne donnerte durch die Kluft, noch bevor der Blutelf überhaupt das Tor sah.

Ich sprach große Worte darüber, dass ich die Welt verändern will. Darüber, dass ich kein Bote mehr bin. Dabei habe ich mir nie die Frage gestellt, was ich statt dessen bin. Ich habe mich nie gefragt, was ich denn statt ein Bote sein kein. Womit habe ich mir das Recht verdient, Leute zusammeln und in einen Krieg zu führen?

Erendil passierte das Nordtor und wich nach links auf einen Hügel aus. Sein blick schweifte über das Schlachtfeld. Die Legion hatte keine Zeit verschwendet und teleportierte eine beachtliche Menge verschiedenster Dämonen nahe an die Stadt, wo der Schlachtzug mit dem Mut der Verzweiflung versuchte keinen Meter herzuschenken. Erednils Blick viel dabei auf eine kleine Gruppe Orcs, welche sich aufstellte, um eine Höllenfeuerbestie abzufangen. Sie bestand aus blutjungen Orcs und einem älteren, welche sie beschwor nicht zurückzuweichen. Erendil biss sich auf die Unterlippe. Er wusste, was nun kommen würde. Die Höllenfeuerbestie sammelte ihre innere Hitze und entlud sie in Wellen aus Teufelsfeuer, wärend sie unbeeindruckt auf den kleinen Haufen Orcs zu lief. Erendil schloss kurz die Augen, dann fixierte er die Gruppe mit seinem Bick.

Du hast mit deinen Worten recht. Es ist an mir unsere Bündnisse zu besiegeln. Ich kann mich nicht mehr verstecken. Es ist an mir die Welt von meinem Nutzen und meinem Wert zu überzeugen.

Leicht hinter Erendils Kopf tauchten vier Instabile Funken auf und einer schwebte vor Erendil. Mit einer Handbewegeung teilte sich der Funke und eine Hälfte raste der Orcsgruppe entgegen, welche wie angewurzelt dem nahenden Teufelsfeuer entgegenblickte. Als der Funke die Gruppe erreichte verwandelte er sich und wurde zu einem grellen Portal, dessen Zwillingsstück sich aus der anderen Hälfte des Funkens zu Erendils Füßen bildete. Der alte Orckommandant blickte überraschte zu Erendil, welcher ihm ein einfaches Nicken schenkte. Ins letzter Sekunde gab der Orc seinen jungen Rekruten den Befehl zum Rückzug. Einer nach dem anderen traten sie durch Erendils Portal, und landeten an der Seite des Blutelfen. Die Höllenfeuerbestie schritt unbeirrt weiter, direkt an Erendils Portal vorbei.

Es ist an mir, dass Vertrauen jener zu gewinnen, welche ich Jahre lang terrorisiert habe. Ich weis noch nicht wie, aber ich will der Welt beweisen, dass ich nicht mehr der Bote bin und doch einen Wert habe.

" Danke, Blutelf. Diese Bestien sind unbzwingbar im Nahkampf. Das ist Wahnsinn.", grunzte der Orc. Erednil schüttelte den Kopf: " Sind sie nicht. Die Höllenbestien haben nur einen begrenzten Vorrat an Teufelsfeuer. Wie ein Vulkan muss er nach kurzer Zeit wieder Feuer in sich stauen, bis er eine neue Erruption wirken kann." Der Orc blickte Erendil einen Moment an. Dann blickte er zur Bestie und fragte: " Woran erkennen wir, wann wir flüchten müssen und wann wir angreifen können?" Erendil schmunzelte leicht: " Überlasst das mir. Haltet ihr und eure Männer euch nur bereit." Der Orc nickte und erneut schloss Erendil die Augen. Als er sie diesmal öffnete, waren die Augen Schwarz und gezeichnet von einer goldenen Iris. Er sah die chaotischen Energien in der Bestie, sah, wie sie mit jeder Welle weniger wurden.

Aber vor allem, will ich eine Welt beschützen, in der du glücklich leben kannst. In der du eine Zukunft hast. Und damit werde ich hier genau jetzt beginnen.

" Noch nicht...Noch nicht...Jetzt!" Die Teufelsfeuerwellen der Höllenfeuerbestie klangen komplett ab und mit wütendem Gebrüll sprangen die kleine Gruppe Orcs erneut durch das Portal, direkt hinter die Beine des Dämons. Wilde Hiebe brachten den Dämon schnell zu Fall. Erendil benutzte nun selber das Portal, welches sich daraufhin auflöste. Die jungen Orcs blickten voller Stolz auf den erlegten Dämon, als ein Schatten über sie hinweg glitt. Der alte Kommandant und Erendil blickten auf zur Verdammniswache und der Orc murmelte: " Habt ihr dafür auch einen Plan?" Erendil lächelte und winkte die jungen Krieger zu sich: " Hört mir gut zu..."

Es mag noch ein paar Tage dauern, doch sobald ich sicher bin, dass die Verteidigung Orgrimmars standhaft bleibt, werde ich zu euch stoßen. Haltet bitte solange durch und gebt die Hoffnung nicht auf. So düster die Stunde auch sein mag, wir stehen das gemeinsam durch.

In Liebe, Erendil.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Okt 2016, 14:34

