Das letzte Kapitel

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mi 21 Jun 2017, 22:28

Fanloen legte beide Hände flach auf die Klippe und begann sämtliche Macht heraufzubeschwören, welche ihm verblieben war. Das Duell der Magier hatte eine interessante Wendung genommen. In die Ecke gedrängt, hatte Fanloen versucht den Phönix durch ein Portal von diesem Ort zu entfernen. Sylea durchschaute seinen Plan und ließ den Phönix selber verschwinden. Kurz darauf versuchte sie ihn irgendwelche Artefakte anzudrehen. Doch der Blutelf wollte nichts von ihrer verdrehten Magie haben. Während sie sprach bereitete er seinen nächsten Schachzug vor. Er blinzelte sich hinter sie und nahm mit einem Arkanschlag ihren Rücken ins Visier. Erneut konnte Sylea ausweichen, doch nun waren ihre Rollen getauscht. Sie stand am Rand der Klippe vor dem Abgrund. Sie hatte sich tapfer gegen seine Magie gewehrt, doch hier und jetzt würde es enden.
Durch seine Hände floss pure arkane Macht in den Fels, auf dem sie standen und langsam aber sicher begann der Bereich vor Fanloen, auf dem Sylea stand, zu zittern. Doch es brauchte mehr. Mehr dieser puren und reinen Magie. Der Blutelf ließ die Restmagie seiner Arkanbarriere mit in den Zauber fließen. Er würde keine Verteidigung mehr brauchen hier nach. Hell leuchtende Risse durchzogen den Boden. Erst waren sie fein, dann wurden sie größer und spalteten den Boden unter Syleas Füßen. Sie wehrte sich nicht. Sie hatte wohl erkannt, dass sie gegen diese pure Magie mit ihren besudelten und unreinen Fähigkeiten nicht ankam. Sie starrte ihn an und rief etwas, doch er war zu konzentriert um ihren Worten nochmal zu lauschen. Er reizte seine Kräfte bis auf das letzte bisschen Mana aus. Die Klippe zerbrach vor seinen Augen, versank im Meer und Sylea mit ihr. Als der Zauber abklang, erhob sich Fanloen schwankend. Er blickte vor sich ins Wasser und sah Syleas Gestallt noch schattenhaft in den Tiefen des Meeres versinken. Er konnte nicht an sich halten und brüllte die Freude über seinen Sieg hinaus. Dann wendete er sich ab. Er hatte all seine Kräfte aufgezehrt, doch das war es wert gewesen. Die Reinheit der Arkanmagie hatte triumpihiert und Sylea war nur noch eine blasse Erinnerung am Meeresboden.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 25 Jun 2017, 21:57

Das violette Licht der Manabombe breitete sich über Fanloens Arm aus. Es war ein süßer und erlösender Schmerz, welchen er verspürte. Ein Schmerz welcher sie eigentlich beide heimsuchen sollte, doch Sylea war es gelungen rechtzeitig einen Schild zu errichten. So würde er heute als einzig unwürdiger vergehen. Ja, er war unwürdig. Das hatte ihm Sylea klar gemacht, nach dem sie wieder aufgetaucht war. Er hatte sich von seiner Macht und seiner Vision blenden lassen. Er hatte die arkanen Mächte für sich beanspruchen wollen. Niemand konnte diese reine Kraft beanspruchen. Deshalb hatte Sylea ihn auch mit ihrer Macht übertrumpfen können. Und nun, da ihm dies alles klar war, wurde er zum Ziel seiner eigenen Vision. Um die Reinheit des Arkanen zu bewahren, musste auch er selber sterben.
Er hatte die Miniaturausgabe einer Manabombe gezügt und sich vor Sylea aufgerichtet. Dann betätigte er den Zünder. So durchdrang ihn nun diese reine Strahlung und auch wenn Sylea diesen Kampf vielleicht überleben würde...Die Magie würde ein Stück sicherer werden. Die Strahlung vernichtete Zelle für Zelle seines Körpers. Sylea wendete ihren Blick nicht ab, wie er es erwartet hätte. Sie schaute zu. Schaute zu, wie sein Körper langsam zerfiel bis nichts mehr übrig war von Fanloen dem Magier, außer violetten Staub und eine ausgebrannte Manabombe. Die Wellen schwappten über den Felsen und trugen den Staub Stück für Stück hinaus aufs Meer. Sylea ergriff die Bombe und warf sie soweit hinaus aufs Meer, wie es ging. Dann wandte sie sich ab, denn vom Grabmal aus ertönte Schlachtenlärm. Auch ihr lief die Zeit nun davon. Doch das Schicksal Fanloens würde sie wohl nicht vergessen.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:15

Kapitel 31: Das Grabmal Teil 1 - Vergeltung

Daralion öffnete vorsichtig die Tür und blickte aus der kleinen Kammer, in welcher er sich versteckt hatte. Es war still geworden. Die Legionsrichter hatten sich wohl vor erst zurückgezogen. Doch auch die Legion schien diese erste Etage aufgegeben zu haben, welche ein Rundgang mit verschiedenen Aufgängen war und von der man aus die Eingangshalle betrachten konnte. Vorsichtig näherte er sich dem Geländer und blickte hinab. Die Legion hatte ihre Truppen dort unten zusammengezogen und waren grade dabei ein großes Tor mit Magie zu versiegeln. Dies war also der Abstieg zum Gefängnis des Avatars. Die Dämonen hatten wohl ihre Lage erkannt und konzentrierten sich nun auf den Schutz ihres Meisters. Wie jämmerlich, dass sie überhaupt in diese Lage hatten geraten können.
Zufrieden über die freien Wege hier oben nickte Daralion und begann seine Suche. Er hatte nur kurz die Position der Botschaft in den Bildern des Eredars erhaschen können, doch wusste er, dass sie sich auf halber Höhe zur Spitze befinden musste. Er suchte die nächste Treppe, stets einen Dämonangriff erwartend. Doch hier oben war der Kampf wohl entschieden worden. Der Blutelf fand eine Wendeltreppe und begab sich an den Aufstieg. Er kam vorbei an einer kleinen Kapelle und an riesiegen Fenstern aus Bundglas, welche wohl Priesterinnen der Elune darstellten. Hier oben war die dämonische Verderbnis bei weiten nicht so fortgeschritten, wie in der Eingangshalle.
Nach mehreren Windungen der Treppe erreichte Daralion die nächste Etage. Vorsichtig blickte er sich um. Er fand sich auf einem Vorsprung wieder, welcher wieder eine Art Teilrundgang darstellte. Eine Brücke führte zu einem runden Plattform mit einem Garten in der Mitte. Auf der anderen Seite führte eine Brücke zur anderen Hälfte des Rundgangs. Daralion verblieb auf seiner Seite und schritt den Rundgang entlang. Hier gab es keine Anzeichen der Botschaft und das Ende des Rundangs kam näher und mit ihm die nächste Treppe. Entschlossen schritt Daralion drauf zu, als etwas hinter ihm aus einem Raum auf den Gang trat. Daralion schnappte sich seinen Schild und wirbelte herum. Das Wurfmesser prallte an dem Schild ab. Daralion kam aus der Deckung und zog Manabrand: " Ich hatte gehofft dich eines Tages selber töten zu dürfen." Renar zog seine Langdolche: " Du wirst für deine Verbrechen zahlen."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:15

Erendil verließ seinen ehemaligen Schlafraum und betrat die Bibliothek. Viel Wissen um die alte Zeit, welches ihn die letzten Jahre geprägt hatte, stammte von hier. Doch viele Bücher lagen am Boden verstreut und ein Regal war wohl frisch zertrümmert worden. Das alles betrübte den Blutelfen irgendwie. Das war sein Heim gewesen und hier hatte er zahllose Stunden und Tage verbracht. Deshalb hatte er sich seinen Schlafraum auch direkt nebenan eingerichtet. Von hier aus führte ein Weg hoch in die Spitze des Tempels. Doch sein Ziel lag nicht soweit oben. Dennoch war dies sein vorläufiger Weg. Er wandte sich dem entsprechendem Ausgang zu und bemerkte erst jetzt eine Gestallt in der Tür.
" Hier hast du also all die Jahre gelebt." , sprach Raleria im ruhigen Tonfall. Sie durchblätterte ein Buch in ihrer Hand und sprach weiter: " Das Wissen hier hat also unsere Familie ausgelöscht?" Erendil schüttelte sachte den Kopf: " Nein. Dieses Wissen hier hat nichts damit zutun." Raleria blickte weiterhin nicht von dem Buch auf, schien aber auch nicht wirklich darin zu lesen. Sie blickte starr auf die aufgeschlagenen Seiten: " Was war es dann?" Erendil senkte seinen Kopf nicht, auch wenn sein Herz einen Moment schwer wurde: " Es war meine Naivität und Unwissenheit. Es war alleine meine Schuld." Raleria blickte nun vom Buch auf und ihre brennenden Augen erfassten ihren Onkel: " Keine Entschuldigungen? Keine Ausreden?" Erendil hielt ihrem Blick stand und blieb ruhig: " Nein. Ich habe schlimme Dinge getan und mich dafür zurecht vor Gericht verantworten müssen. Aber ich komme nicht umher zu sagen, dass manche meiner Taten ein notwendiges Übel waren." Raleria nickte sachte: " Warum hast du mich leben lassen." " Es war ein Versprechen. Ein Versprechen an deine Tante und an die Zukunft dieser Welt.", antwortete Erendil weiterhin betont ruhig. Raleria blickte ihn nun interessierter an: " Es gibt keine Zukunft für diese Welt, solange die Botschaft existiert." Der Hexenmeister nickte zustimmend: " So ist es. Deswegen bin ich hier. Um eben diese zu vernichten." Raleria verzog einen Mundwinkel: " Wieso sollte ich dir glauben? Wieso sollte ich dich passieren lassen und riskieren, dass du erneut dieser Macht verfällst?" Erendil seufzte: " Du hast keinen Grund mir zu vertrauen. Doch ich habe wenig Zeit und muss durch diese Tür." Raleria lächelte: " Und wenn ich mich weigere beiseite zugehen? Wirst du mich auch töten für das "Wohl" der Welt?" Erendil glitt mit seiner Hand über seine Tasche. Es war zu früh. Raleria zu aggrisiv. Es war zu offensichtlich, was sie wollte. Es führte wohl kein Weg daran vorbei: " Wenn es sein muss, ja. Dann werde ich dich töten, auch wenn es mir das Herz brechen wird. Dies hier ist wichtiger als du oder ich."
Raleria lies das Buch zuschnappen und warf es Beiseite. Sie zog ihre Kriegsgelven. Erendil änderte seine Haltung. Hinter ihm erschienen fünf schwebende Kugeln aus reiner Teufelsmagie. Er hatte Recht gehabt. Sie kam mit dem festen Willen ihn zu bekämpfen. Was nun geschah war erst einmal unausweichlich.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:15

