Das letzte Kapitel

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:53

Daralion wurde ungeduldig. Er spürte, wie sein Körper grade erst die Regeneration abgeschlossen hatte. Der Blutelf hatte unterschätzt, wie sehr ihn Renar und Assabad zugesetzt hatten. Erst jetzt began die Teufelsmagie der Botschaft wirklich ihn zu verändern, ihn stärker zumachen, als er es für gewöhnlich war. Seine Haut rötete sich und seine Augen begannen hell in einem Smaragdgrün zu leuchten. Der Brand in seinen Adern schmerzte, doch es war ein süßer Schmerz. Er hatte sich alles abverlangt und nun galt es die Belohnung zu erhalten, die er damals mit zerschmetterten Leib in der Höhle des Blutenden Auges am Boden liegend gesehen hatte.
Ein schriller Pfiff ertönte und riss Daralion aus seiner Konzentration. Der Blutelf wirbelte herum. Der Kontakt mit der Botschaft brach ab. Fluchend blickte Daralion in die Halle hinein und sah die zwei Elfen. Doch er sah sie nicht nur. Er spürte sie auch. Er spürte die gleiche Macht in ihnen, die auch er grade am verzehren war. " Die Gebrüder Dämmerflucht oder soll ich sagen die Boten?", fragte Daralion in einem abfälligen Ton. " Wie du uns nennst, ist mir herzlichst egal. Aber wenn du nicht sofort von der Kugel weg trittst, dann setzt es was.", sprach Ascas nachdem sich die Finger von seinem Mund gelöst hatten, mit deren Hilfe er den Pfiff ausgestoßen hatte. Erendil hingegen schwieg. Er kniete sich runter zu Assabads Körper und berührte ihn leicht. Am Leichnam des Verlassenen leuchtete kurz eine grüne Glyphe an der berührten Stelle auf, dann war der Körper verschwunden.
" Ihr kommt fast passend. Gebt mir noch einen Augenblick. Dann dürft ihr als erste vor mir das Knie beugen.", sprach Daralion berauscht von der Macht in seinen Adern. Erendil seufzte: " Dafür haben wir keine Zeit. Die Botschaft wird bald zerstörar sein. Und er steht im Weg." Drei Instabile Funken tauchten hinter ihm schwebend in der Luft auf. Ascas zog zwei Schwerter und schritt voran: " Dann räumen wir hier mal auf."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:53

Daralion zog lächelnd Schild und Schwert und ging vor der Botschaft in Stellung. Ascas strümte ihm entgegen und ließ beide Schwerter mit Wucht auf das Schild prallen. Erst rechnete Daralion mit einem ähnlichen Einschlag, wie bei Assabads Hieben. Doch zufrieden stellte er fest, dass er selbst nun wesentlich robuster war und den Angriff ohne große Mühe blocken konnte. Doch er war jetzt sogar noch zu mehr in der Lage. Aus dem Block heraus drückte er das Schild gegen Ascas´s Klingen, und drückte den Mönch mühelos weg. Sofort setzte Daralion mit einem Schwerthieb nach. Ascas parierte den Schlag, doch als sein Schwert auf die Runenklinge traf, brach sie in mehrere Stücke. Fluchend machte Ascas einen Satz nach hinten und warf das Heft des gebrochenen Schwertes weg. " Oh je, woher habt ihr denn diese Klingen?", sprach Daralion spöttisch. " Dalaran.", murmelte Ascas. Daralion lachte leise: " Die Dalarani sind für viele hochqualitative Waren bekannt. Aber guter Stahl gehört nicht dazu."
Ascas wusste selber, dass diese Klingen nicht das Wahre waren. Doch hatte er sie mit wenig Geld schnell erwerben können. Außerdem kam es nicht nur auf den Stahl an. Er festigte seinen Griff um das verbliebene Schwert, welches nun von knisternden blauen Blitzen umgeben wurde und stürmte erneut auf Daralion zu. Er ließ die Klinge nach vorne fahren. Daralion aber hob nicht seinen Schild und parierte seinerseits nun mit der Runenklinge. Die Klingen hatten sich noch nicht einmal berührt, da leuchteten schon die Runen von Manabrand auf und saugten die Blitze förmlich ein. Als Ascas Schwert dann, seiner Macht beraubt, auf die Runenklinge traf, brach auch dieses.
Daralion stieß Ascas seinen Schild entgegen und holte aus, um den ersten Boten niederzustrecken, doch erhellte ein Leuchten über den beiden Kämpfenden den Raum. Ein Ball aus Teufelsfeuer fiel gradewegs auf Daralion hinab. Er hatte keine Wahl und brach seinen Angriff ab, um Manabrand in die Höhe zu strecken. Wieder absorbierte die Klinge den Zauber. Ascas hatte die Zeit genutzt um Abstand zu gewinnen und als Daralion seinen Blick von der Decke wieder abwendete, sah er, dass auch Erendil sich nun wohl eingemischt hatte. Der Hexenmeister stand am Ende des Raums und hinter ihm schwebten zwei Kugel aus reiner Teufelsmagie in der Luft und eine direkt vor ihm.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:54