Die Nordmauer Orgrimmars war geschwärtzt und der Boden vor dem Tor durchpflügt von unzähligen Stiefeln und Hufen. Wieder trat ein Legionsschiff den Rückzug an. Wieder war die Stadt nicht gefallen. Erendil atmete tief durch. Er hatte sich in diesem Kampf nicht hervorgetan. Er hatte lediglich unterstützt. Er hatte den erneuten Sieg nicht entschieden, aber ein klein wenig dazu beigtragen. Zufrieden ließ er sich auf den nackten Boden fallen. Sein Blick suchte das Schlachtfeld ab. Wie immer war sein Geist dabei die Lage zu erfassen und die richtige Reaktion auf diese zu berechnen. Es war klar, sie hatten wieder gewonnen. Doch es war auch klar, die Legion würde wieder kommen. Und wieder under wieder. Die Verteidigungsreihen standen stabiler von Mal zu Mal. Immer mehr tapfere Helden trafen ein. Gerüchte machten die Runde. Die verschiedenen kleineren Fraktionen und Anführer von einzellnen Klassen hatten Dialoge aufgenommen. Man würde sich hier und dort treffen. Die Paladine, die Magier, die Priester...sogar die Hexenmeister. Ascas war auch schon auf dem Weg zu einer Versammlung der Mönche auf der Wandernden Insel. Azeroth war während des Kriegs auf Draenor in eine Art Winterschlaf gefallen und nun began es zu erwachen. Die Welt war in Bewegung und zwar überall. Azeroth hielt Stand. Doch mehr halt auch nicht. Bei all diesen Bemühungen war es nur ein Standhalten. Dieser Krieg konnte nur an einem Ort beendet werden, dass war Erendil und wohl auch manch anderem klar.
Der Blutelf erhob sich und klopfte sich den Schlachtenstaub von den Kleidern. Er verließ das Schlachtfeld und ging zurück in die Stadt. Er würde noch einen Moment hinter den Mauern hier ruhen. Dann würde er Orgrimmar hinter sich lassen. Die Stadt lag nun mehr und mehr in guten Händen. Der Hochfürst wusste, was er tat. Vom Gasthaus her würde Erendil noch einen Brief an Sylea aufsetzen. Keine ausschweifenden Worte. Kein Lagebericht. Keine Geschichtsstunde. Eine einfache Nachricht würde alles auf einmal sagen, was es zu sagen gab und sogar noch viel mehr:

"Ich komme"
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 01 Nov 2016, 18:35

Erendil wanderte durch die Ruinen von Lordaeron. Er brauchte den Spaziergang nach diesem Treffen. Nicht dass es schlecht gelaufen, im Gegenteil. Magrid, Eleyah und die Komtess waren überraschend freundlich und aufgeschlossen gewesen. Es war nahe zu kein Problem gewesen, ihrer aller Interessen unter einen Hut zu bekommen. Hatte die Legion sie alle so hart getroffen? Oder waren sie tatsächlich im Laufe der Jahre alle so gereift, sogar Magrid? Sie hatten die letzten Jahre alle auf den unterschiedlichsten Seiten miteinander und gegeneinander gekämpft. Vielleicht hatten diese ständigen Auseinandersetzungen jeden von ihnen reifen lassen. Vielleicht lag genau darin ihre Stärke. Sie kannten sich alle. Sie kannten die Fähigkeiten der anderen. Sie kannten die Zielstrebigkeit. Sie kannten die Notwendigkeit. Und so würden sie sich nun das nächste Mal in Dalaran sehen...als Verbündete.
Obwohl dies alles im allen gute Nachrichten waren, so brachten sie auch einen Schatten mit sich...ein unbehagliches Gefühl. Auf diesem Bündnis lasteten nun die Wünsche und Ziele aller beteiligten. Beim Rat des Bösen oder dem Konzil war ihm persönlich das völlig egal gewesen. Doch nun wusste er, dass es eben diese Ziele waren, die sie durch den Kampf gegen die Legion tragen würde und er würde sie alle tragen müssen. Das und die Tatsache der baldigen Rückkehr zum Grabmal machten den Blutelfen nervös. Da passte es ihm nur zu gut, vor der Abreise noch einmal in die verlassenen Weiten dieser Welt hinausziehen zu können. Er würde sich mit Nakmur treffen, seinem ältesten noch existierenden Verbündeten. Um diesen Bund zu ehren hatte Erendil die Ruinen von Ahn´quraj als Treffpunkt gewählt. Dieser Ort, an dem er Nakmur auf eine verhängsvolle Reise geschickt hatte. Der ORt, an dem er Nakmur zurück ins Leben holen ließ. Es war ein Ort der den Anfang von vielen Reisen für ihn und andere gewesen war. Nun würde er auch zu diesem Anfang gehören. Zum Anfang vom Ende...

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:16

Zwischenspiel 2: Aufbruch

Daralion zog die Kapuze tiefer in sein Gesicht und blickte hinaus über den Rand von Krasus Landeplatz. Die Mauer war an dieser Stelle eingestürzt, als Dalaran über dem Karazhan von Legions Schiffen belagert worden war. Vergnügt dachte Daralion daran zurück. Die Legion war äußert gut vorbereitet auf diesen Krieg. Und spätestens bei diesem Anbilck auf das GRabmal des Sargeras hatte sie nun Daralions völlige Aufmerksamkeit. Vielleicht hatte er tatsächlich die ganze Zeit auf der falschen Seite gestanden. Zumindest die ersten GErüchte über Ereignisse hier auf den Verheerten Inseln waren viel versprechend. Wenn die Legion selbst einen Vyrkul als Verbündeten begrüßten, dann würden sie einen gestandenen Blutelfen sicherlich mit offenen Armen empfangen und ihm alles geben, was er wollte. Es gab nur ein Problem. Wie sollte er sich der Legion nähern, ohne von ihr zerfleischt zu werden? Nein, das Grabmal musste warten. Er musste ein wenig Aufmerksamkeit erregen. Dieser selbsternannte Gottkönig wäre dafür sicherlich ein guter Anfang. Ein Sprungbrett auf die nächste Ebene. So wandte sich Daralion, der gefallene Leh`Nister, erst einmal vom Grabmal ab und buchte seinen Flug nach Sturmheim...