" Was glaubst du, Bursche, kannst du hier alleine gegen mich ausrichten? Du wirst so jämmerlich sterben wie deine Eltern.", sprach Daralion spöttisch und brachte Schild und Schwert in Kampfposition. Renars Nasenflügel zitterten kurz. Nein! Er durfte sich nicht provozieren lassen. Sein Onkel war ein erfahrener und geübter Kämpfer. Er musste Herr seiner Gefühle sein und abrufen, was er gelernt hatte. Nichts zählte jetzt, außer sein Ziel. Renar schloss kurz die Augen. " Komm schon!", brüllte ihn sein Onkel an. Renar öffnete die Augen und kam seinen Onkel entgegen. Erst mit einem leichten Anlauf, dann wurde er schneller und letzten Endes war er im Spurt, als ihre Klingen sich das erste Mal kreuzten. Daralion suchte Schutz hinter seinem Schild und als Renars erster Angriff an der Verteidigung seines Onkels scheiterte, holte dieser zum Gegenschlag aus. Doch Renars Instinkte waren voll und ganz auf den Kampf fixiert und er war schneller. Manabrand schnitt durch die Luft, wie Daralion fast knurrend feststellen musste. Doch er gab nicht nach. Mehrfach versuchte er Renar zu erwischen mit Schild und Schwert. Doch Renar war zu schnell und konnte den Platz des Kampffeldes nutzen, um nicht mal annähernd getroffen zu werden. Und im Gegensatz zu dem schwer gerüsteten Daralion kostete ihn das kaum Kraft. Daralion musste Renar den Platz nehmen. Sonst würde er gegen den wesentlich jüngeren und ausdauernden Blutelf verlieren.

***

Raleria spurtete Erendil entgegen. Anders als bei ihrem Vater, würde sie hier mit Fernangriffen nur dem Hexenmeister in die Hände spielen. Sie musste so nahe ran wie möglich. Sie führte eine Gleve vor sich und eine hinter sich und rannte in tiefer Haltung ihrem Onkel entgegen. Erendil musterte ihre Bewegungen. Doch er reagierte nicht. Wartete er auf der den richtigen Augenblick? Das würde sie ihm vermiesen. Sie hatte gelernt. Zwar war sie nur Tage bei den Illidari gewesen, doch den ein oder anderen Trick hatte sie noch mitnehmen können. So lief sie unbeirrt auf Erendil zu. Dann, als sie nur noch wenige Meter entfernt war, da sah sie, wie er begann Teufelsmagie zusammeln. Ralerias Mundwinkel zuckte. Es war bereits zu spät für ihn. Die junge Blutelfe sammelte ihre eigene Teufelsmagie und von jetzt auf gleich gab ihr diese einen Schub nach vorne. Sie stand binnen eines Augenblicks vor ihrem Onkel, welcher seinen Mund kurz überrascht öffnete. Schon holte Raleria zum Schlag aus. Aber so leicht gab Erendil wohl auch nicht auf. Die Teufelsmagie in seinem Körper änderte rasch die Wirkrichtung und nun war es der Hexenmeister, welcher unnatürlich schnell sich bewegte und unter die Gleve tauchte. Raleria ließ ihren Onkel nicht vom Haken. Sie hatte noch genug Schwung und holte mit diesem zu einem kräftigen Tritt aus. Erendils Geschwindigkeit hingegen hatte Grenzen. Mit ausgestrektem Bein und mörderischen Tempo traf Raleria ihn am Brustkorb und beförderte ihn ein paar Meter nach hinten, wo er nach Luft schnappend und auf einem Knie gebäugt stehen blieb.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:16

Daralion hatte keine Wahl. Er fügte seiner Offensive den Drang nach vorne hinzu. Mit ausfallenden Schritten kämpfte er sich mit jedem Schlag etwas nach vorne. Renar wich um die gleiche Distanz zurück. Meter für Meter drängte Daralion seinen Neffen auf dem Halbrund zurück. Kurz versuchte Renar den Vormarsch zu stoppen, doch seine vereinzellten Dolchstöße prallten an dem mächtigen Schild ab oder kamen bei Daralions ständigen Bewegungen zu ungenau, um die Rüstung zu durchdringen. So stellte er relativ schnell seine Bemühungen ein und überließ seinem Onkel dem Kräfteverschleiß. Daralion lächelte unter seinem Helm. Natürlich war sein Kraftaufwand grade wesentlich höher. Doch er war seinem Ziel so nahe. Er schätzte die Distanz ab und nahm noch mal neue Fahrt auf, als er feststellte, dass Renar komplett auf den Einsatz von Waffen verzichtete und nur noch seine Bewegungen beobachtete, um ausweichen zu können.
Doch damit war nun auch Schluss. Renar prallte mit dem Rücken an die Wand. Daralion hatte ihn das ganze Halbrund zurückgedrängt und nun hatte sein Neffe keinen Platz mehr. " Amateur", hauchte er und holte zu einem vernichtenden Schlag aus. Renar zeigte keine Regung, nichts. Doch dann machten seine Arme eine schnelle Bewegung und die Dolche blitzen nach langer Pause wieder durch die Luft. Zuspät, dachte Daralion, doch sein Arm mit Manabrand in der Hand senkte sich nicht. Und auch sein Schildarm war von jetzt auf gleich wie erstarrt. Irritiert machte er ein paar Schritte zurück. Renar löste sich von der Wand und hatte keine Dolche mehr in der Hand. Daralion blickte auf seine Arme und stellte fest, wie Renar die Dolche geschickt zwischen die einzellnen Teile der Armrüstung seines Onkels gesteckt hatte, um diese zu verkeilen. Daralion schüttelte sich, doch es war vergebens. Seine Arme waren steif.

***

Erendil erhob sich schwankend. Raleria lächelte. Die Hexenmeister hatten nie gelernt die Nebenwirkungen von Teufelsmagie so zu kompensieren, wie die Illidari. Die Blutelfe setzte nach, solange ihr Onkel noch geschwächt war. Erneut stürmte sie voran. Doch Erendil wartete diesmal nicht. Seine Augen glühten kurz auf und Raleria sah seine Teufelsmagie. Doch war sie nicht bei ihm selber, sondern manifestierte sich direkt um sie herum. Fluchend brach sie den Angriff ab und machte einen Salto rückwärts grade in dem Augenblick, als die Luft um sie herum sich in Höllenfeuer entzündete. Als sie landete wollte sie grade aufblicken, als die Luft um sie herum sich erneut verwandelte. So schnell? Sie hastete los und entkam wieder dem Knall. Doch kaum stand sie eine Sekunde still, begann es schon wieder. Sie rannte und diesmal wagte sie es nicht stehen zu bleiben. Immer wieder explodierte die Luft hinter ihr in smaragdgrünen Flammen. Raleria lief das lange Rund der Bibliothek ab und warf einen Blick zu ihrem Onkel. Er stand nur da und verfolgte sie mit seinem Blick. Doch dann sah Raleria, wie mit jedem Knall einer der Instabilen Funken ihres Onkels kleiner wurde. Die Dämonjägerin witterte ihre Chance. Sie schätzte die verbrauchte Energie ab und änderte die Laufrichtung. Als der Funke nur noch einen Zauber herzugeben schien, da warf sie sich hinter eines der Bücherregale. Es donnerte durch die Bibliothek. Brennendes Papier und Holzsplitter segelten durch die Luft und eine leichte Qualmwolke verdeckte kurz die Sicht. Doch nicht für eine Dämonenjägerin. Raleria sah die Teufelsmagie ihres Onkels genau und warf ihre Gleve durch den Qualm direkt auf ihr Ziel.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:16

Daralion wand sich, doch die Dolche wollten sich nicht lockern. Gehässig blickte er Renar an: " Glückwunsch. Doch nun hast du deine Waffen verloren." Renar zuckte nicht einmal als Reaktion: " Ich brauche keine Waffen, um dich hier zu töten." Kaum hatte er das letzte Wort vollend, tauchte der junge Blutelf ab und ließ sein Bein nach oben fahren. Er traf Daralions Helm so ungünstig, dass sich dieser leicht verdrehte. Daralion war zwar unverletzt geblieben, doch sein Sichtfeld war jetzt mehr als bescheiden. War dies wirklich ein ungünstiger Treffer, oder war es so geplant? Genauso wie das Zurückweichen vor den Schwerthieben. Renar hatte sich damit wohl nur genug Zeit verschafft, um die Lücke in der Verteidigung zu suchen.
Renar erhob sich wieder und ließ seinen Fähigkeiten im unbewaffneten Nahkampf freien lauf. Faustschläge und Fußtritte dreschten auf Daralion ein. Die Kombinationen waren wie aus dem Lehrbuch und soweit Daralion sehen konnte, zeigte Renar dabei keine Regung. Er war komplett fixiert auf den Kampf und zwang diesem seinen gewünschten Ablauf auf. Doch was hatte er vor? Der Schaden an Daralions Körper war kaum nennenswet. Zuviel fing die Plattenrüstung ab. Die Schläge ließen ihn Stück für Stück zurücktaumeln. Als Renar diese Wirkung bemerkte, legte er sich noch mehr ins Zeug und die Kombinationen trafen wesentlich schneller und mit mehr Wucht.
Weiterhin versuchte Daralion sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Ewig konnte Renar dieses Tempo nicht halten und wenn er langsamer wurde, musste Daralion bereit sein. Zumindest seinen Schwertarm musste er befreien. Er taumelte weiter rückwärts, doch stieß seine Schulter auf Widerstand. Eine Säule? Jetzt wusste Daralion was Renar vor hatte. Es gab nur an einer Stelle Säulen auf dieser Etage und dies war der Rand des Rundgangs zum Tempelinnerin. Hinter diesem Rand ging es mehrere Stockwerke tief hinab. Schon sah Daralion, wie Renar leicht keuchend zu einem letzten kräftigen Tritt ausholte. Daralion hatte keine andere Wahl und ging in die Knie. Der Tritt traf ihn nun statt auf der Brust am Kopf und riss ihn zu Boden. Der Helm löste sich und viel hinab in die tödliche Tiefe. Er lag am Abgrund und Renar stand erhoben über ihm.