Erendil breitete seine Arme aus und die Kugel vor ihm teilte sich in mehrere kleine auf. Eine nach der anderen ließ er Daralion entgegen fliegen. Dieser vertraute seiner Runenklinge und seinen neugeschärften Instinkten. Als wollte er die Feuerbälle zerteilen, schnitt er mit Manabrand durch die Luft und die Klinge saugte eine nach der anderen ein. Euphorisch blickte Daralion zu Erendil und sah zufrieden, wie der Instabile Funke verbraucht war. Doch im selben Augenblick tauchte Ascas neben ihm auf und holte mit der blanken Faust aus. Reflexartig riss Daralion den Schild hoch. Krachend schlug die Faust des Mönchs ein und ließ Daralion zurücktaumeln. Noch leicht verblüfft über die Wucht dieses einfachen Schlages, spürte Daralion wie die Luft um ihn herum heißer wurde. Sie begann grün zu flimmern und entzündete sich dann in einem Ball aus Höllenfeuer. Doch statt den Körper Daralions zu verbrennen, verschwand das Feuer wie ein Strudel in der Runenklinge.
Daralion wurde sich seiner Sache sicher. Auch wenn er selber keinen großartigen Angriff starten konnte, so verpufften die Angriffe der Boten förmlich. Und ihre Resourcen waren begrenzt. Das erkannten wohl auch Erendil und Ascas. Der Mönch zog sich an die Seite des Hexenmeisters zurück. " So kommen wir nicht weiter. Wie viel Zeit haben wir noch?", fragte Ascas. In diesem Augenblick tauchte ein grelles Licht an der Balkonkante auf und schlug krachend in die Botschaft ein. Daralion wirbelte herum und auch Ascas blickte irritiert. Die Teufelsmagie in der Kugel, welche immer herumwirbelten, hielt in ihrer Bewegung absolut inne. Sie wahren gelähmt von Blitzen aus puren Licht innerhalb der Botschaft. Erendil schloss kurz die Augen. Sylea hatte es tatsächlich geschafft. Sie hatte ihnen die Tür geöffnet. Langsam öffnete er wieder die Augen. Dann antwortete er: " Keine mehr."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:54

" Was habt ihr getan!", entfuhr es Daralion außer sich vor Wut. Ascas blickte fragend zu Erendil: " Ja, was haben wir da eigentlich getan?" Erendil lächelte leicht: " Wir gar nichts. Sylea hat ihre Aufgabe erfüllt. Die Botschaft kann nun zerstört werden, doch wir müssen uns beeilen. Ich weis nicht, wie lange dieser Zustand anhält." Daralion rannte hinüber zur Botschaft und legte eine Hand darauf. Es geschah nichts. Die Teufelsmagie war in der Mitte gefangen. Daralion konnte sie nicht erreichen. Vor Wut schnaubend wirbelte er herum und nahm die Boten ins Visier.
" Ich komme nicht an seinem Schild vorbei und du nicht an der Klinge. Er kann uns beide Blocken aber nicht angreifen. Was machen wir jetzt?", fragte Ascas. Erendil hielt einen kurzen Augenblick inne. Er schien Möglichkeiten abzuwägen. Sein Blick fiel auf den Schild von Daralion und dann nickte er plötzlich: " Wir tauschen die Plätze." Ascas blickte seinen kleinen Bruder verdutzt an: " Du hast keine Chance gegen ihn im Nahkampf." Erendl nickte zustimmend: " Deshalb brauche ich dich angriffsbereit. Ich brauch was großes mit ordentlich Kraft." Der Mönch überlegte kurz und nickte dann. Das war nicht die Zeit für Widersprüche und Diskussionen.
Nun war es Erendil, der auf Daralion zu stürmte. Ascas blieb im Hintergrund und began sein Chi zu konzentrieren. Daralion ließ sich nicht beirren. Der Hexenmeister trug keine Waffe, also würde er einen Zauber wirken. Er hob Manabrand schon mal vorsorglich um diesen abzufangen. Doch Erendil stürmte ihm weiter entgegen und es gab kein Anzeichen für einen Zauber. Langsam und instinktiv began Dralion die Runenklinge sinken zu lassen und den Schild zu heben. Erendil holte mit der linken Faust aus, als er Daralion erreichte. Dieser lächelte spöttisch und brachte sich hinter seinem Schild in Deckung. Erendil ließ die Faust nach vorne fahren. Doch öffnete er diese dabei. Mit der flachen Hand führte er einen kompletten Instabilen Funken, welcher nun die Form eines Kegels annahm. Wie eine Lanze aus Teufelsmagie schlug sie mit der Spitze voran auf dem Schild auf, genau an der Stelle, wo Assabads letzter Schlag einen Riss produziert hatte.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:54

Erst donnerte es beim Aufprall. Dann knackte es. Daralion riss die Augen auf, als sein Schild sich in mehreren Stücken von seinem Arm löste. Erendil hingegen warf sich mit seinem Schwung gegen Daralions Schwertarm. Daralion wusste immer noch nicht, was da grade geschehen war, als ein helles grünes Leuchten auf ihn zuraste. Ascas hatte sein Chi entfesselt, welches nun als konzentrierte Kugel auf Daralion zu kam. Dieser wollte Manabrand heben, doch Erendil drückte mit seinem Gewicht gegen den Schwertarm.
Die Chiexplosion traf Daralion mitten auf die Brust. Der Blutelf wurde nach hinten geschleudert und prallte hart auf die Botschaft. Das Glas der Kugel gab nach und zersprang. Licht und Teufelsmagie wurden entfesselt und erleuchteten in einem verwirrenden Farbenspiel den Raum. Daralion spürte, wie die Glassplitter tief in seinen Körper eindrangen und dabei alles zerschnitten, was sie berührten. Es war sein Ende, dass wurde ihm noch bewusst, bevor er leblos auf dem Podest aufschlug.
Die entfesselten Mächte verflogen. Erendil war zu Boden gegangen und erhob sich nun langsam. Er blickte zufrieden und erleichtert zu Ascas, welcher ihm zunickte. Doch dann änderte sich Ascas Gesichtsausdruck in Ungläubigkeit. Erendil blickte zu der zerbrochenen Botschaft. Dort stand Daralion aufrecht. Den Kopf nach unten geneigt. In seinem Rücken steckten große Glassplitter, welche sich langsam verflüssigten und scheinbar in den Körper des Eflen flossen. Daralions Wunden heilten und seine Haut wurde dämonisch rot. " Ihr habt mein Geschenk nie zu schätzen gewusst. Also hole ich es mir wieder.", sprach der Elf mit fremder Stimme. Erendil und Ascas erkannten diese Stimme, hallte sie doch über Jahre durch ihren Geist. Das war nicht mehr Daralion. Das war nun die Botschaft.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 16 Jul 2017, 12:27

Die letzte Schlacht der Boten - Teil 2

Sein Arm war schon bis einschließlich des Ellenbogens in Stein verwandelt und der Zauber brach nicht ab. Langsam hob Erendil seinen Kopf. Sein Gesicht zierte ein bitteres Lächeln und er sagte: " Sag Sylea, es tut mir Leid. Ihre Vision wird wohl nicht in Erfüllung gehen." Ascas blickte zu seinem kleinen Bruder und schloss das ihm verbliebene Auge.