***

Raleria ging keuchend zu Boden. Wieder hatte sie einen Schlag in den Magen einstecken müssen. So ambitioniert sie auch am Anfang war, dieses Training hier im Schattenhochland war hart und ihr Meister absolut gnadenlos. Langsam zog sich die junge Blutelfe an ihrer Übungsgleve hoch. Wenigstens hatte sie sich an ihre neuen "Augen" relativ schnell gewöhnt. Auch die Teufelsenergie bildete langsam feine Muster auf ihrem Körper. Ein gutes Zeichen, hatte ihr ihr Meister versichert. Jener Meister, der abgeklärt und aufrecht vor ihr stand und sie bi an ihre Grenzen trieb. Die Blutelfe spuckte auf den Boden und machte sich für einen neuen Schlagabtauch bereit. Sie war bereit noch mehr Schmerzen zu erdulden, wenn es sie ihrem Ziel näher brachte.
Doch ihr Training wurde unterbrochen, als ein anderer Jäger sich ihnen näherte und ihrem Meister etwas zuflüsterte. Die beiden murtmelten etwas. Raleria war es recht und sie nutzte die Unterbrechung, um Luft zuholen. Dann wendete sich ihr Meister an sie: " Du hast Glück. Du wirst heute keine weiteren Scläge ertragen müssen. Geh und pack deine Sachen." Raleria war verwirrt: " Was ist geschehen, Meister?" " Die Brennende Legion hat eine Invasion begonnen und ist dabei Aeroth einzunehmen. Aus diesem Grund hat man wohl unsere Brüder und Schwester freigelassen und sie rufen uns nun zu den Verheerten Inseln. Du wirst nun vom Krieg lernen, Raleria."
Das Herz der Elfe pochte von einen auf den anderen Moment. Krieg gegen die Legion? Zweifelnd blickte die Jägerin die stumpfe Übungsgleve an. Ihr meister lächelte finster:
" Sei standhaft. Beweise dich in diesem Krieg und du erhälst das hier als Belohnung." Er hielt ihr etwas leuchtendes vor die Nase. Erst war Raleria verwirrt, dann fokusiert auf Erendils Seelensplitter. Sie durfte nicht zweifeln. Ihr Hass würde sie nicht verlassen, egal wie stark der Feind war. Raleria nickte entschlossen. Ihr Meister hingegen zufrieden und verstaute den Seelensplitter wieder, bevor er dem anderen Jäger zu bellte: " Bereite alles für die Abreise nach Dalaran vor."

***

Assabad laß die Schriftrolle und warf sie dann in den Kamin des Rattenlochs. Es war ein gutes Gefühl wieder hier in Dalaran zu sein. Von hier aus war er damals aufgebrochen zu einer Reise, welche ihm auf vielen Umwegen über die Drachenaspekte und die Horde zum Orden der Schattenhaften Erlösung gebracht hatte. Innerlich schloss sich nun für ihn ein weiterer Kreis und Zuldaras Prophezeiung schallte wieder durch seinen Kopf. Dieser Krieg, er würde wohl sein letzter sein. Doch nicht diese Aufgabe wie ihm schien. Der Verlassene blickte auf das zerfallende Pergament. Diplomatie...selbst der Schatten hielt ihn wohl für alt. Der Krieger seufzte. Ob er wenigstens noch einmal sein Schwert schwingen durfte, bevor er zu seiner Frau ging? Nun ja, immerhin war der Hochberg legendär und es gab sicherlich unangenehmere Gesellschaft als Tauren. Was konnte schon so schwer daran sein, diese Stämme zu vereinen?

***

Ascas stand in schwarzen Gewändern im Stabwald der Wandernden Insel und rang mit seiner inneren Harmonie. Grade war die Trauerfeier für beendet erklärt worden, da hatte ihn die Nachricht erreicht. Nicht nur, dass die Legion seine neue Heimat brutal angegriffen und den Gipfel der Ruhe verwüstet hatte, nein, sein Lehrmeister, sein bester Freund Sheng war nun also nicht mehr am Leben. Eine Leere tat sich auf. Eine Leere, welche er mit dem Volk Pandarias nun teilte. Viele hatten Freunde hier verloren. Die Legion hatte nicht unterschieden zwischen Kindern, Männern, Frauen oder Alten. Selbst der Großmeister war gefallen, wenn er auch damit alle gerettet hatte. Ascas schloss die Augen. Wie hatte der Großmeister nur bei dem ganzen Leid um sie herum solch Harmonie wahren können? Harmonie, die stark genug gewesen war, um das Portal der Legion zu schließen. Harmonie, stark genug, um Chaosenergie versiegen zu lassen. Es schien so, als würden die Pandaren immer ihre größten Kräfte entfalten, wenn es darum ging andere mit ihrem Lebenshauch zu beschützen. Shaohao, der Großmeister...Sheng. Der Zenit ihrer Harmonie bestand in der Weisheit andere zu beschützen. Damit diese wiederrum lernen konnten, dieses größte aller Kräfte zu erlangen. Ascas öffnete die Augen und kam nicht umher zu merken, dass diese ungewollt feucht geworden waren. Er hatte schon viel gelernt. Doch an dieser Aufgabe war er bisher immer gescheitert. Er hatte seine Freunde und seine Familie nie beschützen können. Das war schon immer seine Schwachstelle gewesen. Deshalb hatte die Botschaft überhaupt erst Zugang zu ihm erhalten. Doch er hatte hart gearbeitet, um diese Schwäche abzulegen. Um jemand zu werden, der die Beschützen konnte, die ihm nahe waren. Und nun, wo so viele gefallen waren, war es an ihm das zu beweisen.
Hinter dem Mönch sammelte sich Schattenenergie und ein kleiner Leerwandler formte sich daraus. Ascas schmunzelte nun leicht und nahm eine Zigarre aus dem Beitel an seinem Gürtel. Scheinbar hatte Erendil auch schon alles nötige dafür vorbereitet...

***

Erendil raste durch die Lüfte und Orgrimmar entgegen. Das Treffen mit Nakmur hatte ihn auf eine Weise befreit. Er hatte nun nicht mehr das Gefühl irgendwen zurückzulassen. Auf der anderen Seite, hatte es ihn auch nachdenklich gestimmt. Die Frage nach dem, was nach diesem Krieg kommen soll. Zwar hatte Erendil schon darüber nachgedacht und auch mit Sylea gesprochen. Und natürlich war grade er es immer gewesen, der weit vorraus plante. Doch dieses Mal sah es irgendwie anders aus. Seine Vorstellungen einer Zukunft waren immer in seinem Kopf gewesen, doch noch nie hatte er sie so offen ausgesprochen. Nie zuvor hatte er es wirklich offen gesagt. Diese Reise würde auf die ein oder andere Weise seine letzte Reise werden. Egal ob er sterben würde oder nicht. Er würde sich zurückziehen. Er würde wirklich zum Schatten werden und zu einem Wächter. Worüber er wachen würde, dass würde diese letzte Reise entscheiden. Welche Träume und Ziele waren es wert mit aller Macht verteidigt zu werden. Auf seinem Weg zur Vernichtung der Botschaft würde er es erfahren...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:17