***

Die Gleve kreiste durch die Bilbliothek und schnitt sich ihren Weg durch die Luft direkt auf Erendil zu. Raleria kannte diese Szene. Es war wie bei ihrem Vater in Val´sharah. Nur Erendil würde sich seinem Schicksal nicht ergeben können, da er nicht sah, was auf ihn zu kam. Der Atem der Dämonjägerin stockte kurz. Plötzlich entfaltete sich Teufelsmagie vor Erendil. Die Kriegsgleve traf auf diese Kraft und viel zu Boden. Der Staub und Qualm legte sich. Erendil hatte eine Barriere vor sich geformt. Grünlechtend und aus dutzenden Glyphen und Linien bestehend schirmte sie den Hexenmeister weiträumig ab.
Gut, er hatte diesen Angriff überstanden, doch nun war er in der Defensive. Sie würde ihm nicht nochmal das Geschehen in diesem Kampf überlassen. So stürmte Raleria vor und ließ ihre zweite Kriegsgleve auf der Barriere einschlagen. Die Barriere hielt stand. Doch nun wusste Raleria, worauf sie achten musste und sie hatte es gesehen. Kaum merkbar aber für ihre Augen doch nicht gänzlich unsichtbar, war bei ihrem Schlag einer der Instabilen Funken ihres Onkels geschrumpft. Raleria lächelte und hob ihre zweite Gleve auf. Dies war ihre Stunde. Sie hatte die Techniken ihres Onkels durchschaut! Nun würde er für alles Zahlen. Mit gnadenloser Wut und Härte began Raleria ihr komplettes Arsenal an Kampftechniken gegen die Barriere zu entfalten. Und Stück für Stück schwand der Instabile Funke, welcher sie aufrecht erhielt.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:16

Daralion blickte hinab in die Eingangshalle. Grade in diesem Augenblick flog das Tor auf und ein mächtiger Schlachtzug der Legionsrichter stürmte das Grabmal. Die Eingangshalle verwandelte sich in ein Schlachtfeld. Es war so weit. Doch statt die Botschaft gefunden zu haben, hatte sein kleiner Neffe ihn an den Rande der Niederlage gebracht. Renar hatte einfach nur eiskalt alles umgesetzt, was man ihm beigebracht hatte und ihn so erwischt. Doch das durfte nicht sein. Daralion spürte Zorn in sich aufsteigen und seine Muskeln spannten sich an. Er war nicht soweit gegangen, um wie die Legion kurz vor dem Ziel zu scheitern. Der Zorn in ihm galt seiner eigenen Schwäche und brachte sein Herz in Wallung. Sein Körper pumpte und die Halterungen seiner Rüstung knackten unter den anschwellenden Muskeln. Renar musterte ihn. Emotionslos zog er ein Wurfmesser. Jetzt, wo der Helm fort war, konnte er es zu Ende bringen. Daralion blickte auf die Schlacht in den Tiefen. Dies war nicht das, was er gesehen hatte. Renar setzte zum Todesstoß an. Dies war nicht sein Schicksal! Wutentbrannt schrie Daralion auf und die Riemen der Rüstung an den Oberamen gab nach. Die Rüstung viel zu Boden, zusammen mit den Dolchen. Renar stockte und blickte irritiert. " Unmöglich...", hauchte er. Vielleicht war es das wirklich, doch das war Daralion egal. Mit aller Gewalt sprang er auf und Manabrand durchborte den Körper von Renar.

***

Ralerias Augen entfesselten einen brennenden Strahl und Erendils Barriere verlor weiter an Kraft. Doch beide regestrierten noch etwas anderes. Kampflärm schallte durch das Grabmal. Es war soweit. Die Legionsrichter holten zum finalen Schlag gegen die Invasion der Brennenden Legion aus. Raleria musste dies hier nun beenden. Mit aller Wucht schlug sie auf die Barriere ein. Doch plötzlich, viel früher als erwartet zog sich die Barriere zu einer Kugel reiner Teufelsmagie zusammen. Raleria hielt verwirrt inne. Erendil seufzte: " Verzeih mir, Raleria, aber ich habe keine Zeit mehr." Erendil macht nur eine wischende Handbewegung und die gesammelte Kraft der Barriere entfesselte sich in einem Strahl aus Teufelsmagie. Aus dem Verteidigungszauber war fast nahtlos ein Angriffszauber geworden. Die pure Kraft erwischte Raleria völlig unvorbereitet. Wie eine Puppe wurde ihr Körper durch die Biliothek geschleudert und schlug hart nahe der Tür auf. Die Gleven gingen links und rechts von ihr klirrend zu Boden.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:16

Renar blickte immernoch geschockt auf die Klinge, welche Daralion bis zum Heft in seinen Körper gerammt hatte. Wie hatte das Geschehen können? Er hatte alles unter Kontrolle gehabt. Das war unmöglich. Daralion hätte sich nie auf solche Weise befreien könne dürfen. War es ein Zauber gewesen? Nein. Daralion war ein Krieger. Er hatte nie eine derartige Begabung gezeigt. Was auch immer geschehen war, Renar konnte sich keinen Reim darauf machen und nun, wo der erste Schock verging, da realisierte er die Konsequenz. Es war das Ende.
Daralion brüllte Renar an und drückte ihn bis an die nächste Wand. Dann zog er Manabrand ruckartig aus Renar heraus. Der junge Blutlef sank sofort zu Boden und hinterließ dabei eine blutige Schleifspur an der Wand. Kraftlos blieb er sitzen und blickte Daralion an, welcher schnaubend vor ihm aufragte. Wie nur? Es spielte keine Rolle mehr. " Der Tod ist deine Strafe für die Vernichtung meines Hauses. Sieh dies als meine Vergeltung.", sprach Daralion, warf ihm einen letzten hasserfüllten Blick zu, wandte sich dann ab und ging. Renar blieb am Boden sitztend zurück. Die Beine weit ausgestreckt. Sein ganzer Weg bis hier her...umsonst. Sein Blick wurde trüb, dann umschlang ihn Dunkelheit.

***

Raleria lag am Boden und versuchte ihre Sinne zu sammeln. Was war da grade geschehen? Woher hatte ihr Onkel solche Kraft? Hatte er sich am Anfang einfach zurückgehalten? Solch konzentrierte Teufelsmagie...Raleria versuchte sich noch benommen aufzurichten. Sie schaffte es aber nur auf alle Viere. " Bleib einfach liegen, bitte.", sagte Erendil in einem schon fast wehmütigen Tonfall. Nein! Es war noch nicht vorbei. Raleria griff in ihre Gürteltasche und erhob sich taumelnd. Dann hielt sie Erendil seinen Seelensplitter entgegen. Ihr Onkel seufzte: " Mach schon. Wenn dir so viel daran liegt, dann mach es einfach...." Raleria blickte ihn an. Dann blickte sie auf den Seelensplitter, welcher nun über ihrer Handfläche schwebte. Sie wusste, was sie zutun hatte, doch irgendwie war jeglicher Antrieb es zutun aus ihr verschwunden. Ihr Zorn und der Drang nach Vergeltung war verflogen. Doch wieso? Als sie die Barriere einschlagen wollte, war sie noch so voller Hass und Euphorie zugleich gewesen. Doch nun...Worte klangen in ihrem Kopf wieder: "Denn manchmal muss man seine Liebsten vor sich selbst beschützen. Manchmal muss man ihren Hass in sich aufnehmen, damit sie frei sind." Das waren die Worte ihres Vaters in Val´Sharah gewesen. Ascas hatte behauptet, dass Erendil ihm diese Wahrheit aufgezeigt hatte. War es wieder so? Hatte ihr wieder jemand durch einen Kampf ihren Hass genommen? Aber er hatte versucht sie zu töten! Oder doch nicht? Raleria drängte sich eine Erkenntnis auf. Erendils Attacke war heftig gewesen. Doch sie hatte fast keinen körperlichen Schaden dabei genommen. Dabei hätte die Menge an Energie ausgereicht, um sie auszulöschen. Er wollte sie wirklich nicht töten. Er kämpfte einfach für etwas größeres. Tat er dies schon immer?
Unten aus dem Grabmal ertönte ein lauter Knall. Erendil blickte kurz zurück und dann zu Raleria, welche den Splitter anstarrte, ohne etwas zu unternehmen. " Wenn du was vorhast, dann jetzt.", sprach der Hexenmeister und Ungeduld mischte sich in seine Stimme. Raleria rang innerlich mit sich. Sie empfand Trauer nach der tödlichen Attacke auf ihren Vater. Würde es bei Erendil vielleicht wieder so sein? Sie wollte nicht nocheinmal solchen Schmerz spüren. Sie wollte doch nur, dass es alles endlich endet! Erendil schüttelte den Kopf: " Dann mache ich es halt selber." Seine Augen glühten kurz auf und Raleria sah geschockt, wie der Seelenstein in ihrer Hand in dutzende feine Splitter zersprang.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 27 Jun 2017, 22:23

Kapitel 32: Das Grabmal Teil 2 - Vergebung

Renar wanderte durch eine unendliche Dunkelheit. Der Schmerz war verschwunden und er fühlte sich leicht. Doch sein Geist war verwirrt. Er hatte nicht verarbeitet, was dort  eben geschehen war, noch wusste er, was nun mit ihm geschah. Es ging ihm wohl ähnlich, wie den Nachtelfen von Azsuna. Ob auch er ein ewig wanderder Geist werden würde wie Idri? Langasm spürte der junge Blutelf, wie die Kälte der Umgebung ihn durchdrang. Doch in der absoluten Stille hörte er auch plötzlich etwas. Es klang wie das knistern von brennendem Holz. Ein Licht erschien am Horizont und unweigerlich steuerte Renar drauf zu. Wo sollte er nun auch sonst noch hin?
Es war unmöglich zu sagen, wie lange er brauchte, doch nach einer Weile erkannte er die Lichtquelle. Es war ein Lagerfeuer, ein einsames verlorenes Lagerfeuer im Nichts. Renar trat näher heran und spürte, wie eine gewisse Wärme von diesem Feuer ausging. Je näher er kam, desto deutlicher erkannte er auch eine Gestallt, welche vor dem Feuer saß und wohl die Flammen beobachtete. Es war ein alter Blutelf mit weißen langen Haaren. Seine Robe war reichlich verziert. Renar trat näher heran, um das Gesicht des Elfen erkennen zu können, welcher einfach so nachdenklich auf einem Hocker saß und den Tanz des Feuers beobachtete. Dann aber, als Renar ihn erreichte drehte der Mann seinen Kopf zu dem Neuankömmling. Lyrander lächelte sanft: " Willkommen, mein Sohn."