Wenige Minuten zuvor:

Erendil schaute nun genauso ungläubig wie Ascas. Ehe er reagieren konnte, stieß der von der besessene Daralion vor. Er packte den Hexenmeister am Hals und warf ihn mühelos durch die Luft. Erendil knallte hart auf den Boden. Ascas eilte herbei und stellte sich schützend vor seinen Bruder. " Was ist hier los?", fragte er ohne seinen Blick von dem neuen und alten Feind abzuwenden. Erendil richtete sich auf und antwortete: " Scheinbar hat der Avatar einen Teil von sich in der Botschaft verweilen lassen. Dieser ist nun mit Daralions Körper verschmolzen." Ascas verzog angewiedert das Gesicht: " Also ist er...?" Erendil nickte sachte: " Er ist das, was uns Boten erschaffen hat." Ascas ballte die Fäuste: " Nicht mehr lange."
Der Mönch rannte auf Daralion zu. Der betrachtete fasziniert die Runenklinge Manabrand und als er Ascas bemerkte, richtete er die Klinge in dessen Richtung. Die Runen des Schwertes leuchteten auf und eine Kugel aus Schattenmagie schoss aus der Klinge hervor. Der Zauber kam zu überraschend für Ascas. Mit einem Knall schlug sie im Mönch ein und ließ ihn fast den kompletten Weg zurück über den Boden schlittern. Daralion lachte kurz. Dann sprach er: " Welche wunderbaren Mächte ihr doch besitzt. Und wie viel ihr davon verschwendet. So wie ihr beiden. Ihr hättet alles haben können. Nun werdet ihr selber bald nichts mehr sein."
Nebelige Wolken stiegen wie ein Sturdel aus seinem Köper empor und stiegen an die Decke. Schnell füllte sich der ganze Raum damit und nahm Ascas und Erendil die Sicht. Der Mönch horchte auf eine Bewegung, doch hörte er statt dessen eine liebliche Stimme seinen Namen rufen. Es war Tandoria. Schnell verwandelte sich Ascas linkes Auge und durchblickte die Nebel auf der Suche nach ihr.
Erendil hielt sich bereit. Auch er verwendete nun die goldenen Augen und tatsächlich kam eine Gestallt im Nebel auf ihn zu. Der Hexenmeister hielt sich bereit. Dann tauchte die Person vor ihm auf. Es war seine Schwester Alisra.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mo 17 Jul 2017, 22:39

Ascas folgte Tandorias Stimme und bald zeigte ihm sein dämonisches Auge eine Gestallt nicht weit vor ihm. Es war sie. Sie wartete auf ihn. Als er sie erreichte, stand sie auf dem Geländer des Balkons. " Ich habe auf dich gewartet.", flüsterte sie. Ascas blickte sie an, während sie weiter sprach: " Du kannst diese Welt nicht beschützen. Du hast genug gekämpft. Lass uns gemeinsam gehen." Dabei streckte sie ihm die Hand entgegen. Ascas nahm sie und stieg mit auf das Balkongeländer. Durch den Nebel konnte er schemenhaft Feuer weit unter ihnen sehen und wie die Wellen an der Klippen zerbarsten. Er spürte den Wind auf seinem Gesicht und wie müde sein Körper war. Er drückte ihre Hand und schloss die Augen.

***

Erendil blickte seine Schwester an. Lächend kam sie auf ihn zu und sprach: " Du bist nicht stark genug, Ere. Das warst du nie. Die Ziele, die du dir vorgenommen hast, sind einfach zu hoch. Schließ deine Augen und lass mich an deiner Stelle weitermachen." Alisra zog einen Dolch und kam langsam auf ihn zu: " Schließ deine Augen. Es wird weniger schmerzhaft sein, als das, was du mir angetan hast. Gib mir die Chance meine Wünsche zu erfüllen." Erendil schloss die Augen. Seine Arme senkten sich. Er atmete tief durch. Dann sprach er: " Du hast recht. Ich konnte die Ziele, die ich mir selber gesteckt hatte, nie ganz erreichen." Er öffnete die Augen und lächelte: " Aber die Ziele, die du mir vorgegeben hast, die konnte ich erreichen." Alisra hielt überrascht inne und blickte ihn verwirrt an. Erendil trat nun seiner Seits langsam auf sie zu: " Ich habe nie aufgehört die Welt verändern zu wollen. Dabei habe ich Freunde gefunden. Freunde die mich unterstützen und wirklich zu mir stehen. Sogar mehr noch." Ein Kinderlachen hallte durch den Nebel, welcher sich langsam auflöste. " Sei still!", fauchte ihn Alisra an. Doch Erendil trat weiterhin auf sie zu: " Und erst grade habe ich mit Raleria Frieden schließen können. Sie ist in Sicherheit und ich werde ihr beibringen, wie sie die Zukunft sein kann." Erendil stand nun genau vor seiner Schwester und umarmte sie: " Danke, Schwesterherz. Danke, für deinen Glauben an mich." Alisra löste sich auf und der Nebel verflog.