Kapitel 13: Dalaran Teil 1 - Zusammenkünfte und ein Hauch von Schicksal


Erendil blickte dem Hochschamanen hinterher. Dann blickte er hoch zu der Statue und musste lächeln. Diesen Abend hatten sie sich sicher alle anders vorgestellt, vorallem Erendil selbst. Es sollte die große Ankunft werden, der Beginn des großen epischen Kampfes. Er hatte ihnen allen extra eine Nachricht zukommen lassen, dass er heute mit Sylea eintrifft. Und dann waren sie durchs Portal gegangen, welches Sylea extra vorab zu öffnen gelernt hatte. Sie fanden sich tatsächlich in Dalaran wieder. Sie schwebte über den Verheerten Inseln und es konnte alles beginnen. Doch dann spürte Erendil diese Kraft. Instinkitv ging er zu Krasus Landeplatz und von einem Punkt, wo die Stadtmauer durchbrochen war, konnte er es sehen. Der Anblick des Grabmal des Sargeras löste etwas in ihm aus. Das hatten er und Sylea auch befürchtet. Doch es war nicht die Botschaft, welche sich gemeldet hatte. Es waren seine eigenen Ängste und Zweifel. Der Anblick des Grabmals und zu wissen, welche schreckliche Kraft in ihm begraben lag, Wie hatte er nur glauben können, mit ein paar Mann hier etwas zu erreichen? Wie hatte er glauben nur glauben können, dass hier irgendwer was erreichen kann, außer besonders qualvoll zu sterben? Der Verzweiflung ergeben, ließ er Sylea und den grade ankommenden Shaturgal zurück und wollte aufgeben.
Er zog sich zurück zum Denkmal des Antonidas und kam ins Grübeln. Natürlich wurde ihm sofort klar, wie er sie enttäuscht haben musste...grade er. Doch gleicheitig waren es andere Gedanken, die sich in den Vordergrund schoben. Wie hatten sie das die ganze Zeit gemacht? Magrid, Selene, Shaturgal und all die anderen. Er hatte sie als Bote mehrfach herausgefordert. Er hatte sie bedroht. Er hatte alle die ihnen nahestanden bedroht. Sie hatten stets so wenig Aussicht auf Erfolg und hingegen stets so viel zu verlieren gehabt. Woher hatten sie die Kraft und vor allem den Mut genommen, sich trotzdem dem Kampf zu stellen, anstatt wegzulaufen? Es war so absurt, dass er erst jetzt wirklich damit auseinandersetzte. Die Botschaft hatte ihm zwar die Abläufe erklärt, doch er hatte sie nie so deutlich hinterfragt.
In diesem Augenblick kam Shaturgal zu ihm. Der alte Orc machte ihm keine Vorwürfe. Er umsorgte ihn nicht. Er war einfach nur da und antwortete auf Erednils Fragen. Er erklärte ihm, warum man für andere kämpfen muss. Er erklärte ihm, warum man für sich selber kämpfen muss. Und er erklärte ihm, warum bei all dem die Stärke des Feindes eigentlich keine Rolle spielt, sondern es einfach darum geht nicht aufzugeben. Erendil war nicht rechtlos überzeugt, als der Hochschamene gehen wollte. Da waren immer noch Zweifel und Ängste. Doch dann kam diese einfache Geste. Der Klapps mit der Faust gegen die Schulter des Blutelfen und das Versprechen da zu sein, wenn er Angst hätte, Zeifel oder Probleme. Da hatten sie gestanden, der böse Elf und der alte Hochschamane. Nein, der Junge und der Weise. Es musste nicht immer alles groß und epischen sein. Manchmal mussten man einfach nur sein und konnte mehr bewegen, als alle großen Streitkräfte dieser Welt zusammen und stärker als eine Legion...

***

Ascas blickte Sylea hinterher. Das fing ja schon gut an. Erst brach Erendil scheinbar unter der Last ihrer Bürde zusammen. Dann bezichtigte Sylea ihn des Verrats und das auf sehr direkte Weise. Ascas versuchte sie vom Gegenteil zu überzeugen, ohne zu eindringlich zu werden und er glaubte auch, ihr zumindest ein wenig die Dinge klar gemacht zu haben und einerseits schätzte er ihre Ehrlichkeit. Aber solche Dinge konnten Gruppen auseinanderbrechen lassen und grade sie gehörte zu jenen, die mit solchen Verdächtigungen vorsichtig sein sollten. Sicherlich versuchte sie nur Erendil zu beschützen. Doch Ascas hegte leichte Zweifel daran, dass sie wusste, mit welcher Familie sie sich eingelassen hatte. Nun musste Ascas sogar schmunzeln. Erinnerungen an Salandria kamen wieder. Auch sie war mit der Zielstrebigkeit der Familie Dämmerflucht nicht klargekommen. und auch wenn es zuletzt andere umstände waren, so nahm es kein gutes Ende.
Ascas blickte runter auf das Grabmal. Es herrschte nun Krieg. Sie waren alle Teil davon. Und auch Raleria war es. Sylea hatte nicht ganz Unrecht. Er würde seine Tochter auf jeden Fall retten. Doch die Rettung konnte in diesem Fall vielseitig sein und würde nicht auf Kosten von Erendils Leben gehen.
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:17

Asildur ließ seine Knochen knacken. War es richtig gewesen Eleyah von der Sichtung Daraions zu berichten? Mit Sicherheit. War es richtig dies ohne Erlaubnis des Schattens zu machen? Nun ja...wohl eher nicht. Doch es wurmte den Verlassenen. Nicht viel konnte ihn aus seiner Ruhe bringen, die ihn zu einem erfolgreichen Schützen gemacht hatte. Doch dass dieser Leh`Nister aus dem Immersang unter seinen sonst so wachsamen Augen entkommen war, dass beschäftigte ihn doch sehr und am liebsten hätte er sich selber auf die Jagd gemacht. Doch der Schatten wollte die Ordensmitgleider erst einmal gesammelt halten und die Entscheidung der Gruppe abwarten. Er wollte die Kräfte bestmöglichst verteilen. Es gab keine Sicherheit, dass Eleyah sich um Daralion kümmern würde. Doch er hatte das Gefühl, dass auch Eleyah gerne noch eine Rechnung begleichen wollte. Oder zumindest, dass sie Umstände berichtigen wollte, die sie persönlich als unerträglich empfand.