***

Raleria blickte fassunglos auf den zersplitterten Seelenstein. Erendil hingegen schien kurz die Luft wegzubleiben und er ging nun selber in die Knie. Nach all den Jahren war seine Seele wieder eins. Er hatte sich selber seines größten und geheimsten Schutzes beraubt. Raleria hätte nun einfach nach einer Gleve greifen können, doch sie konnte nicht den Blick von ihrem Onkel abwenden. ihre Gedanken schweiften wieder ab nach Val´sharah. Vor ihren Augen sah sie wieder ihren Vater, welcher ihrer offenen Attacke nicht ausgewichen war, um eine Freundin zu schützen. Dann dachte sie an Zuldara, welche ihre letzte Lebensenergie aufgebracht hatte, um ihr die Geschichte des Grabmals zu erzählen und sie so überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte hier her zu kommen und diesen Kampf zu kämpfen. Langsam schüttelte Raleria ihren Kopf und hauchte: " Wieso?"
Erendil erhob sich schwankend und blickte sie an. Der Schweiß stand auf seiner Stirn, doch sein Körper schien sich bereits zu regenieren. Mit einem verbitterten Lächeln, dem ihres Vaters so ähnlich, antwortete er: " Weil wir so sind."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mi 28 Jun 2017, 23:10

Erst war Renar überrascht, doch dann seufzte er: " Ich nehme an, dass bedeutet, ich bin tot." Lyranders Blick wurde trauriger und er nickte sachte: " Ich fürchte dem ist wohl so." Renar blickte enttäuscht zur Seite. Der alte Priester blickte ihn fragend an: " Du scheinst verbittert. Der Tod ist dir doch nicht fremd." Der junge Elf nickte sachte: " Ich bin gescheitert. Ich konnte dich und all die anderen nicht rächen." Lyrander schien zu verstehen und lächelte nun wieder sanft. Er klopft auf einen Holzhocker, welcher plötzlich einfach so neben ihm stand: " Komm und setz dich. Erwärme dich an diesem Feuer." Renar wusste, dass er nun eh nichts anderes mehr machen konnte und kam der Einladung seines Adoptivvaters nach. " Dann war es also Daralion, der dich getötet hat?", fragte dieser, nach dem Renar platz genommen hatte. Renar blickte in die Flammen und nickte zustimmend. Lyrander folgte seinem Blick und als Renar weiter schwieg sprach er weiter: " Ich hatte befürchtet, dass eure Wege sich kreuzen würden. Auch wusste ich, dass du diese Probe noch nicht bestehen konntest." Renar hätte sich vielleicht beleidigt fühlen können. Doch was für eine Rolle spielte dies nun noch. Seine Irritation wich langsam einer Resignation: " Ich hatte ihn. Ich hab mich so fokusiert, wie du es mir beigebracht hattest. Ich..ich hätte es schaffen müssen." Lyranders Blick wurde nun betrübter: " Wie du sicherlich schon erkannt hast, sind nicht all meine Lehren so gut gewesen. Das alles ist meine Schuld. Es tut mir Leid." Überrascht blickte Renar den alten Priester an. Nie, wirklich nie hatte Lyrander Leh`Nister sich in seiner Gegenwart für etwas entschuldigt. Sie waren wohl wirklich beide tot.

***

In Val´sharah hatte Raleria die Worte nicht verstanden. Doch nun wusste sie genau, worauf sie hindeuteten. Erendil hatte also wirklich nur gegen sie gekämpft, um ihr ihren Hass zu nehmen. Er hatte sich seines letzten Schutzes entledigt, weil er genau wusste, dass dieser Seelenstein eine Art Antrieb für sie war. Langsam erhob sich die Dämonjägerin und blickte ihren Onkel an: " Was nun? Wir sind beide tief gesunken. Wie können wir noch Wächter für diese Welt sein?" Erendil lächelte: " Du bist noch genau so unschuldig, wie damals als kleines Mädchen. Und wenn es nach mir ginge, würdest du das für immer bleiben." Raleria senkte den Kopf: " Mein Vater. Er..." " Er lebt.", unterbrach Erendil sie. Ralerias Herz machte einen Sprung und wurde mit einer Erleichterung und Freude gefüllt, an die sie sich nicht mehr erinnern konnte, sie jemals gefühlt zu haben. Erendil sprach weiter: " Dafür kannst du Sylea danken. Sie spürte ihn auf und brachte ihn noch rechtzeitig nach Dalaran zu den Heilern." Kleine Tränen sammelten sich an den brennenden Augen der Dämonenjägerin und Erendil schien erleichtert, als er diese bemerkte. Er griff in seine Tasche. Jetzt. Jetzt war der richtige Augenblick. Er zog einen Seelenstein hervor und hielt ihn Raleria entgegen: " Ich habe dir unendlich schlimme Dinge angetan und ich kann keine Vergebung von dir erwarten. Doch als Beweis dafür, dass ich dich immer geliebt habe wie meine eigene Tochter, habe ich ein Geschenk für dich. Es wird Zeit, dass du mit deiner Vergangenheit abschließen kannst und endlich Ruhe findest."
Der Seelenstein zersprang unter geringen Kraftaufwand und ein grelles Leuchten blendete die Blutelfe kurz. Als es abgeklungen war stand eine geisterhafte Gestallt vor ihr und sprach mit lieblicher Stimme: " Raleria..." Raleria erkannte die Frau, auch wenn sie kaum Erinnerungen an sie hatte. Nun verwandelten sich die Tränen in etwas größeres und liefen ihre Wangen hinab als sie hauchte: " Mama..."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Do 29 Jun 2017, 23:03

Einen momentlang blickten Lyrander und Renar schweigend in das Feuer. Lyrander atmete tief durch und setzte an etwas zu sagen, doch Renar kam ihm zuvor: " Ich habe deine Tagebücher gelesen." Lyranders Augen weiteten sich etwas und er blickte seinen Adoptivsohn an. Dann antwortete er schuldbewusst: " Ich habe schlimme Dinge getan. Grade in Bezug auf dich." Renar nickte: " Ja, das hast du." Lyrander senkte den Kopf und blickte zur Seite. " Doch du hast nach reinem Gewissen gehandelt. Du hast nicht nur an deine eigene Zukunft gedacht. Das unterscheidet dich von Daralion.", fügte Renar nach einer kurzen Pause an.
Wieder blickte Lyrander überrascht. Neben ihm saß nicht mehr der kleine Junge, welcher nach Anerkennung eines Adeligen strebte. Wann war der Renar so gereift? Der alte Priester musste lächeln: " Daralion und ich drängten einst unseren Vater, dass er sich um mehr Macht und Einfluss in Quel´Thalas bemühen sollte. Doch unser Vater schmetterte uns ab. Damals hielten wir es für ein Zeichen der Schwäche. Heute weis ich, dass er zum Wohle des Reiches gehandelt hatte. Unser Haus war nie bereit um zu führen. Die Tatsache, dass du jetzt bereits über solche Dinge nachdenkst, lässt mich ziemlich dumm darstehen. Doch ich empfinde auch eine Art Stolz auf dich. Dabei habe wahrscheinlich kein Recht dazu." Renar wendete seinen Blick vom Feuer ab und blickte den alten Priester an. Lyrander rechnete mit einer verbalen Abreibung, doch Renar lächelte sanft: " Doch, das hast du. Du warst mein Vater."

***

"Mama....wie? Wie ist das möglich?", fragte Raleria bis ins Herz berührt. Tandoria lächelte sie an: " Erendil und seine Freunde sind an den Rand der Schattenlande gereist und haben mich gerufen. Er wollte, dass wir uns noch einmal wiedersehen." Erschrocken blickte Raleria zu ihrem Onkel. Er hielt sich abseits. Die junge Blutelfe lächelte ihn dankbar an und Erendil nickte ihr leicht zu. Dann wendete sich Raleria wieder ihrer Mutter zu. Tandoria betrachtete ihre Tochter einen Augenblick und lächelte liebevoll: " Du bist so groß und stark geworden. Allerdings hatte ich gehofft, du würdest auch eine Magerin. Aber es steckt wohl doch zu viel von deinem Vater in dir." Raleria senkte ihren Kopf: " Es tut mir Leid. Ich habe mich mit dunkeln Mächten eingelassen und bin einem noch dunkleren Pfad gefolgt. Ich habe dich enttäuscht."
Tandoria glitt hinüber zu Raleria, welche wie ein kleines Mädchen in diesem Augenblick wirkte. Der Geist streckte seine Hand aus und strich Raleria über die Wange: " Nichts von dem ist deine Schuld. Wir sind es, die dich dazu gezwungen haben diesen Weg zu gehen. Doch ich bin auch nicht enttäuscht. Denn trotz eines mehr als schweren Schicksals hast du nie aufgegeben. Du bist mit aller Kraft deinen Weg weitergegangen und hast für dein Leben gekämpft. Du hast es mit einem Gegner aufgenommen, an dem ich gescheitert bin, das Leben. Das macht mich als deine Mutter unglaublich glücklich und stolz."

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 02 Jul 2017, 01:47

" Ich wollte dich zu meinem Erben erklären. Nun fällt mein ganzes Vermächtnis wohl Daralion zu.", sprach Lyrander nach einem Augenblick der Stille bekümmert. Renar schüttelte schte den Kopf: " Das Haus wurde aufgelöst. Die Familie Leh`Nister gibt es nicht mehr. Und was das Erbe angeht..." Lyrander blickte fragend zu seinem Adoptivsohn: " Ja?" Renar blickt in die Dunkleheit um sie herum: " Wenn ich es mir so überlege. Ich lgaube ich hätte es zum damaligen Zeitpunkt abgelehnt." Nun wurde Lyranders Blick neugierig: " Warum? Du hättest viel Einfluss geerbt, viel erreichen können." Renar nickte wieder: " Ja. Doch ich hätte genauso von der Macht verführt werden können, so wie du und Daralion. Ich war nicht bereit. Draenor hatte viel in mir bewegt und ausgelöst." Der Priester lächelte verstehend: " Und heute? Was hättest du heute dazu gesagt?" Renar verzog grübelnd den Mund: " Ich weis es nicht. Meine Zeit auf den Verheerten Inseln hat mir viel beigebracht über Herrscher und ihre Schicksale. Ich weis nicht, ob ich dafür der richtige gewesen wäre." Lyrander lächelte sanft: " Und genau weil du so denkst, bin ich mir sicher, dass du der größte Leh`Nister aller Zeiten geworden wärst."