***

Tandoria zog leicht an Ascas´s Hand, doch der Mönch rührte sich nicht. Statt dessen öffnete er die Augen und sagte: " Ich kann die Welt wirklich nicht retten. Doch ich kann jenen helfen, die vielleicht einmal dazu in der Lage sind." Tandoria blickte ihn verwirrt an, doch er sprach einfach weiter: " Grad eben half ich einem Soldaten. Er war fast noch ein Kind. Doch ich sah großes Potential in ihm. Und Raleria...du glaubst gar nicht wie groß und stark sie geworden ist. Unsere Tochter ist wunderbar." Tandorias Blick wurde zornig und sie zog kräftiger an seiner Hand. Doch Ascas blieb einfach stehen: " Ich weis, ich kann dich nicht mehr retten. Und ja, ich bin müde und erschöpft. Doch das entbindet mich nicht davon, weiterhin alles zu geben, was ich habe und was ich bin." Nun wendete er seinen Blick zu Tandoria: " Geh. Geh und finde deinen Frieden. Ich bleibe und kämpfe für die Zukunft. Leb wohl, Tan." Der Nebel wirbelte um sie herum und riss Tandoria mit sich. Ascas hingegen stieg vom Treppengeländer und drehte sich um. Der Nebel in der Halle war verflogen. Er stand an dem einen Ende und Erendil an dem anderen. Die beiden Brüder tauschten kurz Blicke aus. Sie waren nicht mehr die naiven Heranwachsenden von damals. Sie hatten Erfahrung gesammelt und Freunde, ja sogar die Liebe gefunden. Es war Zeit den Schatten der Vergangenheit auszulöschen. Und dieser Schatten befand sich sichtbar erzürnt nun zwischen ihnen in der Mitte der Halle in Form des besessenen Daralion.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 18 Jul 2017, 22:29

" Das war von Anfang an dein Plan gewesen, oder?", rief Erendil laut in die Halle hinein und sprach weiter: " Du hast Daralion gelockt, als du gemerkt hattest, dass wir beide nicht mehr so sind, wie du uns geformt hattest. Du wolltest einen eigenen Körper. Die Dinge selbst in die Hand nehmen." Der rothäutige Daralion blickte zornig zu dem Hexenmeister. Dann schwang er Manabrand in einem Bogen durch die Luft und mehrere Schattenkugeln erschienen. Als er die Runenklinge wieder sinken ließ flogen diese in beide Richtungen auf Ascas und Erendil zu. Die Kugeln kamen ungezielt und schlugen rund um die beiden Brüder ein. Wie Donnerschläge hallten ihre Explosionen durch die oberen Stockwerke des Grabmals und wirbelten Staub auf. Als dieser sich legte, sah Erendil grade noch den anstürmenden Daralion. Manabrand schlug an der Stelle ein, wo Erendil grade noch gestanden hatte. Eben rechtzeitig hatte dieser sich mit Hilfe etwas Teufelsmagie zurückgezogen. Doch dies war wieder nicht ohne Folgen. Seine Beine zitterten kurz und waren wie gelähmt. Ein Schattenblitz traf ihn hart und schickte ihn zu Boden. Daralion lächelte noch freudig über seinen Treffer, als Ascas´s Tritt ihn selber zur Seite taumeln ließ.
" Du wagst es, Ascas? Du bist wirklich ein Fehlschlag gewesen.", sprach der besessene Elf und verwicklte nun seiner Seits den Mönch in einen Nahkampf. Ascas lächelte und sein Körper schien von jetzt auf gleich aus Feuer zu bestehen. Neben ihm standen seine Ebenbilder aus Wasser und Luft. Die Botschaft und die drei Mönche bekämpften sich auf engstem Raum. Ascas schaffte es ein paar Treffer zu setzen, jedoch schien der dämonische Daralion über hohe regenerative Fähigkeiten zu verfügen und Ascas´s Chi verbrauchte sich immer mehr. Der besessene Elf wurde zornig und mit einem Schrei entlud er eine Explosion aus Schattenenergie, welche sich Kreisförmig durch die Halle ausbereitete. Luft- und Wasser-Ascas lösten sich auf und der Mönch in seiner normalen Form wurde von seinem Gegner getrennt .Knapp neben Erendil kam er zum stehen.
" Dann räumen wir hier mal auf.", sprach der besessene Daralion mit einem an Wahnsinn grenzenden Lächeln. Er rammte die Runenklinge in den Boden und entlud einen Großteil ihrer Kraft auf einen Schlag. Schatten- und Teufelsmagie rasten als gebündelter Strahl auf die beiden Brüder zu. Erendil nahm seinen letzten Instabilen Funken zur Hand und formte draus einen Schild vor sich und Ascas. In einem grellen Blitz trafen die beiden Zauber aufeinander und ließ den Raum erzittern. Dann bekam Erendils Schild risse und zerbrach. Die entfesselte Macht von Manabrand traf die beiden Brüder in einer Welle ungezügelter Macht.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mi 19 Jul 2017, 22:38