***

Erendil suchte sich dem Weg zum Schneider. Ob sein Arbeitsauftrag schon erfüllt war. Er hatte das Bedürfnis nach einer bestimmten Kleidung gehabt. Und eine gute Kampfkleidung würde er brauchen, wie er bei dem Gespräch festgestellt hatte. Sylea und er hatten sich von Selene die neuesten Informationen geben lassen. So erfuhren sie von den Plänen der Kirin´Tor, alte Titanenartefakte, die Säulen der Schöpfung, zusammenzutragen und gegen das Portal einzusetzen. Scheinbar war ein Großteil der Streiter auf den Inseln auf der Suche danach, wärend sich die Standartstreitkräfte versuchten in Scharmützeln die Stellungen gegen die Legion und ihre Diener zu halten. Überall gab es Aufgaben. Überall gab es wichtige Dinge zu erledigen. Es würde keine leichte Aufgabe für die Gruppe werden ein gemeinsames erstes Ziel auszumachen, doch schon morgen würde eine Entscheidung fallen. Hoffentlich mit Magrid zusammen, welche sich zwar gemeldet hatte, aber noch nicht erschienen war. Das Reich Suramar, in dem sie sich wohl grade aufhielt, war Selenes Berichten nach in einer sehr komplizierten Situation, welche sie alle noch beschäftigen würde. Magrid schien sehr an dem Schicksal des Reichs zuhängen. Sie würde mit Sicherheit in Suramar bleiben, egal, wo die Gruppe hinzog. Doch sie würde nicht alleine dort bleiben. Es war Zeit eine KArte aus dem Ärmel zu spielen. Die Frage war nur welche...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:17

Die Entscheidung war gefallen. Das erste Ziel der Gruppe war Sturmheim. Eleyah würde vorgehen und alles vorbereiten. Die anderen würden folgen. Es war Eleyahs Bericht und ihr Anliegen gewesen das die Gruppe sich dort als erstes ins Getümmel mischt. Erendil hatte mit einer anderen Wahl gerechnet, doch die vorgelegten Gründe waren schlüssig. Horde und Allianz versuchten beide dort Fuß zu fassen mit ihren größten Heer, was momentan von diesen Fraktionen an die Front geschickt wurde. Außerdem schien die Legion über die Vyrkul wohl zu versuchen das Land unter Kontrolle zu bringen. Erendil erkannte die Logik hinter dem Plan der Vyrkul. Er kannte die Legende der Hallen der Tapferkeit und war wärend seiner Zeit auf den Verherrten Inseln ausdrücklich vor Odyn und seinen Valajar gewarnt worden. Würden die Dinge in den Sturmgipfeln geregelt werden, so würden bald im günstigsten Falle gleich drei Heere von Osten her auf Suramar zu marschieren. Doch Sturmheim barg noch eine andere Legende, welche Erendil schon immer fasziniert hatte und welche aus privaten Gründen erneut in seinen Fokus gerückt war. Die Legende von Helya und einem Tor die die Schattenlande. Ein Tor in das Reich der Toten.
Jetzt wo das Ziel benannt war, musste auf einmal noch viel erledigt werden. Das es ausgerechnet jetzt zu...Unstimmigkeiten zwischen ihm und Sylea gekommen war, war mehr als ärgelich. Erednil wusste noch nicht, wie er damit umgehen sollte. Konnte er noch auf die schnelle eine Lösung finden? Konnte er überhaupt jetzt sich auf sowas konzentrieren? Es würde wohl eine lange Nacht werden...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:17

Erendil streckte sich. Er war etwas müde, doch beruhigt. Magrid war wohlauf. Doch ihre Berichte aus Suramar waren nicht so erfreulich. Sie waren sich beide sicher, dass Suramar einem direkten Schritt auf das Grabmal zu im Wege stand. Doch die Situation dort war kompliziert und auch Magrid schien zwar an sich ihre Ansätze gefunden zu haben, doch noch keinen Zugriff auf die Situation zu haben. Sie brauchte Unterstützung.
Interessanter Weise hatte Magrid ihm auch unbewusst aufgezeigt, wer dafür am besten wäre. Eigentlich hatte Erendil schon fast den Arkanisten des Ordens gerufen. Doch nun war klar, dass es jemanden mit anderen Fähigkeiten brauchte. Vor allem brauchte es aber auch jemanden, den Magrid kannte. Obwohl sie sich vorher nicht dazu geäußert hatte, so hatte sie nun klar ausgedrückt, dass trotz des Bündnisses, die Angelegenheiten zwischen ihnen noch nicht geregelt waren. Vertrauen konnte wohl nicht aus dem Nichts entstehen und Erendil nahm es ihr auch nicht übel. Auch nicht ihre Warnungen bezüglich Zeitbomben innerhalb der Gruppe. Die Tatsache, dass sie sich ehrlicher Weise selbst als solch eine sah, zeigte, dass es kein böse Absicht dahinter stand sondern aufrichtige Sorge. Erendil würde wachsamer sein, doch ohne die direkte Art von anderen zu übernehmen. Die Gruppe würde bestehen bleiben, egal was kommt.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:18