***

Raleria strahlte ihre Mutter an und diese strahlte zurück. Im gleichen Augenblick begann die Gestallt von Tandoria zu leuchten und sie sprach weiter: " Meine Zeit ist begrenzt und ich muss dich wohl wieder verlassen. Ich konnte dir nicht viel mit auf deinen Lebensweg geben. Dabei wäre es als Mutter meine Pflicht gewesen. Lass mich das nun nachholen. Vergiss nie, welchen Weg du bist hier her gegangen bist, doch trauere auch nie der Vergangenheit hinterher. Lebe jeden Tag aufs neue und bleib tapfer, wenn es mal nicht so läuft wie du es dir vielleicht gewünscht hättest. Auch wenn es heute regnet, so wird am nächsten Tag die Sonne wieder aufgehen. Verliere also nie deinen Glauben an die Zukunft, Raleria, und sei nicht zornig wegen längst vergangenen Tagen. Versprich mir das." Raleria nickte bekräftigend. Tandoria fuhr fort: " Lass dich nicht unterkriegen, nur weil du eine Frau bist. Wir können stärker sein als so mancher Mann. Niemand kann deine Stärke besser einschätzen als du selbst. Doch es ist nicht verwerflich Rat und Tat deiner Feunde anzunehmen oder jener die dir nahe stehen. Stoße sie nicht fort, denn alleine kann niemand leben." "Mama...", hauchte Raleria und biss sich auf die Unterlippe. Die Magierin legte ihrer Tochter nun beide Hände auf die Wangen und blickte ihr tief in die brennenden Augen: " Doch das wichtigste ist die Liebe. Ohne die Liebe ist diese Welt verloren. Ohne Liebe bist du verloren. Also verschließe niemals dein Herz und finde jene und beschäftige dich mit jenen, die dir selber offen stehen.. Auch wenn du sie vielleicht noch nicht kennst, sie sind da draußen und du wirst ihnen begegnen. Denn du bist jung und die Zukunft gehört dir, Raleria."
Tandorias Körper leuchtete grell auf und begann von den Füßen aufwärts an sich aufzulösen und von einem leichten Luftzug davon getragen zu werden. " Leb wohl, meine Tochter.", sprach sie so liebevoll, dass Raleria erst nicht in der Lage war zu antworten. Doch dann überwand sie sich und antwortete leise: " Leb wohl, Mama." Der Körper ihrer Mutter löste sich auf in einem Nebel aus Licht und Raleria beobachtete ihn solange, bis er komplett verflogen war.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 02 Jul 2017, 17:58

Renar war überrascht von Lyranders Ansicht und verfiel erst in ein langes Schweigen. Dann blickte er wieder in die alles umschlingende Dunkelheit hinaus und sprach: " Du hast viele schlimme Dinge getan. Doch am Ende wolltest du dich stellen und die Verantwortung dafür übernehmen. So hast du es niedergeschrieben. Lange wusste ich nicht, ob du es wirklich ernst meintest oder nur der Frust der Einsamkeit und des Alters aus dir sprach." Lyrander blickte wieder schuldbewusst in das flackernde Feuer. Doch ehe er etwas sagen konnte, sprach Renar weiter: " Doch wir sind tot und du hast nichts mehr von einer Lüge. Deine Worte spiegeln wieder, was ich gehofft hatte, aber viele wohl nie glauben werden, weil sie keine Gelegenheit mehr haben dich so zu sehen, wie ich dich nun sehe. Deshalb, stellvertretend für sie, aber auch für mich selbst...ich vergebe dir." Überrascht blickte Lyrander den jungen Blutelfen an. Renar war tausende Jahre jünger als er und doch um so vieles weiser. "Danke.", war alles, was er in diesem Augenblick sagen konnte. So saßen sie nun schweigend am Feuer mitten in der Dunkelheit, Vater und Sohn. Vereint in der Ewigkeit.

***

Raleria wischte sich mit ihrem Ärmel einmal durch das Gesicht und blickte dann auf. Erendil stand am anderen Ende des Raums und blickte sie mit einem emotianlen Gesichtsausdruck an, denn sie bei ihm nie zuvor gesehen hatte. Oder doch? Bilder rekonstruierten sich in ihrem Kopf. Bilder eines Abends, welcher sich für immer in ihr Gedächtnis gebrannt hatte. Zumindest dachte sie das. Sie stand an Erendils Seite vor dem brennenden Anwesen der Familie Dämmerflucht. Das Hölllnfeuer verzehrte grade die alten Gemäuer als die kleine Elfe zu ihrem Onkel aufblickte. Doch da, wo ihre Erinnerungen immer ein boshaftes Lächeln zeigten, da flossen nun Tränen seine Wangen hinab und er nahm ihre Hand, als suche er nach Halt in diesem Augenblick.
Nun standen sie sich hier im Grabmal des Sargeras gegenüber, am Ende eines weltverzehrenden Krieges. Schweigend, in der von ihrem Kampf gezeichneten Bibliothek. Erendil setzte an etwas zu sagen, doch Raleria kam ihm zuvor: " Du und Sylea seid bis ins Reich der Toten gegangen für mich?" Erendil schloss seinen Mund wieder und nickte nur leicht. Raleria schloss einen Augenblick ihre Augen und ordnete ihre Gedanken und Gefühle: " Du sagtest, du kannst keine Vergebung von mir erwarten. Da hast du recht. Deine Taten werden niemals ungeschehen seien und deshalb gibt es keinen logischen Grund für Vergebung." Als Erendil ihre Worte vernahm blickte er schuldbewusst zu Boden. Doch Raleria war noch nicht fertig: " Und dennoch...ich vergebe dir." Wirkte sie grade noch wie ein kleines Mädchen, so sah Erendil nun das erste Mal eine junge Frau in ihr.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 04 Jul 2017, 22:44

Kapitel 33: Das Grabmal Teil 3 - Vermächtnis

Der Verlassene erklomm den Hügel und blickte dem Blutelfen ins Gesicht. Wenig begeistert sprach der Untote: " Ihr habt mir diese Nachricht zukommen lassen?" Der Blutelf nickte zustimmend und antwortete: " Ja. Ich brauche eure Hilfe." Der Verlassene spuckte aus: " Euch helfen? Was habt ihr nun schon wieder vor?" Der Blutelf schwieg kurz. Dann antwortete er: " Ich möchte die Welt verändern. Sie zu einem besseren Ort machen." Nun musst der Untote lachen: " Das letzte Mal, als ihr die Welt verändern wolltet, bestand ein Teil dieser Veränderung daraus, dass ich Monate lang in Tol´Barad in einem Kerker saß." Schuldbewusst senkte der Blutelf den Kopf: " Ich entschuldige mich dafür. Doch es ist Vergangenheit. Ich spreche nur noch von der Zukunft." Der Verlassene schüttelte den Kopf: " Für uns Untote gibt es keine Zukunft."

Daralion stieg die Treppe hinauf und sah das Ende der sich im kreiswindenen Stufen direkt vor sich. Das musste es sein. Wenn er sich nicht irrte war dies die Etage, auf welcher sich die Botschaft befand. Er setzte seinen Fuß auf den Rundgang und holte Luft. Der Kampf mit Renar hatte ihn überraschend wenig körperlichen Schaden zugefügt. Doch seine Rüstung saß seit dem recht unbequem. Doch würde er sie noch brauchen? Die Armschienen und Helm waren eh schon verloren. Kurz entschlossen entledigte er sich den Schulterstücken und dem Brustpanzer. Dann zog er mit Runenklinge und Schild weiter. Sobald er die Botschaft gefunden hatte, brauchte er nicht mehr.
Der Blutelf wanderte den Rundgang entlang und sah nach wenigen Mitgliedern schon durch die Säulen sein Ziel. Auf halber Höhe des Gangs war eine große Öffnung in der Wand, welche in einen Raum führte. Das dortige Licht und der frische Luftzug verrietem ihn, dass es dort sein musste. Er blickte sich noch einmal um. Niemand war mehr hier oben zu sehen, doch spürte er die Anwesenheit einer großen Macht. Daralion bewegte sich instinkitv schneller. Er erreichte die Öffnung und betrat den Raum. Er war wesentlich höher und breiter als die anderen. Eine Art Versammlungshalle. An ihrem Ende mündete sie in wenige Stufen, welche hoch führten zu einem großen Balkon. Dort auf einem steinernden Podest stand sie. Sie war mannsgroß und eine perfekte Kugel. Sie schien aus einfachem Glas zu bestehen und durch dieses sah man einen Strudel aus smaragdgrünen Licht zirkulieren. Er hatte die Botschaft gefunden. Ihre Aura war durchtränkt von Teufelsmagie, doch vermisste Daralion die brennenden Augen, welche ihm gezeigt worden waren. Der Avatar schien anderweitig beschäftigt. Gut so.
Daralion verstaute Manabrand und seinen Schild und schritt durch die Halle. Je näher er ungehindert der Botschaft kam, umso sicherer wurde sein Gang und umso siegessicherer sein Lächeln. Er betrat die Stufen und machte sich daran, die letzten Meter zu überbrücken, als ein Schrei am Himmel ihn innehielten ließ. Das war kein Dämon gewesen. Langsam zog er Manabrand und den Schild. Doch er sah nichts, was sich ihm wohl in den Weg stellen wollte. Langsam ging er weiter. Dann ertönte der Schrei schon wieder und ein schwarzer Schatten zog über den Balkon hinweg und war wieder verschwunden, ehe Daralion weit genug auf den Balkon hinaus kam, um genaueres sehen zu können. Doch er hatte den Schrei erkannt. Es war ein Drache gewesen. Dieser Krieg zog wohl wirklich alle an. Daralion atmete durch und ging weiter, als der Schatten erneut auftauchte. Ein Schwarzdrache überflog den Balkon knapp und schien etwas fallen zu lassen. Es landete hart zwischen dem Blutelfen und der Botschaft. Dann richtete es auf. Es trug eine schwarze Plattenrüstung geziert mit Hörnern und blickte Daralion mit glühenden Augen an. " Ich kann euch leider nicht gestatten dieses Artefakt zu berühren.", sprach Assabad und zog seine Schwerter, welche leicht glühten.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mi 05 Jul 2017, 22:36

Der Blutelf schwieg wieder einen Augenblick. Dann seufzte er und sprach: " Lasst mich euch beweisen, dass es selbst für einen Untoten etwas in der Zukunft gibt." Der Verlassene schüttelte sachte den Kopf: " Warum sollte ich euch vertrauen?" Nun musste der Blutlef lächeln: " Wenn ihr keine Zukunft habt, gibt es nichts, wovor ihr euch fürchten müsstet, oder?" Der Verlassene stockte. Dann gab er sich geschlagen und nickte sachte: " Ihr bekommt eine Chance, mich zu überzeugen. Nutzt sie weise." Dankbar nickte der Blutelf: " Trefft mich in 2 Tagen dort, wo die Straße des Rotkammgebirges auf den Wald von Elwynn trifft."