Es war plötzlich still in der Halle. Zufrieden betrachtete der von der Botschaft besessene Daralion, wie die beiden Dämmerfluchts am Boden lagen. " Ihr hättet euch so viel Leid ersparen können. Nun muss ich die Kraft zurückfordern, welche ich euch gab. Und dann...dann werde ich die Botschaft selber in die Welt hinaustragen.", sprach er und zog Manabrand wieder aus dem Boden. Langsam schritt er auf die Brüder zu.
Keuchend stemmten sich Ascas und Erendil auf. " Das war knapp.", sprach Ascas. Erendil nickte und blickte zu dem sich nähernden Daralion. Dann antwortete er: " Nochmal schaffe ich das nicht. Meine Kraft ist nahe zu aufgebraucht." Ascas folgte seinem Blick: " Ich hab noch etwas Kraft. Aber für etwas Großes wir es nicht mehr reichen." Erendil senkte den Blick: " Muss es auch nicht." Verwirrt blickte Ascas zu Erendil: " Wenn du einen Plan hast, dann schnell. Ich glaube nicht, dass der zum Teetrinken rüberkommt." Erendil blickte seinen Bruder an: " Alles was ich brauche ist Zeit." Ascas seufzte und erhob sich: " Klar, was sonst. Wie viel?" Erendil erhob sich ebenfalls: " So viel du mir geben kannst." Dann began er den Verband um seinen rechten Arm zu lösen.
Der besessene Daralion schritt weiter auf sie zu und bemerkte Erendils Bewegungen. " Als wenn ich das zulassen würde.", sprach er und ging nun langsam in den Ansturm über. Ascas stellte sich vor Erendil und antwortete: " Ich bin dein Gegner." Dann stürmte er seiner Seits auf Daralion zu. Der Verband segelte zu Boden. Erendils rechter Arm lag nun offen. Die Haut war mit Brandnarben überzogen doch klar erkennbar waren auch eingebrannte schamanistische Glyphen. Diese begannen nun smaragdgrün zu leuchten. Erendil ging in die Knie und legte die rechte Hand flach auf den Boden.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Do 20 Jul 2017, 22:42

Daralion schlug nach Ascas, doch der Mönch wich aus. Jetzt wo es nur noch darum ging Zeit zu schinden, da setzte Ascas sein verbliebenes Chi für den Tigerrausch ein. Er bewegte sich so schnell er konnte. Zwar täuschte er immer wieder ein paar Angriffe vor, doch hauptsächlich konzentrierte er sich aufs Ausweichen. Er tänzelte um den besessenen Elfen herum. Erendil konzentrierte sich auf das Ritual. Jahrzehnte hatte er daran geforscht und es mit Syleas Hilfe auf Draenor vollenden können, die manipulation der Elemente durch Teufelsmagie. Seine letzte Kraft floß in den steinernden Boden des Grabmals und Erendil zwang dem Gestein seinen Willen auf.
Schnaufend bewegte sich Ascas, doch sein Tigerrausch gab langsam nach und die Runenklinge kam ihm mit jedem Hieb immer näher. Als der besessene Daralion dies merkte, witterte er seine Chance. Es dauerte nur noch einen Augenblick, dann landete er einen Treffer. Manabrand hinterließ einen blutigen Schnitt auf Ascas´s Brust. Nicht tief, aber es lenkte Ascas lange genug ab. Der dämonische Daralion holte zum Schlag aus und musste nur noch einen Schritt nach vorne machen. Doch etwas hielt ihn fest. Irritiert blickte er hinab. Der Boden hatte zwei steinernde Hände gebildet, die sich um seine Knöchel geschlossen hatten. Der glatte Steinboden begann grünlich zu schimmern und wurde zu einer zähen flüssigen Masse. Daralion wehrte sich mit Händen und Füßen doch sank er immer tiefer ein, als stände er in mitten eines Sumpfes. Was war hier los? Er erblickte Erendil und sah die schamanistischen Glyphen auf dessen Arm leuchten. Er wollte Manabrand für einen Angriff heben, doch weitere Arme aus dem zähen flüssigen Stein griffen nach dem rothäutgigen Elfen. Sie erfassten eine Arme und ließen sie samt Schwert im Steinsumpf versinken. Es hatte keinen Zweck. Der Elf ließ Manabrand los und die Runenklinge wurde vom Grabmal verschluckt. " Lass mich frei!", forderte die Stimme der Botschaft zornig. Ascas stand wenige Meter entfernt auf festem Boden und betrachtete den besessenen Elfen. Matt sprach er: " Da müssen wir dich wohl wieder enttäuschen." Daralion war bis zu den Schultern im Boden versunken, als der Stein sich wieder verfestigte. Ascas kam näher. Er holte mit dem Arm Schwung und ließ dann seine Faust hinab auf den Schädel des gefangenen Elfen fahren. Daralions Hals knackte und sein Schädel senkte sich wenige Zentimeter in Richtung der Schultern. Dann rührte er sich nicht mehr. Das leuchten in seinen Augen erlosch und seine Haut wurde blass. Gleichzeitig spürte Ascas, wie sie Sehkraft in seinem eigenen linken Auge erlosch. Jenes Auge, welches er von der Botschaft geschenkt bekommen hatte. Es würde nun für immer blind bleiben. Ein gewaltiger Schatten löste sich von seiner Seele. Der Geist der Botschaft war fort. Das bedeutete auch, dass der Avatar geschlagen war. Alles was von Sargeras hier im Grabmal gewesen war, es hatte Azeroth verlassen.
Erleichtert und erschöpft ließ sich Ascas zu Boden fallen. Lächelnd blickte er zu Erendil. Dieser hielt weiterhin die Hand auf dem Boden und die Glyphen auf seinem Arm hörten nicht auf zu leuchten. " Ist gut, Ere. Es ist vorbei. Du kannst aufhören.", rief der Mönch seinem Bruder hinüber. Erendil erhob seinen Kopf und lächelte bitter: " Nein, kann ich nicht." Erschrocken erkannte Ascas nun, dass Erendils rechter Arm von der Hand an dabei war sich zu versteinern.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 21 Jul 2017, 22:02