Raleria saß an der Theke des Zauberkastens. In ihren Händen ließ sie das verdorrte Stück Holz kreisen. Dämonen waren seltsam und unberechenbar. Doch vor allem waren sie interessant. Sie war grade mit ihren Trupp zu den anderen Illidari in Dalaran aufgestoßen, als ein Bote mit diesem Stück Holz kam. Es wurde wohl an der Küste von Azsuna angespühlt, nahe der Front, welche die Dämonjäger dort gegen die Legion aufgebaut hatten. Eigentlich wollte sich ihr Trupp den Fronteinheiten anschließen, doch nach kurzer Beratung, wurde entschieden, dass sie sich nach Val´sharah begeben, um die dämonische Energie, welche dem Holz inne wohnte zu ergründen. Ihr als Frischling, wrde das Stück zur Aufbewahrung gegeben. Raleria betrachtete das Holz, Für die Personen neben ihr an der Theke war es einfach nur ein vertrocknetes Stück Holz. Doch ihre Augen sahen mehr. Es war komplexe Magie...Teufelsmagie aber doch anders....faszinierender. Die junge Blutelfe stand auf. Bei Sonnenuntergang würden sie aufbrechen. Val´sharah...die Geschichten über diesen Ort klangen unspektakulär und ihrem persönlichen Ziel nicht dienlich. Doch scheinbar verbarg sich etwas an diesem Ort. Etwas gefährliches, was langsam offenbart wurde. Und selbst wenn es eine ruhige Reise werden würde. So käme sie dem Seelensplitter wieder einen Schritt näher.
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 11 Dez 2016, 16:36

Raleria glitt mit den ihrem Trupp durch die Lüfte langsam der Grenze von Val´sharah entgegen. Sie hatte es nicht erwarten können Dalaran zu verlassen, nachdem sie mitten im Zauberkasten auf Sylea getroffen war. Sie hatte also den Anschlag damals überlebt. Doch noch mehr, sie hatte ihr mehr oder weniger bestätigt, dass Erendil auch hier war. Nun hatte Raleria kaum noch Zeit. Ihr Fähigkeiten als Dämonenjägerin mussten schneller reifen, damit sie aus der drohenden Begegnung als Siegerin hervorgehen konnte. Erstmal hoffte sie sich Zeit erkauft zu haben. Sylea schien durchaus gemerkt zu haben, dass Raleria als Mitglied der Illidari kein leichtes Ziel werden würde. Sie würden sicher nicht leichtsinnig ihr nach Val´Sharah folgen. Die junge Dämonenjägerin hoffte nur, dass die dortige Suche erfolgreich sein würde. Die Kräfte, welche dort wohl am Werk waren, konnten ein Schlüssel sein zur Rache sein. Etwas, was die Dämonenjäger nicht kannten. Da war die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die Boten auf diese nicht vorbereitet waren. Instinktiv griff Raleria im Gleitflug in ihre Tasche und im gleichen Augenblick zof sich ihr Magen zusammen. Das Stück Holz war weg. Sie musste es im Zauberkasten liegen gelassen haben. Die Dämonjägerin verfluchte sich gleich aus mehreren Gründen. Zum einen hatte sie Sylea vielleicht einen Hinweis auf ihr Ziel hinterlassen. Zum anderen würde ihr Meister wohl nicht erfreut über das Beweisstück zur Existenz der gesuchten Macht sein. Hoffentlich fanden sie Val´Sharah schnell eine Spur. Die Illidari hatten nicht viel übrig, für Misserfolg einzellner...

***

Ascas bahnte sich seinen Weg zum Flugmeister. Syleas Bericht über Ralerias Anwesenheit und Verwandlung zu einer Illidari hatten ihn einerseits aufgewühlt, andererseits auch fokusiert. Er wusste, dass die anderen nach Sturmheim reisen wollten. Das gab ihm die Zeit für einen Versuch, die Dinge mit seiner Tochter selber zu regeln. Mit dem Holzstück hatte er nicht viel anfangen können. Doch das war egal. Zum ersten Mal seit Jahren wusste er, wo er seine Tochter finden würde und diese Chance würde er um nichts in der Welt verstreichen lassen...

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 29 Jan 2017, 15:47


Kaptiel 14: Azsuna Teil1 - Das Schicksal von Herrschern

Renar hatte sich am Strand absetzen lassen. Von hier aus würde er sich nach Suramar durchschlagen. Der Schatten hatte ihm eine klare Aufgabe zu gewiesen und der Elf war dankbar gewesen dafür. Seit dem Sturz der Leh`Nister hatte er versucht sich in die Gesellschaft einzugliedern. Doch er war antriebslos gewesen. Es fehlte ein Sinn in seinem Sein. Nun hatte er wieder eine Aufgabe und sie war nicht leicht. Er hätte versuchen können einen direkten Weg nach Suramar zu nehmen. Doch er kannt das Land nicht. Er kannte die Bevölkerung nicht. Und was an Informationen über die Legion und die Nachtgeborenen vor lag, das klang nicht danach, als sollte man unbedacht in dieses Landreisen. So würde Renar sich also eine sichere Stelle in den westlichen Ländern suchen, um ungesehen nach Suramar zu gelangen.
Renar suchte den Strand ab und fand eine alte Straße. Einst war sie von hervorrangender Qualität wohl gewesen. Doch nun war sie an vielen Stellen unterbrochen oder abgesakt. Sie führte nach Nordosten. Das war genau seine Richtung. Im Schein der Mittagsonne sah er in etwas Entfernung eine größere Ansammlung von Gebäuden. Dort würde er vielleicht Einwohner dieses Landes finden, die ihm mit Informationen dienlich sein konnten. Oder zumindest einen Ort, wo er die Nacht in Sicherheit verbringen konnte. Es würde ein strammer Marsch die nächsten Tage. Doch Magrid brauchte seine Unterstützung. Und er würde eine alte Weggefährtin nicht im Stich lassen...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 29 Jan 2017, 15:48