Daralion knurrte: " Aus dem Weg, Verlassener. Ihr wisst nicht, worum es hier geht." Assabad blickte zurück zur Botschaft, dann wieder zu Daralion: " Das ist die Botschaft und ihr seid Daralion, ehemals Leh`Nister." Nun festigte auch Daralion den Griff um Schild und Schwert: " Kennen wir uns, Untoter?" Assabad lächelte: " In der Tat. Wir begegneten uns einst. Doch das spielt keine Rolle. Ich kann euch nicht passieren lassen." Daralion hatte genug. Schon wieder tauchte jemand auf, der ihm den Weg versperrte und das so kurz vor dem Ziel. Ohne groß abzuwarten ging er in den Angriff über.
Schild und Schwerter kreuzten sich klirrend. Und die Wucht von Daralions Vorstoß ließ Assabad zurückweichen. Der Blutelf lächelte. Das würde schnell vorbei sein. Er schwang Manabrand durch die Luft und drängte Assabad mit Hilfe von ein paar Schildschlägen in die Defensive. Langsam näherten sie sich der Botschaft. Daralion würde seine Machtergreifung mit einem Blutopfer einleiten. Es war alles so perfekt. Nichts konnte nun seine Vision noch stoppen. Assabad stemmte seine Füße in den Boden und aprubt endete Daralions Vormarsch. Daralions Lächeln schwand leicht und er vollführte ein paar mächtige Hiebe. Assabad aber parierte diese einfach. Der Verlassene blickte den Blutelf an: " Ich bin dran." Die Schwerter des Untoten glühten auf und Assabad ließ sie durch die Luft wirbeln.
Daralion versuchte noch die ersten Schläge mit der eigenen Klinge zu parieren, doch die Wucht und Geschwindigkeit war zu groß. Er suchte Schutz hinter seinen Schild und Assabad hämmerte auf dieses ein. Daralion wich zurück und langsam aber sicher entfernten sie sich wieder von der Botschaft.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Do 06 Jul 2017, 22:50

Der Verlassene erreichte die Grenze zu den Wälder Sturmwinds zur verabredeten Zeit. Der Blutelf wartete bereits auf ihn und als der Untote zu ihm aufschloss zogen sie los in die Wälder. Es dauerte einen paar Minuten, doch dann erreichten sie ein abgelegenes Haus nahe einer Menschensiedlung. Vorsichtig näherten die beiden sich und plötzlich lag das Lachen eines Kindes in der Luft. Vom Waldrand aus erblickten sie ein kleines Menschenmädchen, welches mit einer Katze spielte. " Was soll das? Apelliert ihr nun an mein Herz? Zur Information, es schlägt schon lange nicht mehr.", sagte der Untote schon fast enttäuscht. Der Blutelf lächelte: " Schaut genauer hin. Erinnert sie euch an jemanden?" Der Verlassene blickte genauer zu dem Mädchen. Als er endlich erkannte, war ihm fast so, als würde sein Herz wirklich wieder beginnen zu schlagen.

Daralion brodelte vor Zorn. Wie konnte es dieser Verlassene es wagen? Brüllend erhob sich der Blutelf aus seiner Deckung und holte zum Gegenangriff aus. Doch da traf ihn der Plattenstiefel im Magen. Beide Schwerter rasten von der gleichen Seite heran und als sie auf das Schild prallten, konnte Daralion nicht standhalten. Er wurde herumgerissen und der Schild landete hinter ihm auf den Boden. Grade im letzten Moment konnte der Blutelf sich wegrollen, als die Schwerter von oben herab auf ihn zu kamen. Sie prallten mit großer Wucht auf den Boden, während Daralion hart die Treppestufen hinabrollte. Schnell ergriff Daralion seinen Schild und wirbelte auf einem Knie gestützt herum. Doch Assabad hielt seine Position.
Daralion holte erstmal schnaufend Luft. Dann musterte er den Verlassenen scharf: " Wir sind uns also schon einmal begegnet?" Assabad nickte sachte: " In Lordearon vor vielen Jahren während des Kriegs gegen die Horde." Daralion tastete in seinen Erinnerungen nach einem Bild, doch er fand keines, welches dem Verlassenen in seinem jetzigen Zustand entsprach. Doch erklärte der Umstand durchaus, warum Assabad ihm mit solchem Erfolg entgegen trat. Er war wohl ein erfahrener Soldat und genauso durch den Krieg geformt, wie der Blutelf selbst. " Warum stellt ihr euch mir in den Weg?", fragte Daralion nun. Assabad wusste, dass Daralion Zeit schindete, um zu verschnaufen. Doch es war eine Sache der Ehre sich zu erklären: " Es geht um das Vermätchnis unserer Generation, Leh´Nister. Wir haben unsere Zeit gehabt und nun entschiedet sich, was wir dieser Welt hinterlassen." Daralion blickte auf: " Nein, ihr irrt euch. Meine Zeit beginnt grade erst. Eure hingegen ist vielleicht wirklich um." Der Blutelf erhob sich. Assabad ließ ihn gewähren: " Dies ist die letzte Chance für Wiedergutmachung. Unsere Generation hat nur Krieg über diese Welt gebracht und unsere Erben auf einen falschen Weg geführt. Das muss sich ändern." Daralion lachte kurz: " Unsere Erben sind schwach. Wir hingegen sind eine starke, eine goldene Generation. Geboren um zu herrschen." Daralion ging in Angriffsstellung. Assabad schüttelte sachte den Kopf: " Unser Schicksal ist einzig und alleine der Tod. Lasst es uns gemeinsam erfüllen." Assabad warf ein Schwert weg und umfasste das andere mit beiden Händen. Mit einem gewaltigen Satz von der Oberkante der Stufen aus kam er auf Daralion zugesprungen.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Sa 08 Jul 2017, 00:02

" Wie ist das möglich?", fragte der Verlassene ungläubig. Der Elf erläuterte dem Verlassenen gerne was er sah: " Als wir beide Feinde waren, da suchte ich nach einem Mittel euch effektiv zerstören zu können. Nicht körperlich, sondern geistig. Ich forschte in eurer Vergangenheit herum. Ich fand eure Berichte darüber, wie ihr eure Tochter und Enkeltochter in Stratholme verloren hattet. Nun ja, wie soll ich sagen. Das war nicht ganz korrekt." In diesem Augenblick ging die Tür des Hauses auf und eine Frau gehobeneren Alters trat aus dem Haus und rief das Mädchen zu sich. Der Verlassene stand einfach nur sprachlos da. Der Blutelf schenkte ihm einen Augenblick, dann sprach er weiter: " Euer Schwiegersohn nahm die Gerüchte über die Seuche von Lordaeron ernst und verließ mit Frau und Kind Stratholme. Auf dem Weg zu euch sind sie wohl evakuiert worden. Sie fanden ein neues Zuhause hier im Königreich Sturmwind." Der Untote schüttelte ungläubig den Kopf: " Dann ist das...?" Der Blutelf nickte: " Das ist eure Tochter und eure mittlerweile geborene Urenkelin."

Daralion hob den Schild. Assabad senkte sein Schwert. Das Schwert schlug krachend auf der oberen Kante des Schildes auf und der Blutelf schnaufte kurz unter der Wucht, während der Klang des Aufpralls wie ein Donner durch das Grabmal schallte. Der folgende kurze Augenblick zog sich für Daralion wie eine Ewigkeit hin. Erst knackte sein Schild. Dann lösten sich feine Metallsplitter. Ein Riss began sich von der oberen Kante mittig durch das Schild zu fressen. Daralion senkte ihn instinktiv, um den Druck zuvermindern, doch Assabads Klinge näherte sich dadurch bedrohlich Daralions Hals. Dessen Augen weiteten sich. Er konnt den Schlag nicht blocken und nicht abfedern. Verzweiflung machte sich in ihm breit, als der die Hitze der Klinge spürte, welche seine Haut ansengte, bevor sie ihn überhaupt berührte.
Mehr aus puren Überlebensinstinkt als wirklicher Überlegung ließ Daralion Manabrand nach oben fahren. Assabad senkte sich aus der Luft hinab und landete auf der Runenklinge. Doch noch immer näherte sich das Schwert des Verlassenen dem Hals des Blutelfen. Daralion schrie seine Verzweiflung hinaus und drückte mit der Runenklinge den durchbohrten Verlassenen weg. Assabads Klinge erreichte den Hals des Blutelfen. Das glühende Metall berührte die Haut, brannte sich in das Flesichs und stoppte. Der Schwung des Angriffs war aufgebraucht.
Schweiß rann Daralions Stirn hinab, doch als er merkte, dass Assabad gestoppt war und Manabrand den Körper des Verlassenen durchdrungen hatte, holte er mit dem gesprungen Schild schwung. Er traf den Untoten hart und ließ ihn von der Runenklinge rutschen. Doch anstatt das Assabad zu Boden ging, holte er erneut Schwung. Aus der Panik und Ungläubigkeit heraus drosch Daralion wie ein Berserker auf den Verlassenen ein. Assabad parierte ein zwei Schläge, doch dann forderte die Verletzung ihren Tribut. Ihm glitt das Schwert aus der Hand und nach dem er mehrere Treffer einstecken musste, ging der Verlassene erst auf die Knie, dann viel er ausgetreckt zu Boden.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Sa 08 Jul 2017, 19:04

Assabad und Erendil standen schweigend am Waldrand und betrachteten die Familie, Assabads Familie. Dann brach Erendil das Schweigen: " Ich bitte euch noch einmal mir zu helfen. Ihr sagtet ihr habt keine Zukunft. Ich sage euch, eure Zukunft ist die Erhaltung eures Vermächtnisses." Assabad betrachtete seine gealterte Tochter und wie sie seine Urenkelin auf dem Arm mit ins Haus nahm. Die Katze folgte ihnen. Kurz senkte der Verlassene seinen Blick. Dann wandte er sich Erendil zu: " Also, wie erschaffen wir eure neue Welt?"