Schnell eilte Ascas zu Erendil. " Was passiert hier?", fragte er aufgebracht. Erendil senkte den Kopf wieder und antwortete: " Elementare Rückkopplung. Das Element, auf das ich einwirke, wirkt auch auf mich ein. Ich habe das Ritual nie optimieren können." Ascas betrachtete den Arm. Langsam wurde Haut und Fleisch zu Stein. Sein Arm war schon bis zum Ellenbogens in Stein verwandelt und der Zauber brach nicht ab. Langsam hob Erendil seinen Kopf. Sein Gesicht zierte ein bitteres Lächeln und er sagte: " Sag Sylea, es tut mir Leid. ihre Vision wird wohl nicht in Erfüllung gehen." Ascas blickte zu seinem kleinen Bruder und schloss das ihm verbliebene Auge.
Ascas strengte versuchte sein blindes Auge noch zu einer letzten Tat zu bewegen, doch seine Fähigkeit Magie zusehen war mit seinem Augenlicht auf diesem Auge erloschen. Er wägte seine Chancen der Verwandlung entgegen zu wirken, doch es war zwecklos. Sein Körper war ausgebrannt, sein Chi vollständig verbraucht. " Du bist so ein Idiot...", sprach er leise. Erendil schnaufte: " Bin ich das? Sylea, Raleria, du...ihr alle werdet nun eine Zukunft in Freiheit erleben können. Gerne hätte ich dabei an eurer Seite gelebt. Doch ich denke dieser Tempel ist wohl wirklich mein Zuhause. Nun sogar für allezeit." Das Ritual hatte nun auch den Ellebogen in Stein verwandelt. Ascas setzte sich. Er würde bei seinem Bruder bleiben, bis es vorbei war.
Dann schallte ein Kreischen durch die Halle. Am Balkon stieg ein Phönix empor und selgte zu ihnen hinein. Ascas wirbelte herum und stand nun neben Erendil. Der Phönix landete vor den beiden Brüdern. Er entfalltete seine brennenden Schwingen und öffnete seinen Schnabel. Eine Kugel aus Feuer bildete sich im geöffneten Schnabel. Kurz glaubte Ascas das föhliche und unschuldige Lachen von Kindern zu hören. Erendil hingegen schloss die Augen und lächelte. Er wusste, dass dies keine Einbildung war. Er spürte die Wärme dieser Botschaft. Doch damit nicht genug. Die Kugel entlud sich in einem Strahl heißer Flammen. Die Flammen hüllten den versteinerten Unterarm ein. Das Feuer war so heiß, dass das Gestein anfing zu glühen, wie heiße Kohlen, doch schien es den Rest von ihm nicht zu verbrennen. Erendil und Ascas wendeten ihre Blicke ab, wurden sie von dem grellen Licht geblendet. Dann spürte Erendil einen Ruck und er war frei vom Boden. Sofort brach das Ritual ab und der erschöpfte Elf fiel zu Boden. Er sah seinen abkühlenden Unterarm, verschmolzen mit dem Boden der Halle und losgelöst von seinem Körper. Dankend blickte er zum Phönix, welcher noch einmal einen Schrei durch die Halle schallen ließ und sich dann in einem Tanz aus Flammen auflöste.
Ascas kniete sich hinab zu Erendil und hob sachte seinen Kopf hoch. Doch nun forderte die Erschöpfung ihren Tribut. Es wurde Schwarz vor Erendils Augen. Die letzte Schlacht, das letzte Kapitel der Boten hatte ein Ende gefunden.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mo 24 Jul 2017, 22:54

Kapitel 37: Ein Band geschaffen aus dem Bösen

Langsam und erschöpft, aber mit einem leichten Herzen erreichte Raleria die unterste Etage des Grabmals. Sie war froh diesen Ort verlassen zu können. Fürs erste hatte sie genug von diesem Krieg. Sie schritt den Rundgang entlang, und die Treppe hinab zum seitlichen Ausgang des alten Tempels. Dort angekommen, sah sie einen jungen Blutelfen, wie er an der Tür lehnte. Er schien ziemlich mitgenommen. Raleria ging auf ihn zu und sprach vorsichtig: " Ist alles in Ordnung mit dir? Brauchst du Hilfe?" Renar blickte sie überrascht aus müden Augen an und schüttelte dann sachte den Kopf: " Es geht schon, danke." Raleria blickte den jungen Mann skeptisch an: " Du scheinst ordentlich was eingesteckt zu haben. Such besser das nächste Lager auf und lass dich versorgen." Renar schmunzelte: " Ich komme schon zurecht, wirklich. Ich warte hier noch auf jemanden."
Raleria schüttelte den Kopf und klopfte Renar im vorbeigehen auf die Schulter: " Viel Glück." " Danke.", antwortete Renar lächelnd und im Vorbeigehen blieb Ralerias Augen kurz an den seinen haften. Sie leuchteten so, wie sie sich fühlte, frisch von einer schweren Last befreit. Nach diesem kurzen Augen blick trat die junge Elfe aus dem Grabmal des Sargeras heraus. Sie fühlte den frischen Wind, welcher vom Meer aus durch ihr Haar wehte und atmete tief durch. Dann schaute sie sich um. Es war still geworden hier draußen.Keine Wachen waren mehr da. Der Kampf war wohl tief in das innere des Grabmals getragen worden, wenn nicht sogar schon entschieden. Nur eine Person hockte unweit des Eingangs auf einem Podest. Raleria musterte diese genauer. Dann entfuhr es ihr geschockt: " Sylea!"