Leise schlich er an den verfallenen Mauern entlang. Es war ein wohl eins ein gigantischer Bau gewesen, welchen Renar kurz nach Sonnenuntergang erreicht hatte. Hier ließ sich die einstige Pracht der Elfenkultur erkennen, welche auch zu gewissen Teilen mit der von Quel´Thalas verbunden war. Eine Pracht, an welche die Blutelfen seit je her anknüpfen wollten. Der junge Blutelf fand eine Öffnung in der Mauer und trat in das Gebäude. Es musste einen wissenschaftlichen oder religiösen Zweck einst erfüllt haben. Doch wenn man die Ausmaße und die Kräfte bedachte, welche notwendig gewesen waren, um dies alles hier zu schaffen, so fragte man sich unweigerlich, wie konnte solch ein Imperium untergegangen sein?
Das Mondlicht viel durch eine Öffnung, wo einst ein Fenster gewesen sein musste auf einen Durchgang in ein Nebenzimmer. Renar war sich mittlerweile sicher, dass die Ruinen völlig verlassen waren. Hier konnte er also ungestört die Nacht verbringen, bevor er morgen entlang des Flusses nach einem Übergang nach Suramar suchte. Er betrat das Nebenzimmer. Es schien sich um eine Schreibstube zuhandeln. Dich verstaubte Regale und Schreibtische standen überall an den Wänden. Renar nahm eine kleine Kristallkugel aus seinem Rucksack und schüttelte sie kurz. Sofort strahlte die Kugel ein gedämpftes Licht aus. Die Regale waren voll mit Büchern. Sie mussten einst mit Magie geschaffen worden sein, sonst hätten sie die Zeit wohl nicht überstanden. Langsam schritt der Blutelf an den Bücher vorbei und studierte die Titel, welche zwar in einem alten elfischen Dialekt aber noch einigermaßen verständlich waren. Es schien sich um die Chroniken Azsunas und Suramars zu handeln.
Nun packte Renar doch die Neugierde nach dem Schicksal dieses Ortes. Er suchte die Regale ab doch es war schwer für ihn, die Titel zeitlich einzuordnen. Dann fiel sein Blick auf einen der Schreibtische. Dort lag ein Buch aufgeschlagen. Das merkwürdige war, dass es der einzige Gegenstand war, der nicht verstaubt zu sein schien. Langsam näherte sich Renar dem Schreibtisch. Sein geübter Blick viel auf den Stuhl und den Boden, auf welchem er stand. Während Stuhl selber unter einen dicken Staub und Dreckschicht litt, ließen sich auf dem Boden Spuren der Stuhlbeine erkennen. Jemand muss die letzten Tage noch hier gewesen sein. Renar blickte in das Buch und erkannte auf den ersten Blick, dass es sich um ein Tagebuch handelte. Und seine Vermutung bestätigte sich nicht. Das letzte eingetragene Datum schien noch vor der Zerschlagung zu liegen. Instinktiv blickte Renar sich jedoch noch einmal um, doch es war absolut still. Der Blutelf schloss das Buch und musterte den Titel: " Die Tage nach Farondis Verrat".
Renar zog sich den Stuhl heran und setzte sich. Grade wollte er beginnen zu lesen, da blitzte etwas hinter ihm auf und eine weitere Lichtquelle befand sich im Raum. Der Blutelf zog seine Langdolche und wirbelte herum, wobei der Stuhl scheppernd zu Boden fiel. " Ihr habt kein Recht hier zu sein!", ermahnte ihn die junge Stimme der geisterhaften Elfe, welche halbtransparent nur wenige Meter von ihm entfernt stand.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 29 Jan 2017, 15:48

" Glaubt ihr wirklich, mich mit euren Waffen verletzen zu können?", fragte die geisterhafte Frau mit skeptischen Blick. Renar zögerte einen Augenblick und ließ die Dolche sinken. Er musterte die Elfe. Sie körperlich schien sie zu den Nachtelfen einst gehört zu haben. Doch ihr Auftreten war eindeutig näher an den Blutelfen. " Wer seid ihr?", fragte der junge Elfe frei raus. Die Elfe lächelte kurz, bevor sie antwortete: " Ihr dringt hier ein und verlangt von mir zu wissen, wer ich bin? Ganz schön frech." Renar verstand nicht. Solche Dinge lagen ihm einfach nicht. Die Elfe erkannte dies wohl und seufzte: " Ich bin Nachtwächterin Idri. Ich komme jeden Abend vor meiner Schicht hier her, um...", sie brach ab. Renar deutete auf das Buch: " Um zu lesen?" Idri nickte überrascht. Scheinabr wusste sie nicht, wo und wie sie Renar einordnen sollte. " Dann ist das euer Tagebuch?", fragte der Blutelf. Idri schüttelte den Kopf: " Es gehörte einem Gelehrten, welcher es aber aufgegeben hat, hier zu verweilen und nun rastlos durch unsere Lande zieht, so wie viele andere auch."
Renar blickte Idri an. Lag da Schmerz in ihrem Gesicht? " Dann gibt es mehr von eurer Sorte?", fragte er. Idri blickte ihn mit einem leichten Anflug von Zorn an. Dann lächelte sie bitter: " Ist unser Schicksal wirklich so sehr in Vergessenheit geraten auf dieser Welt? Ja, alle die einst in Azsuna lebten schweben seit dem großen Krieg zwischen Leben und Tod. Seit des Verrats unseres Prinzen Farondis." Renar überlegte kurz, ehe er wieder sprach: " Ihr sprecht vom Krieg der Ahnen, vermute ich. Dann hat dieser Farondis euch an König Azshara verraten? An die Brennende Legion?" Nun lag es wieder an der Nachtwächterin verwirrt zu sein: " Nein, Farondis hat sich gegen die Königin gestellt." Renar hob die Augenbrauen. Selbst er merkte, dass sie beide völlig an einander vorbei redeten. Er steckte seine Dolche weg und holte einen zweiten Stuhl heran, welchen er Idri anbot, bevor er selber am Schreibtisch platznahm. Er zog den leuchtenden Kristall heran, so dass sie ihn klar erkennen konnte und als die Elfe sich setzte nickte er kurz: " Wir haben wohl verschiedene Auffassungen von der Geschichte. Bitte erzählt mir die eure."
Idri blickte Renar noch einmal abschätzend an und als ihr Blick dann zum aufgeschlagenen Tagebuch wanderte, begann sie zu erzählen, vom Prinzen...von der Königin...vom Gezeitenstein...und von dem schrecklichen Preis, den sie nun alle zahlen mussten...
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 29 Jan 2017, 15:48