Schnaufend und erschöpft viel Daralion auf die Knie. Der Schnitt an seinem Hals brannte. Nie zuvor hatte er so um sein Leben kämpfen müssen. Er schnappte nach Luft, nur um sofort wieder die Luft anzuhalten, als Assabad sich bewegte. " Stirb einfach!", brüllte ihn Daralion an. Assabad lachte leise, bevor er erschöpft sprach: " Seid unbesorgt. Der Tod greift bereits nach mir." Daralion atmete erleichtert aus: " Dann ist es entschieden. Meine Vision wird wahr. Euer Vermächtnis, von dem ihr spracht, es wird nicht existieren." Schwankend erhob sich Daralion und näherte sich wieder der Botschaft. Dann hörte er wieder Assabads Stimme: " Ihr irrt euch, Elf. Es existiert bereits. Eine neue Generation ist auf dem Weg und unsere direkten Erben, sie haben erkannt, was wirklich wichtig ist." Daralion drehte sich um und blickte den am Boden liegenden Verlassenen an: " Diese neue Generation, sie ist bereits gescheitert. Ich selber habe einen aufstrebenden Jungen niedergestreckt und unsere Erben, also die Generation der Boten, sie wird mir dienen, so wie sie immer nur gedient hat." Assabad seufzte: " Hass und Unterdrückung ist das Vermächtnis unserer Generation. Doch bin ich überzeugt davon, dass mit diesem Krieg hier neue Werte Einzug halten. Hoffnung und Freiheit werden die Zukunft bestimmen, wenn wir tot sind. Und ihr Daralion, werdet mir schon bald folgen. Meine Niederlage hier stand schon lange fest. Ich musste euch lediglich hinhalten. Denn ich sah, wer noch in dieses Grabmal marschiert ist. Sie sind nahe und kommen, um euch zu holen. Ihr werdet ihre Erlösung sein, Daralion. Ob ihr wollt oder nicht, dass ist euer Vermächtnis..." Assabad zuckte kurz, dann rührte er sich nicht mehr.

***

Erendil blickte Raleria dankbar an und seine Nichte lächelte verlegen: " Geh nun. Bring es zu Ende." " Was wirst du nun tun?", fragte Erendil. Raleria blickte an die Stelle, wo eben noch ihre Mutter stand und antwortete: " Für mich ist dieser Krieg vorbei. Ich muss über so manches erst einmal nachdenken." Erendil nickte verstehend und schritt auf den Ausgang hinter ihr zu. Auf gleicher Höhe mit ihr blieb er kurz stehen und legte ihr die verbundene Hand auf die Schulter. Sie blickte ihn an: " Pass auf dich auf, ja? Ich habe ein ungutes Gefühl." Erendil lächelte: " Sei unbesorgt. Selbst, wenn dies mein Ende ist, so wird mein Platz nicht lange unbesetzt bleiben. Denn du bist eine würdige Nachfolgerin. Du wirst meinen Weg vollenden können und diese Welt aus dem Schatten heraus beschützen. Und nun geh. Sylea müsste nahe des Grabmals sein. Sie wird froh sein, dich zu sehen." Raleria nickte leicht lächelnd und machte sich an den Abstieg. Erendil blickte ihr hinterher. Sein Herz war ungewöhnlich leicht. Sein Vermächtnis war gesichert.

***

Renar und Lyrander saßen gemeinsam an dem Lagerfeuer in der endlosen Dunkelheit, als der Körper des jungen Blutelfen plötzlich von einem grünen Licht erfüllt wurde. Renar spürte Wärme. Nicht vom Feuer, sondern aus seinem eigenen Körper und blickte Lyrander verwirrt und fragend an. Lyrander betrachtete seinen Adoptivsohn und lächelte leicht: " Scheint als hätte ich mich mal wieder geirrt. Du bist nicht tot. Jemand gibt dir eine zweite Chance." Renar spürte, wie ihn etwas von diesem Ort wegzog und griff nach Lyrander. Jetzt wo sie sich so nahe waren, wollte er nicht gehen. Lyrander blickte ihn an: " Ist schon gut. Du bist zu jungen, um die Ewigkeit hier verbringen zu müssen. Geh zurück in das Reich der Lebenden. Nutze die Chance und mache mich stolz." Jadegrüner Nebel wirbelte um Renar herum und hob ihn in die Luft. Sein Körper began im selben Grün zu leuchten. " Komm schon, Kleiner!", ertönte eine Stimme vom Himmel. Renar senkte den Kopf und blickte dann zu Lyrander: " Ich werde leben. Ich werde so leben, dass du stolz auf dein wahres Vermächtnis sein kannst." Lyrander lächelte und nickte. Dann löste sich Renars Umgebung auf.
Der junge Blutelf öffnete stöhnend seine Augen und fühlte Erschöpfung und Schmerz. " Na geht doch. Das war ganz schön knapp.", hörte er wieder diese Stimme sprechen. Langsam versuchte Renar sich zu orientieren. Er saß auf dem Boden an eine Wand gelehnt mit ausgestreckten Beinen. Er war immer noch an der Stelle, wo Daralion ihn zum sterben zurückgelassen hatte. Vor ihm kniete ein anderer Blutelf und ließ jadegrünen Nebel aus seiner Hand in die Renars Wunde gleiten, welche sich in diesem Augenblick vollständig schloss. " Ich kenne euer Gesicht...", sagte Renar erschöpft. " Ach wirklich?," fragte der Blutelf, beendete den Zauber und erhob sich. Er streckte Renar die Hand aus und der junge Blutelf nahm sie dankend an. Dann antwortete er: " Ihr seid Ascas Dämmerflucht." Ascas lächelte und half Renar auf die Beine.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 09 Jul 2017, 20:24

Kapitel 34: Syleas Schicksal Teil 2 - Die Liebe und der Hass

Ronand erreichte wieder den Höhleneingang. Der Todesritter hatte sich aufgemacht die Verheerte Küste zu durchsuchen, doch als der Schlachtzug der Legionsrichter gegen das Grabmal zog, hatte er erkannt, wie wenig Sinn seine Suche machte. Um nicht aufzufallen war er zurück zu der Höhle gekehrt, welche er und Fanloen kurzzeitig als Versteck genommen hatten. Verärgert hockte er sich neben die alte Elfenstatue aus Stein. Es war zu spät. Er hätte seinen Instinkten vertrauen und Daralion folgen sollen. Im Grabmal hätte er sicherlich eine größere Chance auf Ruhm gehabt. Dort hätte er beweisen können, dass er keine Seele mehr hatte und sein Hass ihn stark gemacht hatte. Dort hätte er demonstrieren können, dass er rechtmäßigen Anspruch auf die Stellung des Seuchenfürsten hatte.
Der Seuchenfürst Merades, gefallen dadruch, dass seine Tochter ihn veraten hatte. War er tot? Das interessierte niemanden mehr. Er hatte Gefühle gezeigt. Er hatte Erbarmen gezeigt. Damit hatte er seine Stellung unter den Todesrittern verspielt. Sie, die sich nur von Hass ernährten und kein Erbarmen kannten, sie würden ihn nicht mehr akzeptieren. Doch gab es seit jenen Tagen auch niemanden mehr unter ihnen, der würdig war als Erbe zu fungieren. Ronand hatte sich angeboten, doch seine Taten waren zu gering. Er musste beweisen, wie groß sein Hass war. Er musste beweisen, dass er kein Erbahmen kannte. Deshalb hatte er sich Daralion angeschlossen und den Orden der Schattenhaften Erlösung in den Untergang gestoßen. Und nun? Wofür das alles?
Der Untote blickte zu der Statue. Sie stank nach Lichtmagie. Ronand musste seinen Zorn freien Lauf lassen und hob eine Hand in Richtung der Statue. Doch dann hielt er inne. Die Luft stank nach Lichtmagie, doch kam diese nicht von der Statue. Eine mächtigere Quelle war nahe und kam näher. Langsam ließ er die Hand sinken und blickte den Strand entlang. Dort kam eine Gestallt mit einem mächtigen Artefakt. Ronand fühlte eine Art Erleichterung, als er erkannte, wer dieses Artefakt trug. Es war Sylea, Tochter des Seuchenfürsten Merades. Wie es schien, konnte er nun doch sich dem Erbe würdig erweisen. Nein, er konnte es übertreffen. Er musste nur die Aufgabe beenden, an welcher der Seuchenfürst gescheitert war. Er musste nur Sylea vernichten.

Ascas

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am So 09 Jul 2017, 20:31

Ronand zog seine Runenklingen. Unheiliger Frost breitete sich auf dem Boden aus. Es war soweit. Sie selber hatte nun zum Kampf gefordert. Ihrer beider Gespräch war fast rührseelig gewesen. Doch Sylea sollte all diese Dinge aus einem guten Grund erfahren. Sie sollte erfahren, wie ihr Vater wirklich zu ihr gestanden hatte, auch wenn sie es vielleicht nie akzeptieren würde. Sie sollte erfahren, dass die Liebe, die ihr Vater ihr entgegen gebracht hatte, sein Schicksal besiegelte. Die Todesritter haben nichts übrig für Liebe. Sylea schien teilweise verstört. Ja, ja, auch sie hatte gemerkt, dass es einfacher ist zu hassen. Sie hatte Jahre im Groll gelebt und auch wenn sie sich da gegen werte. Sie musste ihre Ansichten und Gedanken zwangsläufig hinterfragen.
Ronand schenkte ihr noch diesen Augenblick Zeit. Er war kein Wohltäter. Er wollte sie nicht im Herz berühren. Er wollte, dass sie ihre Emotionen nicht mehr zügeln konnte oder wollte. Sie sollte mit voller Macht diesen Kampf schlagen, welcher wohl für beide der Kampf ihres bisherigen Lebens war. Denn nur so, enthielt er genug Bedeutung. Nur so, würde der Sieger einen ungeahnten Aufstieg erleben und der Verlierer für immer vergehen.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mo 10 Jul 2017, 22:54

Ronand lächelte finster und zog seine verbliebene Runenklinge aus Syleas Körper, welcher darauf hin leblos in den Sand des Strandes fiel. Ein Strand, der gezeichnet war von ihrem Kampf auf Leben und Tod. Dort drüben war ein großer Kreis mit geschwärzter Erde. Dort wo Sylea ihren Feuersturm entfalltet hatte. Drum herum waren kleine Krater zu finden. Dort waren die Feuerbälle des Phönix eingeschlagen. An anderen Teilen des Strandes war die Erde immer noch nicht aufgetaut. Und hier, hier an diesem Flecken färbte sich der Sand nun langsam Rot. Sylea hatte hart gekämpft. Sie hatte sich nicht gezügelt und Ronands rechten Arm mit einem Gift gelähmt. Doch das wahrlich Beeindruckende war gewesen, als sie mit dem goldenen Stab eine Lichtexplosion am Schrein ausgelöst hatte. Sie musste den Stab mit dieser Magie aufgeladen haben. Zu viel war es für einen Schrein gewesen. Doch statt diese übernatürliche Kraft gegen ihn zu richten, schickte sie diese hinauf zum Grabmal des Sargeras. Was geschah dort? Was geschah dort, was so besonders war, dass sie sich dafür opferte, wo ihr Sieg hier mit dieser Waffe gesichert gewesen wäre? Es spielte nun keine Rolle mehr. Kurz darauf durchbohrte die Runenklinge ihren Körper und löschte ihr Leben aus.
Etwas Licht schien noch im goldenen Stab verweilt zu haben, den der Leichnam der Blutelfe wurde plötzlich von einer Kuppel aus reinsten Licht geschützt. Am Himmel ertönte ein wutentbrannter schriller Schrei. Der Phönix stieß wieder vond en Wolken herab und entfesselte seinen Zorn über den Tod seiner Meisterin. Der erste Feuerball warf Ronand mehrere Meter zurück. Der Todesritter war noch dabei sich zu erheben, als der brennende Vogel ein wahres Inferno um ihn herum entfachte. Ronand sah sich umringt von mannshohen Flammen. Erstaunt betrachtete er den Phönix. Welch ein Hass geboren aus der Liebe, aus der Liebe zu seiner Herrin. Vielleicht hatte Sylea recht gehabt. Vielleicht gehörten Leibe und Hass unzertrennlich zu einander. Doch was bedeutete das für die Todesritter? Stellte das nicht alles in Frage, was sie wahren oder glaubten zu sein? Wenn Ronand diese Fragen beantworten wollte, dann musste er diesem Flammeninferno entkommen. Doch das schien fast unmöglich.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Di 11 Jul 2017, 22:56