***

Erendil trieb durch die Dunkelheit seiner Gedanken. Es war still, so herrlich still. Sein Geist gehörte ihm und nur noch ihm. Dann vernahm der Elf die Stimme seines Bruders von fern her. Erendil schlug die Augen auf und blickte in dessen Gesicht. Ascas lächelte erleichtert: " Mach sowas nie wieder. Hast du verstanden?" Erendil schmunzelte müde: " Das war eine einmalige Aktion, versprochen." Kurz spürte er den Schmerz in seiner rechten Körperhälfte und blickte an die Stelle, wo es seinen Arm durchtrennt hatte. Es schien, als hätte der Phönix alle Wunden geschlossen, doch instinkitv wolllte Erendil seine Augen verwenden, um eine genauere Analyse der gewirkten Magie zu erstellen, doch seine Augen reagierten nicht auf seinen Befehl. Fast schon mit ein wenig Wehmut registrierte er, was die Zerstörung der Botschaft ihn bedeutete. Die an seine Augen gebundene Gabe war verflogen. Keine Magiesicht und kein Wirken von Zaubern mehr. Seine Augen waren nun die eines normalen Elfen. Kombiniert mit dem Verlust seines rechten Unteramrs, würde er wohl eine ganze Weile keine großen Zauber mehr wirken können, wenn er es überhaupt jemals wieder konnte. Erst jetzt bemerkte er auch, dass sein Bruder sein linkes Auge geschlossen hielt. Auch dieses Auge war ein Geschenk der Botschaft gewesen und seine Fähigkeit zu sehen von ihrer Existenz abhängig. Ascas würde für immer auf einem Auge nun blind bleiben. Das bedeutete wohl auch für ihn das Aus seiner aktiven Zeit als Kämpfer. Doch wenn Ascas die selbe Stille und Freiheit fühlte, wie Erendil es grade tat, dann würde er sicherlich zustimmen, wenn man sagen würde: Das war es wert.
" Kannst du laufen? Ich glaube da warten ein paar Leute auf uns.", fragte Ascas. " Meine Beine hab ich noch. Doch um etwas Hilfe währe ich nicht verlegen." , antwortete Erendil. Ascas legte Erendils linken Arm um seinen Hals und half seinem bruder auf die Beine. Langsam kehrten sie der Halle den Rücken und damit auch endgültig ihrer Vergangenheit.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 25 Jul 2017, 23:07

Erendil erreichte gestützt von Ascas die untere Etage des Grabmals. " Was wirst du nun machen?", brach Erendil das lange Schweigen, welches während des Abstiegs geherrscht hatte. Ascas legte die Stirn in Falten und antwortete: " Naja, da ich nicht unbedingt mit unserem Überleben gerechnet habe, habe ich auch keine konkreten Pläne gemacht. Ich denke aber, es zieht mich zurück nach Pandaria. Die Legion hat dort zugeschlagen und sie werden Hilfe beim Wiederaufbau brauchen." " Und das Gebräu dort spielt natürlich keine Rolle.", bemerkte Erendil sarkastisch. Ascas lächelte verschlagen: " Vielleicht ein wenig. Nein, Spaß beiseite. Pandaria ist einfach zu meiner Heimat geworden. Was ist mit dir?" Erendil blickte nach vorne zu dem Tor, welches langsam in Sichtweite kam und antwortete: " Das kommt ganz auf sie an." Ascas schenkte seinem Bruder ein warmes Lächeln. Dann erreichten sie das Tor und die dort wartende Person. " Du bist noch hier?", frage Ascas etwas verwundert. "Renar, schön das du es überstanden hast.", fügte Erendil hinzu. Renar verbeugte sich und sprach: " Verzeiht dass ich euch aufhalte. Doch ich habe eine Bitte." Erendil nickte: " Natürlich. Worum geht es?" " Diese bitte zählt nicht euch.", antwortete Renar und blickte dann zu Ascas, welcher nun wieder seine Stirn in Falten legte: " Schieß los, Kleiner. Was kann ich für dich tun?" Renar blickte etwas zögerlich, scheinbar nach den richtigen Worten suchend. Dann antwortete: " Ihr seid ein gestandener Soldat und habt den Gerüchten nach die verschiedensten Facetten des Lebens gesehen und erlebt. In diesem Krieg habe ich so viel erlebt, was ich noch nicht gänzlich verstehe. Wenn ihr in naher Zukunft etwas Zeit erübrigen könntet, dann wüde ich mich gerne ein paar eurer Unterweisungen unterziehen." Ascas hob die Augenbrauen und Erendil verkniff sich ein Schmunzeln. Dann aber, nach einem kurzen Augenblick der Stille antwortete der Mönch: " Wir können ja mal zusammen was trinken gehen. Komm in ein paar Wochen nach Pandaria auf den Halbhügelmarkt. Du wirst mich schon finden." Sichtlich erfreut nikte Renar und verbeugte sich wieder leicht. " Doch zuerst lass deine Wunden heilen. Ich hab dich nur grob zusammengeflickt.", fügte Ascas dann noch an. " Das werde ich. Habt Dank und auf bald.", sprach Renar und mit einem letzten Gruß verließ er das Grabmal. Erendil blickte verwundert zu Ascas: " Lehrer für Lebensweisheiten? Bist du schon so alt?" Ascas zuckte mit den Schultern: " Scheinbar sind wir jetzt die mit den klugen Sprüchen und die Abenteuer erleben du jungen Leute. Es sind neue Zeiten angebrochen." Erendil sah Renar hinterher und nickte nur zustimmend. Ihre Geschichte war fast vorrüber. Es fehlte nur noch eine letzte Kleinigkeit, dann würde eine neue Geschichte beginnen. Die Geschichte einer neuen Generation.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Do 27 Jul 2017, 22:57