" Ich verstehe.", sprach Renar leicht nickend und lehnte sich auf dem Stuhl zurück, bevor er weiter sprach: " Prinz Farondis wollte sich mit dem Gezeitenstein gegen Königin Azshara auflehnen. Ich wusste nicht, dass euer Herr ein solcher Held gewesen zu sein scheint." Idri blickte Renar fassunglos an: " Held? Sein Verrat an der Königin hat uns den Untod gebracht!" Renar musterte die geisterhafte Nachwächterin einen Augenblick und versuchte dann seine Aussage zu begründen: " Das mag euch jetzt so erscheinen. Doch er hat sich gegen das Böse aufgelehnt, um euch alle zu beschützen. Ohne Verrat aus den eigenen Reihen, hätte er es vielleicht geschafft den großen Krieg frühzeitig zu beenden. Ich glaube nicht, dass er diesen Fluch über euch alle bringen wollte." Idri schwieg einen Augenblick. Renar sah ihrem halbtransparenten Gesicht an, dass der Zorn leicht verflog. Doch ihre Entschlossenheit blieb: " Hätte Farondis nicht zu solch extremen Mitteln gegriffen, hätte Azshara den Gezeitenstein niemals zerstört und seine Energie uns nicht getroffen. Er hätte andere Wege gehen können....Sicherere Wege..." Renar nickte erneut: " Ja, das hätte er vielleicht. Personen mit Macht verkennen oftmals, dass es nicht immer die extremen Wege sein müssen, die ihre Träume in Erfüllung gehen lassen."
Kaum hatte der junge Blutelf diese Worte ausgesprochen, da fragte er sich selber, ob er grade noch von Farondis sprach. Auch sein Adaoptivvater war extreme Wege gegangen. Lyrander hatte sich sehr viel zu schulden kommen lassen, um seine Ziele zu erreichen. Doch was waren diese Ziele eigentlich gewesen? War wirklich alles daran so verkehrt gewesen, was er wollte? Die Nachtwächterin unterbrach seine Gedanken: " Unser Leid ist das Resultat seiner Taten. Seine Rebellion war ein großer Fehler." Renars Mundwinkel zuckten leicht und deuteten ein Lächeln an. Er war sich der Ironie seiner Worte in Bezug auf seine eigene Vergangenheit diesmal schon vorher bewusst: " Das mag euer Urteil sein. Doch die Geschichte könnte ein anderes fällen. Ich glaube, wenn man die Mittel hat, großes zu bewirken, dann füllt man sich automatisch auch dazu verpflichtet. Je größer die eigenen Kräfte sind, umso größer werden die Ambitionen, welche man hat. Und grade jene, die über andere herrschen, stehen schweren Entscheidungen gegenüber, die aber getroffen werden müssen. Ihr Volk mag sie dafür verdammen und zur Rechenschaft ziehen. Das wird sich auch nie ändern, denn wie sollte das Volk auch anders, als nach seinen eigenen Belangen zu handeln. Doch letzten Endes werden erst jene die nach uns kommen in der Lage sein zu entscheiden, ob unser Recht auch wirklich der Gerechtigkeit entspricht. Vielleicht ist es das Schicksal von Herrschern vor einem gerechten Urteil gehängt zu werden."
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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 29 Jan 2017, 15:48

Idris Gestallt schimmerte im Licht der ersten Sonnenstrahlen. Renar stand mit ihr an der Klippe hinter dem zerschlagenen Sanktum und sie beide blickten auf die Mündung des Flusses, welcher Suramar und Azsuna von einander trennte. Die Nachtwächterin hatte zugestimmt ihn zur nächstgelegenen Furt zu führen, als sie merkten, dass über ihr Gespräch hinweg der nächste Tag angebrochen war. Nun blickten sie auf eine Armee, welche aus dem wilden Meer heraus Azsunas Küste stürmten. " Was sind das für Kreaturen?", fragte Idri entsetzt. " Das sind die Naga. Königin Azshara wurde damals geschlagen und mit ihren Dienern vom Meer verschluckt. Um sich zu retten, gingen sie einen Pakt mit dem Herrn der Brennenden Legion ein. Nun folgen sie wohl erneut seinem Ruf."
Entsetzt blickte die Nachtwächter auf die Invasionsarmee, welche auch für Renar ungewöhnlich groß zu sein schien. " Wenn wir Azsharah damals weiter gefolgt wären...", murmelte sie leise vor sich hin. " Dann könntet ihr nun eines dieser Wesen dort sein.", nahm Renar mit einem leichten Nicken ihren Satz auf. Idri blickte ihn an und in ihrem Gesicht zeigte sich eine langsam aufkeimende Erkenntnis und etwas Schuld: " Ich kann mein Versprechen nicht halten und euch weiterführen. Mein..." Renar lächelte: " Eure Pflicht als Nachtwächterin gebietet euch Azsuna zu verteidigen."Idri nickte zustimmend und entschlossen. Renar blickte wieder runter auf die Armee: " Ihr werdet jemanden brauchen, der euer Volk vereint und Anführt. Jemanden, der sich Azsharas Macht schon einmal gestellt hat." Nun musste auch Idri lächeln, wenn auch noch eine gewisse Art der Trauer sich in ihrem Gesicht wiederspiegelte: " Es wird Zeit meinen Prinzen zu suchen, meint ihr?" Renar nickte und wendete sich dann nach Norden. Idris transparente Hand legte sich auf seine Schulter: " Ihr habt mir immer noch nicht gesagt, was ihr hier eigentlich wollt." Renar blickte sie nicht an: " Ich bin gekommen, um meiner Existenz eine Bedeutung zu geben. Doch wie es scheint, habe ich immer noch nicht begriffen, was Existenz überhaupt bedeutet. Ich erkenne immer noch neue Aspekte des Lebens." Idri lachte kurz, dass erste Mal seit ihrem Treffen und Renar schaute fast schon erschrocken über die Schulter. Dann lächelte Idri ihn verschmitzt an: " Man kann nie alles begreifen. Aber ihr habt verstanden, wozu mein Volk 10.000 Jahre brauchte. Ich denke ihr seit auf einem guten Weg." Renar lächelte. Eines dieser selten Lächeln, welche vom Herzen bei ihm kamen. Dann löste er sich von ihrem Griff und mit einem letzten Winken machte er sich auf nach Norden.

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