Aurista durchblätterte die Akten. Sie war zurück nach Silbermond gekehrt und hatte erstmal ihre Arbeit als Beraterin des Hauses Avan´seel wiederaufgenommen. Bald würde ein Treffen der Adelshäuser von Quel´Thalas stattfinden, bei dem über eine Zusammenarbeit entschieden werden sollte. Wie witzlos. Hier wurde über Zusammenarbeit diskutiert, während der Rest der Welt geeint die größte Schlacht der letzten mindestens 10.000 Jahre schlug. Doch vielleicht waren es auch die ersten Zeichen des Neubeginns. Der Krieg würde enden und wenn sie alle noch leben sollten, dann musste das Leben weitergehen. Vielleicht konnte sie hier helfen Grundsteine für die Zukunft zulegen. Während sie über diese Gedanken philosophierte. Leuchtete der kleine Kristallsplitter auf ihrem Schreibtisch kurz hell auf. Dann begann er in einem pulsierenden Licht zu leuchten.
Aurista stand ruckartig auf. Sie ging zu ihrer Zimmertür und verschloss diese von innen. Zurück am Schreibtisch schnappte sie sich den Splitter. Sie konzentrierte ihre wenige wahre Teufelsmagie in einem Strudel um ihren eigenen Körper herum. Smaragdgrüne Glyphen leuchteten kurz am Boden auf. Ihr Zimmer verblasste um sie herum und veränderte sich zu einer kleinen Höhle. Auf eine Bewegung von Aurista hin, entzündete sich ein Kreis aus Kerzen mit violetten Flammen. Die Nekromantin betrat den Kreis und legte den Splitter in die Mitte. Mit einem Dolch schnitt sie sich in den Finger und zeichnete mit ihrem eigenen Blut ein paar Symbole um den Splitter herum. Dann kniete sie nieder und hielt beide Hände flach über den Seelensplitter. Langsam sammelte sich ein kleiner Tropfen ihres Blutes an der unteren Handfläche. Er fiel und in dem Augenblick wo er den Splitter berührte, begann dieser hell zu leuchten. Er löste sich auf und Aurista griff sich schmerzerfüllt an die Brust. Ein kleiner Einschnitt hatte sich dort geöffnet. Sofort wirkte sie mit einem Gesundheitsstein entgegen. Erschöpft ließ sie sich nach hinten fallen. Es hatte defintiv funktioniert. Auch einen Teil des Schadens hatte sie auf sich genommen. Nun lag es an ihnen dort an der Küste selber klar zukommen. Aurista hatte ihre letzte Pflicht gegenüber dem Boten erledigt.

***

Ronand suchte einen Weg durch die Flammen. Dann blickte er rüber zu der Kuppel aus Licht und erstarrte vor Ungläubigkeit. Die Kuppel löste sich auf und Sylea stand erhoben in ihrem eigenen Blut. Sie lebte und auch wenn die Robe einen blutigen Einschnitt an der Brust hatte, so war da keine Wunde mehr. Die Magierin erhob ihre Hände und ein tosendes Geräusch hallte vom Himmel her.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Mi 12 Jul 2017, 22:35

Ronand blickte in den Himmel und sah diesen kometenhaften Feuerball auf sich zu kommen. Der Todesritter stellte jegliche Fluchtversuche ein und blickte die Magierin an. Ihr Gesicht war erfüllt von Hass. Wie konnte eine einfache Frau, welche eben noch auf dem Weg in die Schattenlande war, nun solche Kräfte entfalten? Die Erde zitterte leicht unter dem heranrauschenden brennenden Felsbrocken und selbst die Flammen, welche der Phönix entzündet hatte, schienen vor dem, was nun kam flüchten zu wollen, so wurde sie auf den Boden gedrückt. Sylea stand erhoben und teilte dem Todesritter mit, dass sie den Hass von ihren Vater geerbt hatte.
Die ersten Ausläufer des Zaubers erreichten Ronand und seine Kleidung schien sich fast von selbst zu entzünden. Gleichzeitig sah er Bilder. Erinnerungen, welche nicht die seinen wahren. Er sah eine düstere Nacht, in der ein kleines Mädchen ihre Mutter verlor. Doch das Mädchen zürnte nicht. Er sah ein Mädchen groß werden und um die Gunst ihres irren Vaters kämpfen. Doch es zürnte nicht. Er sah eine junge Frau, welche zu Dingen gezwungen wurde, welche eigentlich gegen ihren Willen war. Doch wiederum zürnte sie nicht. Er sah wie die Frau Hoffnung in der Liebe fand und wie diese Liebe durch die Gesetze dieser Welt zerrissen wurde. Immer noch kein Zorn. Die Frau war alleine auf einer völlig fremden Welt. Doch immer noch fühlte sie keinen Zorn. Oder doch? Hatte Sylea vielleicht ihren Zorn stehts nur unterdrückt, weil sie so sehr an die Liebe glaubte? Wenn ja, dann war in diesem Zauber all ihr Zorn, all ihr Hass von Jahrzehnten.
Langsam erreichte der glühende Felsbrocken den Untoten und sein noch vorhandenes Fleisch löste sich auf. Ronand blickte in das Gesicht der Magierin. Der Zorn und Hass brodelte. Doch gleichzeitig wirkte sie auch außergewöhnlich befreit. Ronand hatte es herauf beschworen. Dies war die wahre Macht von Sylea, einer Feuermagierin, die ihr Leben geführt hatte, wie wenige andere es wohl kannten. Ein Leben mit der Liebe und Hass. Welche der beiden Elemente würde sie in der Zukunft begehren, nun, wo sie ihre eigene Macht zu sehen bekam? Ronand wusste nicht wie so, doch ein letzter Satz entstieg seinem Skelett: " Vergesst nicht...ihr werdet geliebt..." Dann verdampften seine Knochen und alles was er noch war, beim Einschlag von Syleas Feuerzauber.

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Re: Das letzte Kapitel

Beitrag  Ascas am Fr 14 Jul 2017, 21:53

Die letzte Schlacht der Boten - Teil 1

" Das ist so schön!", sprach das Mädchen verträumt und blickte auf das grünleuchte Bild vor ihr und ihrer jüngeren Schwester. " Aber der böse Mann...da ist noch der böse Mann, Papa.", murmelte das jüngere Mädchen leicht verängstigt. " Du bist immer so ein Angsthase!", warf ihr ihre ältere Schwester entgegen. " Na, sei freundlich zu deiner Schwester.", mischte sich nun der Vater ein. Er wanderte um das Bild in der Mitte des Zimmers: " Deine Schwester hat recht. Noch ist die Geschichte nicht vorbei. Also passt gut auf, ja? Jetzt erzähle ich euch, wie alles endete." Er ließ seinen verbliebenen Arm durch die Luft gleiten und das Bild veränderte sich wieder...

Daralion stand vor der mannsgroßen Kugel. In ihrem Innerin wirbelte die Teufelsmagie umher. Reichlich erschöpft, aber zufrieden legte Daralion endlich seine Hand auf die Botschaft. Augenblicklich sah er Bilder, die von fremden Augen gesehen wurden. Er sah einen großen Raum. Von der Architektur her konnte sich dieser nur hier innerhalb des Grabmals befinden. Sein Blick war hoch über dem Boden. Das Wesen durch dessen Augen er blickte musste wirklich groß sein. Am Boden näherte sich ein größere Gruppe von verschiedenen Gestallten. Wesen aller Völker Azeroths in Rüstung und bis an die Zähne bewaffnet.
Dralion lächelte zufrieden. Die Legionsrichter hatten den Avatar erreicht. Es war der perfekte Zeitpunkt. Er besann sich auf die alte Technik. Wie damals, als er dutzende Male dem gefangenen Naaru in Silbermond seiner Kraft beraubt hatte, begann er die Teufelsmagie aus der Botschaft zu absorbieren. Die Macht durchströmte ihn und brannte in seinen Adern. Seine Wunden begannen zu heilen und seine Kräfte zurückzukehren. Doch schnell stellte der Blutelf fest, dass es seine Zeit dauern würde, diese Macht komplett aufzunehmen.

***

Erendil erreichte die Etage, auf der sich die Botschaft befand. Er sah vom Rundgang her den Durchlass zur großen Halle. Solange war er nicht mehr hier gewesen. Er warf einen Blick hinunter in das innere des Grabmals. Es war still geworden. Die Kämpfe hatten sich wohl weit in den Untergrund verlagert. Ob Sylea außerhalb des Grabmals schon bereit war? Er ging weiter. Je näher er der Halle kam, desto presänter wurde die Macht, welche so tief mit ihm verbunden war. Doch der Geist des Avatars war abwesend. Ob sie schon den Avatar des Sargeras erreicht hatten? Vor dem Einlass der Halle blieb Erendil stehen. Er blickte hinein. Da war sie, die Botschaft. Ganz am Ende auf dem Balkon stand sie und Daralion direkt bei ihr. Am Boden in Mitten der Halle lag der leblose Assabad. Kurz senkte Erendil den Kopf. Dann erregten aber Schritte vor ihm seine Aufmerksamkeit. Jemand näherte sich von der anderen Seite des Rundgangs. Ohne hinzugucken murmelte Erendil: " Du kommst spät."
" Musste noch Schuhe kaufen.", antwortete Ascas und folgte dem Blick seines Bruders. Dann betraten beide Boten die Halle in der alles begonnen hatte.

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