Raleria rannte auf ihren Onkel und ihren Vater zu, welche an der oberen Kante der Treppe auftauchten. Sie hatte versucht sich um Sylea zu kümmern. Versucht ihre Sorgen möglichst gering zuhalten und vielleicht auch ihre eigenen, wenn sie ehrlich war. Doch nun, wo Ascas und Erendil aus dem Grabmal getreten waren, da gab es kein halten mehr. Sie Stürtze den beiden entgegen. Schon aus der Ferne sah sie, was der letzte Kampf die beiden körperlich gekostet hatte. Doch sah sie auch, dass dieser tiefe Schatten dämonischer Magie von ihnen gewichen war. Es stimmte also, die beiden hatten den Kampf gegen die Botschaft, gegen ihre eigene Vergangenheit gewonnen.
Keuchend kam sie vor den beiden zum stehen. " Papa...", sprach sie mit Tränen in den Augen. Ascas lächelte sie an. Erendil betrachtete die beiden einen Augenblick. Dann löste er sich von dem stützenden Griff seines Bruders und sprach: " Ihr beide braucht sicherlich etwas Zeit, genau so wie ich. Wir sehen uns in Dalaran." Ascas nickte ihm dankend zu. Raleria bedachte ihren Onkel mit einem drohenden Blick und sagte: " Behandle sie gut. Sie hat alles für dich gegeben." Erendil lächelte und legte ihr im vorbeigehen die Hand auf die Schulter: " Ich werde sie niemals wissentlich schlecht behandeln. Vertrau mir." Raleria nickte ihm nun ebenfalls zu und Erendil ging langsam und vorsichtig die steinernen Stufen hinab. Raleria wandte sich nun zu ihrem Vater und senkte den Kopf: " Es tut..." " Verzeih mir, Raleria.", unterbrach Ascas sie und die junge Elfe blickte ihn überrascht an. Der Mönch sprach weiter: " Ich war nicht für dich da und habe dich großen Gefahren ausgesetzt, weil ich dachte, es wäre besser für dich, als in meiner Nähe zu sein. Das kann ich nicht wieder gut machen. Doch wenn du mir noch einmal eine Chance gibst, dann werde ich alles dafür geben dir der Vater zu sein, den du verdienst." Raleria blickte ihn sprachlos an und umarmte ihn dann. Mit einem stillen Nicken und einem leisen Schluchzen willigte sie in seinen Vorschlag ein.
Erednil erreichte unterdessen das Ende der Treppe, als er bemerkte, wie Sylea am Ende des Weges zusammenbrach. Er senkte den Blick. Er hatte ihr so viel zugemutet. Sowohl körperlich, geistig als auch seelisch musste sie an ihre Grenzen gegangen sein. Sie hätte gehen können. Sie hätte sich dem allem verweigern können. Doch sie war hier. Hatte alles gegeben bis zum Schluss. Er ging zu ihr hinüber und kniete sich zu ihr hinab. Es durchsuchte ihren Rucksack. Wie oft hatte sie ihm gepredigt, was in solch einer Situation zutun war. Damals bei Ascas hatte er hektisch reagiert. Doch diesmal nicht. Er wusste genau, dass es gut ausgehen würde. Nichts konnte ihnen ihre Zukunft jetzt noch nehmen. Er griff nach der Phiole mit Drachenmagie, welche sie immer bei sich trug und aus der sie Ascas damals ein paar Tropfen gab. Sachte setzte er die Phiole an ihre Mund an und öffnete diesen leicht. Dann ließ er ein paar Tropfen aus der Phiole fallen. Kurz hatte er überlegt das kleine bisschen Teufelsmagie zu nutzen, welches er auf dem Rückweg zurückgewonnen hatte. Doch diese brauchte er noch für etwas anderes. Sobald Sylea erwachen würde, würde er mit der Hilfe dieses bisschen Magie ihr Band vollenden. So legte er nun ihren Kopf auf seinen Schoß und wartete geduldig. Sie hatten jetzt alle Zeit der Welt.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 30 Jul 2017, 02:44

Die Wellen schlugen gegen die Klippen der Verheerten Küste und der Wind wehte beständig und kühl. Auf der einen Seite der erhob sich die gewaltige Nachtfestung, auf der anderen das Grabmal des Sargeras, welches einst der größte Tempel der Elune war. Dieser Ort war magisch, von der Geschichte geprägt. Doch das alles war Erendil und Sylea grade egal. Dieser Augenblick galt ihrer eigenen Magie. Dieser Augenblick war ihre eigene Geschichte. Sylea war kurz nach der Einnahme der Tropfen aus der Phiole erwacht. Er hatte ihr und auch sich selber Zeit gegeben zur Erholung. Sie redeten kaum über die Vergangenheit, als mehr über die Gegenwart und Zukunft. Beide schien eine neue Leichtigkeit zutragen. Dann, als Sylea wieder kräftig genug war um zu stehen, ergriff Erendil die Gelegenheit.
Es war ein paar Jahre her, da brachte Merades zu einem Konziltreffen eine Elfe mit. Erendil kannte sie nicht und sie schien nicht besonders. Doch auf die Bitte von Merades hin kümmerte sich Erendil um sie. Sie reisten zusammen und lernten sich kennen. Als Merades unter Celesthas Bann geriet, war es das Zusammenspiel von Erendil und dieser Elfe, welches den Bann brach. Als Erendil gefangengenommen wurde, da war sie es, die demütig beim Widerstand sich für ihn einsetzte. Als es zur Gerichtsverhandlung kam, stellte sie sich offen hin und sagte für ihn aus. Als er bestraft wurde, war sie da, um ihn zu stützen. Als er in Silbermond festsaß, mit gepeinigten Körper und ohne Magie, wich sie nicht von Seite. Sie war lange die einzige, die von seinem Überleben wusste. Sie reiste mit ihm nach Draenor, um den Geschehnissen dort auf den Grund zu gehen. Lange hatte sie gewartet, bis er aus den Schatten zurückkehrte. Als dieser Krieg begann, ließ sie keinen Zweifel daran, ihn bis zum Ende mit ihm zukämpfen. Und das hatte sie getan. Sie stand hier vor ihm.
Ihre Handflächen waren gegeneinander gelegt und der Zauber löste sich auf. Das smaragdgrüne Leuchten verschwand und an ihren Ringfingern blieb jeweils ein Ring zurück. Zu guter Letzt willigte sie ein. Es entsprach vielleicht nicht der Tradition. Es gab keine Verlobung und keinen Priester. Doch das war halt einfach ihre Art. Und so abwägig es schien, so passte auch der Ort. Hier hatte ihre düstere Vergangenheit ein Ende gefunden. Und hier an diesem Ort began nun eine neue leuchtende Zukunft. Sie waren nun Mann und Frau. Es war vollendet, das Band geschaffen aus dem Bösen.

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